„Haus Tegeler“
Lehrer Pelle übergab Konzession

Schöppingen-Eggerode -

Seit 125 Jahren besteht das „Haus Tegeler“ in Eggerode. Seine Geschichte begann im Oktober 1888, als Großvater Adolf Tegeler die Konzession für eine Schankwirtschaft von Lehrer Pelle übernahm. Ein Nebenerwerb war für Lehrer laut Gesetz nicht mehr erlaubt. Das war der Grundstein für das Haus Tegeler neben der Schmiede.

Mittwoch, 06.11.2013, 15:11 Uhr

Bereits 1867 unterhielten Anton Daldrup und Theresia Tegeler eine kleine Schmiede im Hof . Ihre Ehe blieb kinderlos. Darum adoptierten sie von ihrem Bruder Bernhard Tegeler in Nottuln den Sohn Adolf . Dieser stellte sich als ein überaus tüchtiger Mann heraus. Er baute 1868 den Zweistock an der heutigen Vechtestraße und heiratete Elise Enseling aus Darfeld. Sie hatten vier glückliche Jahre miteinander, in denen vier Kinder geboren wurden.

Seine zweite Frau wurde Elisabeth Bronstert aus Holtwick, mit der er ebenfalls vier Kinder bekam. Elisabeth verstarb bei der Geburt des letzten Kindes im Kindbett.

Die Schmiede entwickelte sich gut, Aufträge gab es aus dem ganzen Münsterland. Dann aber ein Unglück: Die Schmiede brannte ab. In einem Brief schilderte Adolf, wer ihm beim Wiederaufbau geholfen hat. Die Schmiede hatte zu der Zeit Hochbetrieb. Es wurden Drescher, Göpel (Maschine zur Bewegung landwirtschaftlicher Geräte), vor allem aber Pflüge gebaut.

Als Pastor Bernhard Kemper während des Kirchenstreits untergetaucht war, führte Adolf Tegeler die Kirchenbücher.

In dritter Ehe war Adolf mit Josefine Lammerding , Bauerstochter vom Hof nahe Elfering, verheiratet. Sie war 16 Jahre jünger als er. Mit ihr hatte er noch mal vier Kinder. Adolf starb 1902, während Josefine noch bis 1916 lebte.

Sohn Heinrich trat 1913 sein Erbe an. Er heiratete Gertrud Farwerk aus Nienberge. Heinrich erlebte den Ersten und Zweiten Weltkrieg mit. Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor. Alle drei Söhne mussten als Soldaten Kriegsdienst leisten, während die Mädchen das Geschäft weiterführten. 1950 verstarb Heinrich, sodass Sohn Josef das Erbe übernahm. Sein Bruder Paul war im Krieg gefallen und Bruder Adolf befand sich noch in Kriegsgefangenschaft. Mit 37 Jahren heiratete Josef Elisabeth Warmeling aus Darup. Sie hatten drei Kinder: Birgit, Andreas und Ruth.

Andreas stieg nach seiner Ausbildung zum Koch in den elterlichen Betrieb ein. Er heiratete Ulrike Wenning, mit der er zwei Kinder hat. Nach dem Tod des Vaters Josef am 5. Januar 2004 führte er Hotel und Restaurant noch bis 2008 weiter und verpachtete im März den Betrieb an Angela und Denis Penz.

Ende 2012 erwarb Berthold Schulze Eggenrodde Hotel und Restaurant. Er führt die Gaststätte als „Kaffeehaus Tegeler 1888“ weiter und versorgt von der ehemaligen Hotelküche aus das Seniorenheim. Im Saal des Hotels wird eine Tagespflege für Senioren eingerichtet.

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