„Fair-Mobil“ macht Station
Das Miteinander ausprobieren

Schöppingen -

Auf einem Holzbrett sitzt ein Junge. Das Ziel: Ihn auf dem Brett sitzend durch eine löchrige Seilwand zu schieben, ohne dass er die Seile berührt. Die Fünftklässler der Verbundschule müssen dazu geschickt die Stärken und Schwächen jedes einzelnen mitmachenden Klassenkameraden einsetzen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Am Donnerstag und am Freitag war das „Fair-Mobil“ des Jugendrotkreuzes an der Schöppinger Schule. Das Motto der Aktion lautete „Stark im MiteinanderN – voller Einsatz gegen Gewalt an Schulen“.

Samstag, 05.04.2014, 10:04 Uhr

Bedrohung, Erpressung, körperliche Gewalt, Mobbing und soziale Ausgrenzung sind Ausdrucksformen von Aggression und Gewalt, die das Schulleben belasten können. Handys, Chatrooms und soziale Netzwerke sind aus dem Schüleralltag nicht mehr wegzudenken. Cybermobbing findet so auch an Schulen statt. Gewalt im Zusammenhang mit der virtuellen Welt wird dann zu einem realen Problem.

Die Station „Zaunkönig“ war nur eine von mehreren Stationen, an denen die Fünftklässler das Miteinander ausprobieren und die Rücksichtnahme auf andere verbessern konnten. An der „Litfaßsäule“ wurden ein weibliches und ein männliches Profil aus einem sozialen Netzwerk präsentiert. In Gruppen diskutierten die Schüler, welche der Angaben sie akzeptabel fanden und welche sie in einem öffentlichen sozialen Netzwerk eher nicht preisgeben würden. Anschließend gab es die Gelegenheit, die Angaben neu zu gestalten, die ihnen missfielen.

„Im Multimedia-Zeitalter schwinden echte Erlebnisse aus erster Hand. So werden Kletterpartien eher im PC-Spiel als im echten Felsen gemeistert oder Fußball virtuell vor der Spielekonsole gespielt. Wer auf wirklich erlebte Erfahrungen nicht zurückgreifen kann, der schätzt unter Umständen Situationen und Risiken falsch ein“, so Viola Roggenbach vom Jugendrotkreuz .

Aber nicht nur in der Klasse sammelten die Fünftklässler neue Erfahrungen. Bei der „Konflikt-Skyline“ durften die Mädchen und Jungen im geschützten, vertrauten Klassenraum über ihre Probleme untereinander und mit Lehrern offen sprechen. Die Lehrer blieben dabei außen vor. „Wenn es eine vernünftige Streitkultur gibt, fühle ich mich gut“, sagte Lehrer Michael Finke. Und dieses Wohlbefinden passe gut zum Thema „Gesunde Schule“.

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