Landrat Dr. Kai Zwicker war als Gastredner eingeladen / „Eine der innovativsten Regionen“
Mehr Selbstbewusstsein fürs Westmünsterland

Schöppingen -

Die Botschaft von Landrat Dr. Kai Zwicker war unmissverständlich: Mit mehr Selbstbewusstsein soll das westliche Münsterland in der Öffentlichkeit auftreten.

Mittwoch, 12.11.2014, 18:11 Uhr

„Wir trommeln viel zu wenig und verkaufen uns unter Wert“, sagte der Landrat bei der Volksbank-Infoveranstaltung. In der Zukunft müsse man sich besser positionieren und die eigenen Interessen in Düsseldorf und Berlin deutlicher formulieren.

Schließlich hat das westliche Münsterland eigentlich allen Grund, mit breiter Brust aufzutreten. Vor 20, 30 Jahren war „die Region unten. Wir waren das Armenhaus“, so Zwicker . Der Wegfall der Textilindustrie traf die Region mit voller Wucht. Anfang der 80er-Jahre lag die Arbeitslosenquote teilweise bei 25 Prozent, Mitte der 90er-Jahre noch bei 13, 14 Prozent. So viel wie im Ruhrgebiet heute.

Doch innerhalb nur einer Generation wendete sich das Blatt. „Die Menschen haben angepackt“, lobte Zwicker den Charakter der Münsterländer. Kein Lamentieren oder Warten auf den Geldregen aus Düsseldorf oder Berlin. „Wir haben niemals große, direkte Subventionen erhalten“, sagte der Landrat. Anders als zum Beispiel das Ruhrgebiet nach dem Ende des Bergbaus.

Mittlerweile ist das westliche Münsterland „eine der innovativsten Regionen unseres Landes, sogar bundesweit“. Ein großer Branchenmix, so Zwicker, mit einem breiten Mittelstand und familiengeführten Unternehmen machten die Stärke aus. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei rund vier Prozent. „Die Hälfte wie in NRW“, sagte er. Andere schauen neidisch in die Region.

„Unsere Stärke war, dass die Menschen hiergeblieben sind.“ Meister und Techniker hätten hier beste Perspektiven. Deshalb warb Zwicker für eine gute Schulausbildung. Hier hob der Landrat Schöppingen hervor, das mit der Verbundschule mit als erstes ganz neue Wege gegangen sei.

Auf dem Erreichten darf sich die Region aber nicht ausruhen. „Wir müssen die Herausforderungen der Zukunft auf verschiedenen Ebenen annehmen“, forderte Kai Zwicker. Sauer ist er auf die Landesregierung, die restriktive Vorgaben für Gewerbeflächen und Landwirtschaft vorgeben will. „Düsseldorf will die Gewerbeflächen auf Null setzen“, ereiferte er sich. Dabei sei ein gutes Gewerbeflächen-Angebot wichtig. Genauso wie die Anbindung ans Glasfaser-Netz. „Vor zehn Jahren standen wir darin auf dem letzten Platz.“ Auch das ist heute ganz anders.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2871714?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F156%2F2577972%2F4848880%2F
Arbeitsplatz Autobahn-Toilette
Hartmut Lippmann bei der Arbeit. Die Toilettenanlagen an der Autobahn werden von ihm und seinen Kollegen an jedem Tag des Jahres gereinigt. Manchmal ist das Routine, manchmal wartet auf die Serviceleute ein Knochenjob mit erheblichem Ekelfaktor.
Nachrichten-Ticker