Umwelttag
Kinder ärgern sich über Müll

Schöppingen/Eggerode -

„Iiiih, eklig!“, schallt es durch den Stadtpark. Eine zweite Stimme schimpft: „Umweltverschmutzung!“ Mit Feuereifer haben sich am Samstagvormittag die Pfadfinder mit Handschuhen, Warnwesten und Müllgreifern auf den Weg gemacht, ihre Gemeinde ein Stück weit vom Unrat zu befreien. 27 Vereine und Initiativen, Veraltungsmitarbeiter und Bürger beteiligten sich erneut am traditionellen Umwelttag.

Montag, 21.03.2016, 06:03 Uhr

Mit einem Anhänger karrten die Haverbecker Schützen den Müll weg. Auch die Eggeroder halfen und die Pfadfinder machten auch das Wasser im Stadtpark sauber.
Mit einem Anhänger karrten die Haverbecker Schützen den Müll weg. Auch die Eggeroder halfen und die Pfadfinder machten auch das Wasser im Stadtpark sauber. Foto: Sabine Sitte

Die Kinder sind empört über den Dreck, den andere achtlos in die Rabatten und das Bachbett geworfen haben. Mit den langen Greifern fischen sie Flaschen, Dosen und Papier aus dem Wasser. Ein kleiner Frosch springt erschreckt von dannen. Überbleibsel längst vergangener Grillfeten landen in den blauen Mülltüten.

Der siebenjährige Elias bittet Gruppenleiter Nico Lütke-Wenning um einen „Wassermüllsack“. Wer Gummistiefel trägt, wagt sich ins kalte Nass. „Statt Gruppenstunde sind wir heute Morgen hier unterwegs“, sagt Lütke-Wenning. Die Aktion ist gut besucht. Immerhin haben die Osterferien bereits begonnen und auch das Wetter zeigt sich vernieselt kühl. Ein kleiner Trost: Das Pfandgeld der gefundenen Flaschen und Dosen wandert in die Pfadfinder-Spardose.

Im Außenbereich Schöppingens trägt ein Trupp des Bürgerschützenvereins gerade die letzten Müllsäcke zusammen. „Wir rufen beim Bauhof an, die sammeln das nachher ein“, sagt Ralf Tummel und lobt die gute Organisation. Über den Müll, den sie vor allem auf dem Parkplatz an der Gaststätte Woestmann gefunden haben, schütteln die Männer mit dem Kopf und nennen den Ort „Mistentladungsstelle“. Dirk Wöstmann weiß: „Vor allem leere Flaschen und Fast-Food-Verpackungen von Schnellimbissen werden hier von den Autofahrern entsorgt.“

Die Haverbecker Schützen haben einen anderen Eindruck. Sind die Bürger umweltbewusster geworden? „In diesem Jahr haben wir etwa ein Drittel weniger Müll vorgefunden“, schätzt Hubert Niehoff. „Aber schreiben Sie das besser nicht“, sagen die Männer. Ihre Sorge: „Dann kommen im nächsten Jahr vielleicht weniger Freiwillige.“ Anderseits: Warum soll nicht von einem positiven Trend berichtet werden? Dass trotzdem noch zu viel Unrat die Gemeinde verschandelt, beweist ein Besuch auf dem Wertstoffhof.

Ein Frontlader entsorgt eine volle Schaufel gesammelten Abfall in den Restmüll-Container. Die Haidberger Nachbarschaft ist mit schwerem Gerät angerückt. Doch das sei bereits die dritte Ladung, berichten die Männer, die sich als Vorreiter des Umwelttages sehen. Bereits vor etwa 30 Jahren habe der inzwischen verstorbene Heinz Eckrodt eine solche Initiative auf dem Haidberg ins Leben gerufen. „Die Gemeinde hat sich drangehängt“, scherzen sie.

Auf dem Bauhof koordiniert Klaus Potthoff den Ablauf am Umwelttag. Er ist schon seit Jahren dabei und resümiert: „Pfandflaschen landen längst viel weniger im Müll. Bücken lohnt sich heutzutage.“

Zur Mittagszeit trudeln viele der freiwilligen Trupps im Gerätehaus der Feuerwehr ein. Hier wartet eine heiße, deftige Gulaschsuppe auf die hungrigen und durchgefrorenen Helfer.

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