Cassy Carrington und „ihr Herr Cosler“
Chansons und „etwas Helene“

Schöppingen -

Was sie machen würden, wenn Helene Fischer morgen anruft und das Lied haben will? Cassy Carrington muss nicht lange überlegen – und ihren Kompagnon Tobias Cosler gar nicht erst fragen. „Dann verkaufen wir den Song“, sagt die Künstlerin mit einem charmanten Lächeln. „Ich könnte ein paar neue Kleider gebrauchen!“

Dienstag, 09.06.2015, 10:06 Uhr

Carrington am Mikrofon, Cosler am Steinway.
Carrington am Mikrofon, Cosler am Steinway. Foto: Christopher Spill

Vielleicht hätte Helene Fischer wirklich Interesse an dem Titel. „Eines Tages“ ist eine ganz und gar eingängige Nummer, die man guten Gewissens als Schlager bezeichnen kann – und die vielen Zuhörern am Sonntagabend noch lange im Ohr blieb, als diese das Alte Rathaus verließen. Dort hatte das Duo Carrington (alias Ralf Rotterdam) und Cosler sein brandneues Studioalbum vorgestellt.

Dass die Platte aber noch weitaus mehr zu bieten hat als locker-leichte Kost à la Fischer, bewiesen die beiden Künstler eindrucksvoll. Auf „Suite 107“ findet der Zuhörer klassische Chansons, etwas Jazz und ein bisschen Pop. Bis auf einen Titel haben die zwei Musiker alle Lieder selbst geschrieben. Fröhliche Nummern mit humorvollen Texten, aber auch melancholische Songs mit einer tiefergehenden Botschaft. „Lügen muss ich nicht“ etwa, eine Hymne für mehr Toleranz. Ein Thema, das Cassy Carrington auch zwischen den Titeln aufgriff – am Beispiel Irlands , das sich jüngst in einem Referendum für die „ Homo-Ehe “ ausgesprochen hat. „Hier in Deutschland wird dagegen nur viel diskutiert“, stellte Carrington fest. „Die Welt wird schon nicht untergehen, wenn einige Menschen ein paar mehr Rechte bekommen!“ Lauter Applaus signalisierte die Zustimmung des Publikums.

Das sparte aber generell nicht an Beifall an diesem Abend: „Suite 107“ kam bei den Leuten gut an. Auch Carrington und Cosler fühlten sich vor semi-heimischem Publikum (die Sängerin stammt gebürtig aus der Vechtegemeinde) wohl. „Es ist toll, wieder hier zu sein“, befand Cassy Carrington. Und „ihr Herr Cosler“ war vom Steinway-Flügel im Alten Rathaus vollkommen hin und weg. „Das schönste Klavier, an dem wir bisher gespielt haben!“

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