Canisianer-Bruder Konrad Schneermann sprach über das Gebet
Ein Moment der Ruhe

Schöppingen -

Angekündigt war das Thema „Seelsorge in der Schule“ – heraus kam ein allgemeiner Vortrag des Canisianer-Bruders Konrad Schneermann über das Beten. Erst in der anschließenden Diskussion sprachen die 17 Zuhörer und Pfarrer Thomas Diedershagen über Kirche und Schule.

Dienstag, 13.11.2012, 18:11 Uhr

Canisianer-Bruder Konrad Schneermann sprach über das Gebet : Ein Moment der Ruhe
Canisianer-Bruder Konrad Schneermann hielt zunächst einen Vortrag und stand hinterher zu einer Diskussion zum Thema Beten zur Verfügung. Foto: Rupert Joemann

„Es ist schwierig, die Kinder fürs Beten zu begeistern“, weiß Bruder Konrad, Schulseelsorger am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Münster-Hiltrup. Er selbst beginnt seinen Unterricht mit einem kurzen Moment der Stille. Die Kinder stünden im Alltag unter Spannung, so der Canisianer-Bruder. Da sei ein Augenblick der Stille wichtig.

Grundsätzlich vermittele er einfachste Rituale, die die Kinder und Jugendlichen zur Ruhe kommen lassen. „Das Wort Gebet gebrauche ich nicht“, sagte Bruder Konrad. Viele Heranwachsende hätten im Elternhaus keinerlei Bezug mehr zur Kirche gelernt, dennoch gebe es „irgendetwas, was die Menschen bewegt und was sie loslassen wollen“ – vor allem nach Schicksalsschlägen.

Eine Besucherin zeigte sich überzeugt, „dass die Jugendlichen Orientierung suchen – auch kirchliche. Wichtig ist, dass man authentisch ist.“ In Einzelfällen sei ein Zugang wieder zur Kommunion oder Firmung möglich. Auch der Schulunterricht oder Schicksalsschläge im privaten Umfeld können „vielleicht einen Impuls fürs eigene Leben geben“.

Sowohl der Schulseelsorger als auch einige Teilnehmer haben im Schulalltag festgestellt, dass die meisten Kinder und Jugendlichen einen Gottesdienst „ohne großes Spektakel“ wollen. Eher eine ruhige Zeit im hektischen Leben. „Die Musik und die Predigt sind bei der Auswahl wichtig“, berichtete der Münsteraner aus seiner Erfahrung.

Bruder Konrad, der 2003 zum Priester geweiht wurde, ist aber überzeugt, „dass beten noch aktuell ist. Es ist Einübung. Beten ist etwas für jedermann.“ Grundsätzlich habe das Beten etwas damit zu tun, nahe an Gott zu sein. „Das Gebet ist eine Beziehung zu Gott und muss gepflegt werden.“

Aus seiner Sicht wird im Gebet das eigene Leben zur Sprache gebracht. Es sei auch nicht schlimm, so Bruder Konrad, wenn in der Stille des Gebets Fantasien losbrächen. „Das gehört zum Gebet und ist normal.“ Wichtig sei nur, dass der Betende jederzeit zu Gott zurückkehren könne. Und das in aller Ruhe.

Keine Ruhe hätte eine Frau in Kalkar beim Beten vermittelt. „Wegen ihres schnellen Betens wurde sie das Maschinengewehr Kalkars genannt“, erzählte er eine Anekdote aus seiner Kaplan-Zeit. Das Gebet brauche Zeit und Gebete bräuchten feste Zeiten.

So wie beim Angelusgeläut. Das ist in der katholischen Kirche das morgendliche, mittägliche und abendliche Läuten der Glocken, bei dem gebetet wird. „Auch am Arbeitsplatz kann man dann einen Moment in sich kehren“, so der Tipp von Bruder Konrad.

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