„Kunst trifft Kohl“
Stacheldraht als Schutzschild

Schöppingen -

Ein Eisenring von einem Fass, ein alter Deko-Hahn, der vermutlich mal irgendwo einen Vorgarten geschmückt hat, und ein Tischbein aus dem Fundus eines französischen Antiquitätenhändlers: Das sind die Bestandteile, aus denen die Künstlerin Anna Bakow ihre „Verbotene Frucht“ gefertigt hat. Die Arbeit ist im Rahmen von „Kunst trifft Kohl“ am Bürgerweg zu sehen – sie hängt in den Platanen von Anne und Willy Hamann.

Samstag, 22.06.2013, 06:06 Uhr

Die verbotene Frucht, das ist in diesem Fall der Korpus des Hahns. Er leuchtet golden und soll auf diese Weise ein Gut symbolisieren, das nicht für jeden erschwinglich ist. Geschützt wird der Korpus durch den Eisenring . „Und da die Skulptur sich bewegt, kann man also an diese verbotene Frucht nicht leicht gelangen“, erklärt Anna Bakow , 1951 in Hamm geboren.

Die Künstlerin „recycelt“ in ihren Arbeiten gerne Dinge, die keiner mehr braucht: „Ich gehöre zu den Sammlern. So lasse ich mich gern von gefundenem oder geschenktem Altmetall inspirieren, um mit dem Schweißgerät daraus etwas Neues zu gestalten“, sagt Anna Bakow. „Schrottplätze ziehen mich an. Ich nehme Dinge mit, die dann manchmal recht lange bei mir warten, bis ihr Einsatz kommt.“

Nicht aus Altmetall gestaltet, sondern aus Sandstein geformt ist das zweite Werk von Anna Bakow, das auf der „Kunstmeile“ in Schöppingen zu sehen ist: Die Skulptur „Die Liegende“ hat ihren Platz im Garten von Martin und Iris Höping gefunden. Ursprünglich fertigte die Künstlerin nur die Figur – später ergänzte sie das Werk um einen Stacheldraht , der den dargestellten Frauenkörper umgibt. Eine Entscheidung, die aus einer persönlichen Erfahrung herrührte: Anna Bakow musste eine schwere Krankheit durchleiden und sich danach vor vielen Dingen schützen – Stress, schwere Arbeiten, bestimmte Speisen zum Beispiel. Daraus entstand die Idee, auch „Die Liegende“ mit einem Schutzschild zu versehen. „Der rostige Stacheldraht entsprach genau meiner damaligen inneren und äußeren Empfindlichkeit“, erklärt die Künstlerin.

 

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