Gedenkstelen eingeweiht
Vom Fürstbischof zum Weihbischof

Schöppingen -

Sie sind 2,90 Meter hoch, haben eine quadratische Grundform und erinnern an die einstigen Stadttore: die Gedenkstelen. Am Sonntag wurden sie von Weihbischof Dr. Christoph Hegge gesegnet.

Montag, 03.06.2013, 06:06 Uhr

Weihbischof Dr. Christoph Hegge war zum Scherzen aufgelegt: „Vom Fürstbischof zum Weihbischof“, sagte er am Sonntag während der Einweihung der Gedenkstelen , die an die beiden alten Stadttore erinnern sollen. „Und das ist gut so“, fügte der Geistliche sofort schmunzelnd hinzu.

Gemeint war, dass der damalige Fürstbischof die Steine der 1396 abgerissenen Burg Ovelgönne den Schöppingern zum Bau der Stadttore schenkte. Und gut vier Jahrhunderte später weihte ein Weihbischof – nämlich Hegge – die Stelen an eben jene Stadttore ein.

2,90 Meter hoch und die quadratische Grundform besitzt eine Seitenlänge von 55 Zentimeter. Im oberen Bereich angedeutete Schießscharten. Auf jeweils einer Stele der beiden Tore, die alle aus Ibbenbürener Sandstein gefertigt sind, glänzt das Schöppinger Siegel, das seit dem 16. Jahrhundert benutzt wird. Auf der anderen Stele eine kurze Erklärung der Bedeutung der Stadttore. „Schlicht und kantig – wie der Münsterländer“, betonte Hubert Roosmann , Vorsitzender des Heimatvereins.

In den Köpfen der älteren Schöppinger, so Roosmann, werde immer noch der Begriff Obertor verwendet. „Das war der Anlass für die jetzige Aktion.“ Gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung habe man überlegt, wie man das Projekt verwirklichen könne. „Man kann schlecht die alten Stadttore wieder aufbauen“, sagte Roosmann. So wurde der Asbecker Architekt Helmut Schirmann beauftragt, einen entsprechenden Entwurf zu fertigen, „der den wehrhaften Charakter der alten Stadt Schöppingen hat“, zeigte Hubert Roosmann das Anforderungsprofil auf.

Oft, so Bürgermeister Josef Niehoff, seien Leute über den Standort der Stelen überrascht. „Die meinen, das Tor müsste bei Hamann stehen“, sagte Niehoff lächelnd. Doch die alten Stadtmauern umschlossen nur ellipsen-förmig den Bereich Hauptstraße und Lindenstraße. Selbst die St. Brictius-Kirche lag schon außerhalb. „Mit den Steinen der 1819 abgerissenen Stadttore wurde das Haus gebaut, in dem Antonio Venturini heute Eis verkauft. Vielleicht gibt er ja einen aus“, sagte Josef Niehoff grinsend.

Musste dieser gar nicht. Denn dafür sorgte schon die Gemeinde mit einem Imbiss am Alten Rathaus.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1693442?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F156%2F1779657%2F1820032%2F
Nachrichten-Ticker