21-Jähriger verurteilt
Ein Jahr auf Bewährung

Rheine/Schöppingen -

Nur drei Monate nach den Straftaten hat das Jugendschöffengericht Rheine gestern den Fall eines 21-jährigen Mannes verhandelt, der wegen eines Drogendeliktes und eines Einbruchdiebstahls in Schöppingen angeklagt war.

Donnerstag, 31.05.2012, 08:05 Uhr

127 Gramm Marihuana, 1,72 Gramm Kokain , eine Feinwaage, 100 Klemmverschlusstütchen und Streckmittel waren bei dem Rheinenser in der Wohnung sichergestellt worden. Außerdem legte die Anklage ihm den Einbruch in das „Alte-Post-Hotel“ Anfang März zur Last, wo er mit zwei anderen ein i-Phone, ein Handy und andere Gegenstände entwendet haben soll.

Den Einbruch in das Hotel räumte der Angeklagte nur bedingt ein. Sie seien zwar in der Absicht zu stehlen dort eingedrungen, die Tür sei aber nicht verschlossen gewesen. Außerdem hätten sie nichts mitgenommen. Nur er wurde erwischt, die Mittäter flüchteten. Ihre Namen verriet der Angeklagte nicht.

Am Ende beantragte der Staatsanwalt 20 Monate auf Bewährung wegen unerlaubten Handelns mit Marihuana und versuchten Diebstahls. Das Jugendschöffengericht blieb mit einem Jahr auf Bewährung deutlich unter dem Antrag. Es ging von einem minder schweren Fall aus, weil das Ausmaß des Drogenhandelns relativ gering gewesen sei. Zur Auflage machte das Gericht dem Angeklagten unverhoffte Drogentests und 80 Sozialstunden. „Stellen wir in Ihrem Blut Drogen fest, gehen Sie ins Gefängnis“, verdeutlichte der Richter ihm die Konsequenzen. Er riet dem jungen Mann eindringlich, bei einem Rückfall seinen Bewährungshelfer sofort darüber zu verständigen, um Hilfsmaßnahmen einleiten zu können. Der 21-Jährige wurde nach Erwachsenen-Strafrecht verurteilt. Er hat einen festen Ausbildungsplatz, was ihm zugute kam.

Allerdings hielt der Staatsanwalt die Geschichte, die der Angeklagte bezüglich der Drogen erzählte, für „erstunken und erlogen“. Der Rheinenser erklärte dem Gericht, dass er die 127 Gramm Marihuana für den Eigenbedarf nehmen wollte. „Und wofür dann die 100 Tütchen?“ fragte der Staatsanwalt. Der Mann gab an, dass er damit den Eigenkonsum portionieren wollte. Weder Gericht noch Staatsanwaltschaft nahmen ihm das ab. Die Indizien sprächen „in hohem Maße“ für den Handel.

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