Schöppingen
Dachbodenfund ist über 200 Jahre alt

Samstag, 01.10.2011, 07:10 Uhr

Schöppingen - Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts stand sie am nach ihr benannten Wall am südwestlichen Rand der wehrhaften Stadt Schöppingen: Die alte Wassermühle , in der die Ackerbürger des Ortskerns und die Bauern der Umgebung ihr Korn mahlen ließen. Heute erinnert nur noch wenig an das historische Gebäude; gerade noch der Wasserfall am Mühlenwall lässt erahnen, wo sich das Mühlenrad einst gedreht hat.

Indes: Wie das Mühlenhaus einst zumindest im Grundriss ausgesehen hat und wie es technisch aufgebaut war, darüber liegen der Gemeinde und dem Heimatverein nunmehr neue Erkenntnisse vor. Zu verdanken ist dies einem Zufallsfund. Nach der Übernahme des Hauses Brummelte durch die Gemeinde ist beim Durchstöbern des Dachbodens eine historische Karte gefunden worden, die die „Schöppinger Mühle und ihre dazugehörigen Gründe“, so der Titel, wiedergibt.

Für Bürgermeister Josef Niehoff ist die Karte ein überaus wertvoller Fund. „Sie liefert neue Erkenntnisse über die Ortsgeschichte“, sagte er jetzt bei der Vorstellung des frisch restaurierten Planes im Rathaus. Besonders interessant: Auf der Karte ist die Position des Untertores („Ahäuser Thor“) eingezeichnet. „Es muss ungefähr in Höhe der heutigen Sparkasse gestanden haben“, stellt Niehoff fest. Dem pflichtet Lothar Tietmeyer im Grundsatz bei. Allerdings sieht der Geschäftsführer des Heimatvereins noch gewisse Unsicherheiten, da die Karte - entgegen der späteren preußischen Landaufnahme - nicht maßstabsgetreu gezeichnet sei.

Der Plan zeigt darüber hinaus detailliert ein Profil des Mühlenhauses, das sehr fein auch die Mühlentechnik zeigt. Neben einem Grundriss sind zudem alle zugehörigen Ländereien („Gründe“) aufgeführt.

„Die Karte befand sich bei ihrem Auffinden in keinem guten Zustand mehr“, sagt Niehoff. Die Schrift unter einer Staubschicht verborgen, das Papier eingerissen oder sogar fragmentarisch fehlend, drohte der Totalverlust. Schnelles Reagieren war also angesagt: Niehoff ließ das Fundstück von Experten des LWL-Archivamts restaurieren. Die Beseitigung der Papierverschmutzung und die neue Kaschierung hatten mit 550 Euro ihren Preis.

Wie alt die Karte genau ist, darüber herrscht zwischen Rathauschef und Heimatvereins-Geschäftsführer weitgehend Einigkeit. Während Niehoff „vor der Säkularisierung“ - also vor 1813 - angibt, nennt Tietmeyer die Jahreszahl 1778. „Es könnte eine Anlage zu dem Erbpachtvertrag sein, der im Besitz der Familie Sasse ist“, vermutet das Vorstandsmitglied des Heimatvereins.

Der Dachbodenfund im Haus Brummelte wird nunmehr dem Gemeindearchiv übergeben. Bürgermeister Niehoff könnte es sich aber gut vorstellen, dass Kopien an besonderer Stelle im Ort ausgestellt werden. Wo das sein könnte, darüber müsse aber noch nachgedacht werden.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/98098?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F156%2F697054%2F697059%2F
FMO verliert Kopenhagen-Verbindung
AIS Airlines: FMO verliert Kopenhagen-Verbindung
Nachrichten-Ticker