„Klaro“ begeistert im Alten Rathaus
Von Feelgood bis Freestyle

Schöppingen -

Etwas 20er-Jahre-Swing, hochkomplexe Rhythmen und zeitgenössische, europäische Einflüsse, die sich unüberhörbar durch jede Nummer ziehen – eine gewagte Kombination. Aber gerade diese Mischung ist das Erfolgsrezept von „Klaro“, dem renommierten Jazzquartett von Altsaxofonistin Karolina Strassmayer und Drummer Drori Mondlak.

Montag, 04.04.2016, 06:04 Uhr

Geführt von Altsaxofonistin Karolina Strassmayer begeisterte das Jazz-Quartett „Klaro“ im Alten Rathaus.
Geführt von Altsaxofonistin Karolina Strassmayer begeisterte das Jazz-Quartett „Klaro“ im Alten Rathaus. Foto: Yannick Dietrich

Strassmayer und Mondlak ziehen immer wieder „richtig dicke Fische“ der internationalen Jazzszene an Land, um gemeinsam mit ihnen Konzerte zu geben. Beim Gig im Alten Rathaus komplettierten am Samstag Vibrafon-Legende David Friedmann und Top-Bassist Thomas Stabenow das Quartett.

Und der lange Jazz-Abend startete direkt mit einer Premiere: Den Opener mit modernen Rhythmen und außergewöhnlichen Klangfarben komponierte Karolina Strassmayer, Mitglied der WDR Big Band Köln, nur zwei Tage vor dem Konzert. Sofort zeigten sich die Qualitäten der vier herausragenden Jazzer: Allesamt sind nicht nur extrem fit an ihren Instrumenten, sondern verstehen es auch meisterlich, sich selber und den jeweils anderen in Szene zu setzen. Egal, ob bei rasanten Solo-Passagen oder im melancholischen Tutti, alle vier zeigten immer vollen Einsatz und hatten sichtlich Spaß an der Musik.

Die Stücke von „ Klaro “ sind vor allem geprägt von hochkomplexen Rhythmus-Verschiebungen, die im einen Moment willkürlich auseinanderzulaufen scheinen aber nur Sekunden später perfekt ineinandergreifen. Besonders Schlagzeuger Drori Mondlak und der amerikanische Vibrafonist Friedmann sorgten zeitweise für dieses kreative Chaos, durch das es nie langweilig wurde.

Unterstützt vom Bassisten Thomas Stabenow konnte Karolina Strassmayer am Altsaxofon dann eindrucksvoll zeigen, was sie in ihrer prägenden Zeit in New York gelernt hat: Mit unglaublich vielfältigen Klangfarben von butterweich bis rau und kratzig spielte die Österreicherin ein beeindruckendes Solo nach dem anderen. Nicht zuletzt dafür hat sie die amerikanische Jazzpresse zu den „Top Five Altsaxofonisten” gewählt.

Höhepunkt des Abends aber war zweifelsohne die „Fanfare From Another World“. Inspiriert von einer Kassette mit Julian Edwin „Cannonball“ Adderley und Miles Davis, die Karolina Strassmeyer als Teenager zum Jazz brachte, erinnert die Komposition an ihre frühen musikalischen Gehversuche. Bei dieser letzten Nummer verausgabten sich die Saxofonistin und ihre Kollegen noch einmal vollends und bündelten alle Qualitäten, die sie zuvor gezeigt hatten. Ganz zur Begeisterung des Publikums. Mit jeder Menge Energie und guter Laune ging so ein herausragender Jazz-Abend im Alten Rathaus zu Ende.

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