Kubb
Auf zur WM im Wikingerschach

Schöppingen -

Wenn es nach ihm ginge, könnte das Kubb-Turnier heute schon starten. „So langsam habe ich genug vom Training“, sagt Daniel Mol und lacht. Drei bis vier Stunden steht er momentan täglich auf dem Rasen und übt sich im Wikingerschach. Schließlich will er in Topform sein, wenn er nächste Woche in Schweden die Wurfhölzer schwingt. Es ist ja nicht irgendein Wettbewerb, bei dem der Schöppinger antritt. Es ist immerhin die Weltmeisterschaft.

Samstag, 25.07.2015, 10:07 Uhr

Die „Woodsnipers“ sind eigentlich zu elft und kommen aus Schöppingen und der Umgebung; das hier ist die „Fraktion“ aus der Vechtegemeinde (v.l.): Daniel Mol, Lukas Mol, Michaela Schmeddes, Christian Schmeddes, Nina Schmeddes, Kathrin Mol und Celina Mol.
Die „Woodsnipers“ sind eigentlich zu elft und kommen aus Schöppingen und der Umgebung; das hier ist die „Fraktion“ aus der Vechtegemeinde (v.l.): Daniel Mol, Lukas Mol, Michaela Schmeddes, Christian Schmeddes, Nina Schmeddes, Kathrin Mol und Celina Mol. Foto: Anne Alichmann

Eigentlich gehört Daniel Mol zu den „Woodsnipers“ aus Schöppingen – er selbst hat das Team vor zehn Jahren mitgegründet. In Schweden tritt er allerdings mit dem Team „Astra la Vista“ an. Das besteht aus zwei Spielen aus Ascheberg, zwei Mitstreitern aus Tangstedt und einem „Woodsniper“, der in Amsterdam lebt.

Die offizielle deutsche Kubb-Nationalmannschaft also? Nicht so ganz, die gibt es in dem Sinne gar nicht. Bei der Weltmeisterschaft treten mehrere Mannschaften aus Deutschland an. Man muss sich dafür auch gar nicht speziell qualifizieren – sondern einfach nur rechtzeitig anmelden.

158 Teams haben das in diesem Jahr getan und gehen am kommenden Wochenende auf der Insel Gotland an den Start. Die meisten von ihnen kommen aus Schweden, aber auch aus Norwegen, Belgien, der Schweiz und eben Deutschland. 32 Mannschaften – die besten aus dem vergangenen Jahr – sind schon jetzt für den zweiten Wettbewerbstag gesetzt, die anderen 126 müssen sich am Freitag erst noch beweisen. Sie spielen in 32 Gruppen gegeneinander – und nur das jeweils erstplatzierte Team kommt weiter und darf am nächsten Tag wieder aufs Feld. Und das möchte Daniel Mol unbedingt. „Den Samstag noch zu erleben, das ist mein Minimum-Ziel“, sagt der Schöppinger. Der erfahrene Spieler hat durchaus Ehrgeiz. „Platz 20 bis 32 wäre drin“, schätzt er mit Blick auf seine Mannschaftskollegen.

Einige gegnerische Teams kennt der Schöppinger bereits. Schließlich ist er mit den „Woodsnipers“ häufiger bei Wettbewerben – zuletzt gewannen sie die niederländische Meisterschaft. Da hat man viel Gelegenheit, die anderen Teams zu studieren. „Ich suche natürlich nach Schwachstellen bei meinem Gegner und stelle mich darauf ein“, sagt Daniel Mol.

Denn Kubb lebt von Strategie und taktischen Kniffen. „Da kann man sich bei anderen auch viel abgucken“, erzählt der 35-Jährige. „Vielleicht kann ich auch dieses Mal ein paar neue Ideen mit nach Hause nehmen.“ Und so wäre der Schöppinger auch nicht allzu enttäuscht, wenn es nicht für einen der ganz vorderen Plätze reichen würde. „Das überhaupt miterleben zu dürfen, ist schon klasse.“

Bei den anderen „Wood­snipers“ hat es in diesem Jahr terminlich nicht geklappt – leider. „Wir funktionieren als Mannschaft sehr gut“, sagt Daniel Mol, „wir kennen uns einfach.“ Jeder Einzelne habe seine Stärken, auf die sich die anderen verlassen könnten. Und sie haben schon jede Menge Erfahrung gesammelt – schließlich gibt es die „Woodsnipers“ seit zehn Jahren.

Gegründet haben Daniel Mol und seine Frau Kathrin das Team seinerzeit nach einem Urlaub mit Verwandten. Tante und Onkel spielten Kubb – und steckten die anderen gleich damit an. Das ist es auch, was die Mols und ihre Teamkollegen am Wikingerschach mögen: „Es ist ein Familienspiel“, sagt Kathrin Mol, „generationsübergreifend.“ Auch der Nachwuchs steht schon mit auf dem Feld – Sohn Lukas ist gerade mal sechs Jahre alt und wirft das Holz schon wie ein Profi.

In diesem Jahr tritt Daniel Mol also ohne seine Mitstreiter aus Schöppingen an – aber wer weiß, vielleicht ergibt sich in der Zukunft noch einmal die Gelegenheit. „Das wäre schon was . . .“

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