Silvia Wienefoet und Ulrike Feser präsentieren ihre Werke im Künstlerdorf
Doppelte Ausstellungseröffnung

Schöppingen -

Wenn jetzt der Abend über Schöppingen dunkelt, leuchtet die rote LED-Schrift an dem „Leuchtfeuer“ betitelten Kunstwerk auf dem Scheunendach am Künstlerdorf. „Leuchtfeuer“, das ist eine skulpturale Installation der Künstlerdorf-Stipendiatin Silvia Wienefoet. Am Samstagnachmittag wurde ihre Arbeit im Rahmen einer Doppelausstellungseröffnung vorgestellt.

Montag, 29.07.2013, 06:07 Uhr

An einem intensiv roten Ölfass sind zwei Photovoltaik-Paneele wie Flügel angebracht. „Im alten Ölfass und den zwei Solarpaneelen werden alte und neue Technologien symbolisch gegenübergestellt, womit der effiziente Umgang mit knappen Ressourcen anschaulich zum Ausdruck gebracht wird“, erläuterte in ihrer Eröffnungsrede die kunstaffine Valeria Stockey, die wie Wienefoet aus Metelen stammt.

Silvia Wienefoet

Silvia Wienefoet Foto: Sigrid Winkler-Borck

Tagsüber verwandeln die Paneele nun Sonnenlicht in Energie, die in Akkus gespeichert wird, und am Abend wird mit dieser Energie eine um das Fass laufende LED-Leuchtschrift in Gang gesetzt, die persönliche Kraft- und Energieressourcen benennt. Dazu hat die Künstlerin Schöppinger Bürger und Mitstipendiaten gebeten „Erzähle mir von deiner Kraft“.

„Ganz unterschiedliche Ansichten und Erfahrungen sind bei diesen Gesprächen zusammengekommen“, erzählt Wienefoet am Rande der Vorstellung ihrer Installation, die gewissermaßen den „Kreislauf der Energie“ symbolisiert. Eine dieser Aussagen lautet: „Eine Umsetzung von Energie. Man bekommt Kraft, wenn man Kraft gibt. Cornelia46“.

Die von der Malerei kommende Wienefoet mache seit einigen Jahren „den öffentlichen Raum und die in ihm lebenden Menschen zum großen Thema ihrer Arbeit“, so Stockey weiter. In der Firma Gausling aus Heek hat die Künstlerin einen versierten Partner für die Realisierung ihres „ Leuchtfeuers “ gefunden.

Ulrike Feser vor einigen ihrer Arbeiten.

Ulrike Feser vor einigen ihrer Arbeiten. Foto: Sigrid Winkler-Borck

In der Galerie F6 des Künstlerdorfs wurde am Samstag ebenfalls Ulrike Fesers Fotoausstellung „Petrified Zone / Steine sterben nicht“ eröffnet. Die studierte Fotodesignerin Feser, die auch als Autorin und Kuratorin arbeitet, außerdem beim Berliner Lette-Verein im Bereich Fotodesign lehrt, hat mit ihrer Arbeit Zeit und Materialität in den Fokus gerückt. „Es gibt immer wieder Störfälle“, so die Künstlerin, „die nach einer Kette von Ereignissen in einem Punkt kumulieren.“ Erst nach einer Schockstarre gehe es dann irgendwie anders weiter.

Immer wieder im Laufe der Erdgeschichte haben unerwartete Ereignisse mit ungeheurer Wucht Wendepunkte gesetzt. Solche noch heute sichtbaren Spuren hat Feser fotografiert und damit wiederum einen einzelnen Moment mit der Kamera eingefroren. In der Antike beim Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 wurden beispielsweise die Einwohner Pompejis teilweise im Ascheregen des Vulkans konserviert. Abdrücke ihrer Körper wurden bei Ausgrabungen angefertigt. Details von Brandnarben mehrere Jahrhunderte alter Mammutbäume gehören genauso zu den gezeigten Aufnahmen wie fallende Regentropfen.

Darüber hinaus setzt Feser sich in ihrer Arbeit mit Atomenergie und deren Folgen auseinander. So weist sie mit einem goldfarbenen Torbogen darauf hin, dass beispielsweise das Plutoniumisotop 239 die kaum vorstellbare Halbwertszeit von 24110 Jahren hat. Würde man in der Geschichte um diese Zeit zurückgehen, käme man fast bei den Neandertalern heraus. „Und dann ist das Isotop erst zur Hälfte abgebaut“, betont Feser die kaum vorstellbare Zeitebene.

Ulrike Fesers Ausstellung „Petrified Zone“ ist noch bis zum 30. August in der Galerie F6 nach telefonischer Vereinbarung unter 02555 93810 zu sehen.

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