Ferienspiele
Schwammstaffel und Toilettensushi

Schöppingen -

Graue Wolken hängen am Mittwochmorgen über Schöppingen. Michael Saar blickt Richtung Himmel. „Wäre ja schön, wenn das Wetter mitspielen würde“, sagt der Organisator der Ferienspiele – und klingt dabei wenig zuversichtlich.

Donnerstag, 09.07.2015, 08:07 Uhr

Jeder Schritt will wohlbedacht sein: Denn die Bretter dürfen sich nicht senken, sonst ist das Spiel verloren.
Jeder Schritt will wohlbedacht sein: Denn die Bretter dürfen sich nicht senken, sonst ist das Spiel verloren. Foto: Anne Alichmann

„Aber na ja, es heißt ja nicht umsonst Regenrallye “, fügt er lachend hinzu. Die Erfahrung hat schließlich gelehrt, dass die seit vielen Jahren stattfindende Bauernolympiade gerne mal ins Wasser fällt . . .

Saar steht an diesem Morgen in einem kleinen Wäldchen an der Vechte . Über den Fluss haben er und seine Mitstreiter mehrere Seile gespannt. Die Mädchen und Jungen sollen sich dort mit ihrer Kletterausrüstung einhaken und so über die Vechte sausen – ganz knapp über der Wasseroberfläche. Abenteuer pur! Noch ist allerdings kein Ferienspielkind in Sicht. Die Station an der Vechte ist eine der hinteren – von insgesamt zehn, die es auf dem etwa fünf Kilometer langen Rundkurs durch Heven zu absolvieren gilt.

Am Vorfluter nahe dem Feuerlöschteich ist dagegen schon Action angesagt. Die Gruppe „ Mario Kart “ – die Namen durften sich die Kinder selbst aussuchen – hat sich zu einer Staffel aufgestellt. Die Aufgabe: mithilfe von drei Schwämmen möglichst viel Wasser innerhalb von zwei Minuten aus dem Bach in einen Eimer transportieren. Das klappt bei der Truppe wunderbar: „Der Eimer ist gleich schon voll“, verkündet der Junge, der für das Auswringen zuständig ist. „Da geht aber noch was“, ruft die Mannschaftskollegin neben ihm. Am Ende sind es 11,1 Liter, die das Team geschafft hat. Stolze Leistung!

Die vollbringt auch die Jungengruppe eine Station weiter an der Reithalle Sieverding. Jeweils zwei Kinder stellen sich hier auf eine Holz-Seil-Konstruktion – von einem Ferienspielvater selbst gebaut – und balancieren aufeinander zu. Dabei dürfen sich die Bretter nicht senken – was nur funktioniert, wenn sich die Belastung auf beiden Seiten die Waage hält. „Jannis, noch einen Schritt vor“, weisen die aufmerksamen Beobachter ihre Teamkollegen an. „Eric, jetzt du noch etwas.“ Die beiden Jungen beweisen Geschick: Sie können sich in der Mitte abklatschen.

Körpergefühl, Schnelligkeit, Teamgeist und Köpfchen sind auch an den weiteren Stationen gefragt. Da gilt es zum Beispiel, Tennisbälle in einen schwingenden Eimer zu bugsieren, Papierflieger zu konstruieren oder beim „ Toilettensushi “ einen Turm aus Papierrollen zu bauen – mit langen Stäben. Keine Frage: Die Ferienspielbetreuer haben mal wieder ziemlich viel Kreativität bewiesen.

Am Ende der Route landen die Kinder dort, wo sie angefangen haben: an der Reithalle in Heven. Hier stehen dann noch Brennball und Völkerball auf dem Programm. Eine Betreuerin fasst das Tagesziel treffend zusammen: „Ganz viel Bewegung an der frischen Luft.“ Ob mit Regen oder ohne.

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