Jubiläum der ZUE
Die Welt auf siebeneinhalb Hektar

Schöppingen -

Bunte Wimpel und Luftballons wehen im Wind, Musiker spielen auf ihren Trommeln, es riecht nach Gegrilltem: Sommerfest in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) auf dem Schöppinger Berg. Der Anlass für die Feier am gestrigen Freitag ist ein besonderer: das 20-jährige Jubiläum der Asylbewerberunterkunft.

Samstag, 25.08.2012, 08:00 Uhr

Jubiläum der ZUE : Die Welt auf siebeneinhalb Hektar
Bei einem Rundgang durch die ZUE stoppte die Besuchergruppe auch in der Turnhalle. Dort stellte Regierungspräsident Bollermann sich mit einigen sportelnden Bewohnern zum Foto auf. Foto: Anne Alichmann

Zwei Jahrzehnte, in denen zwischen 40 000 und 60 000 Menschen in der ZUE untergekommen sind, schätzt Leiter Ingo Ochtrup. „Das ist schon eine richtige Kleinstadt.“ Er könne sich freilich längst nicht an alle Bewohner erinnern. „Aber einige der Schicksale sind besonders in Erinnerung geblieben“, sagte Ochtrup.

Aktuell seien 29 verschiedene Nationen in der Unterbringung vertreten. „Auf siebeneinhalb Hektar ist hier die ganze Welt zu Hause“, so der Einrichtungsleiter. „Die Welt – mit ihren Nöten, Sorgen und Schwierigkeiten“, ergänzte der Arnsberger Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann , der als Hausherr der Einrichtung zu Gast war. „Hier werden Menschen aufgenommen, die Krieg und Gewalt erlebt haben und Not und Elend erleiden mussten.“ Für diese Frauen, Männer und Kinder sei Schöppingen oftmals der Beginn eines „langersehnten Neuanfangs“. Vor Ort bekämen sie Hilfe, Beratung und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

„Ich danke allen Institutionen und Menschen, die hier über die Jahre einen hervorragenden Dienst geleistet haben“, sagte Bollermann weiter. „Der Weg stimmt, auch wenn auf ihm so manche Steine lagen und liegen.“

Einen besonderen Dank richtete er auch an die Gemeinde und ihre Bürger. Der Regierungspräsident sprach in diesem Zusammenhang auch die dunklen Seiten in der Historie der ZUE an – wie den Mord an einem jungen Schöppinger vor drei Jahren. „Ich möchte den tragischen Vorfall nicht ausblenden“, so Bollermann. Er finde es sehr bemerkenswert, dass die Bevölkerung danach nicht „vom Einzelfall auf die Gesamtheit geschlossen“ habe. Das sei nicht selbstverständlich. „Das ist gelebte Toleranz!“

Bollermann warb weiterhin für eine „Willkommenskultur“ und dafür, „Zuwanderer nicht als Bedrohung“ zu sehen.

Bürgermeister Josef Niehoff schloss sich den Gruß- und Dankesworten des Regierungspräsidenten an. Und auch Einrichtungsleiter Ingo Ochtrup bedankte sich ausdrücklich bei allen Mitarbeitern und Unterstützern. „Wir sind hier 24 Stunden im Dienst, auch an Feiertagen wie Weihnachten. Wir sind immer da für die Menschen, die uns anvertraut wurden – und wir versuchen, unser Bestes zu geben.“

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