Frühlingsfest
Wenn die Männer in die Hände spucken

Schöppingen -

Bunte Seifenblasen fliegen hoch über den Ort, am Gehsteig an der Hauptstraße halten die Pfadfinder das Stockbrot in die Gluthitze ihrer Feuerschale und vor dem Alten Rathaus bezwingen die Jüngsten den Bullen im wilden Ritt. Das Frühlingsfest lockte am Sonntag unzählige Besucher ins Vechtestädtchen.

Montag, 18.04.2016, 10:04 Uhr

Ein Auge auf, das andere zu. So zielt dieser Junge mit dem Bogen genau. Vor allem für die Kleinen gab es wieder ein sehr abwechslungsreiches Programm.
Ein Auge auf, das andere zu. So zielt dieser Junge mit dem Bogen genau. Vor allem für die Kleinen gab es wieder ein sehr abwechslungsreiches Programm. Foto: Sabine Sitte

„Möchtest du es auch mal probieren?“, fragt Rudi Krechting den Jungen, der seit einer guten Weile das Treiben am Stand der Bogenschützen beobachtet. „Wenn ich darf“, antwortet Julian. Geduldig erklärt Krechting dem Elfjährigen die Grundregeln des Sports. Die getakteten Positionen zum Anspannen, Heben, Ankern und Lösen der Sehne sind weit entfernt vom Schuss mit Flitzebogen und Holzpfeilen aus Kindertagen.

Die erst vor wenigen Tagen gegründete Bogensport-Abteilung des ASC erfreut sich großen Interesses. „Wir haben unglaublich viel Zuspruch von Frauen erhalten“, weiß Rudi Krechting, der gemeinsam mit seinem Bruder Andreas als Übungsleiter die Bogenschützen anleiten wird.

Nun spannt Julian den Bogen, zieht seinen Arm weit nach hinten bis die Sehne den Mundwinkel berührt und lässt den Pfeil in hohem Bogen durch die Lüfte schwirren. Treffer! Wenn auch nur mit neun Metern Entfernung mit leeren Plastikflaschen und einen Luftballon als Ziel, haben sich zum Frühlingsfest neben Julian bereits einige Talente ausmachen lassen.

Ganz andere Fähigkeiten brauchen die Reiter, die sich mutig in den Sattel des Bullen schwingen. Der sechsjährige Friedrich hat kaum eine Chance. Nach einem wilden Ritt fällt er kopfüber auf die weiche Matte und warnt nun alle Wartenden: „Das hier ist sehr gefährlich und ziemlich schnell.“

Auf Talentsuche ist auch die Feuerwehrkapelle. „Wir können immer neue Musiker gebrauchen“, sagt Christian Spiecker mit Blick auf Jan Gausling, der kräftig in die glänzende Posaune bläst.

Wie in jedem Jahr hat die Meile in der Innenstadt ein vielfältiges Programm für zu bieten. Die Jüngsten graben im feinen Sand nach wertvollen Steinen, verwandeln sich am Schminkstand in gefährliche Raubtiere oder drehen hoffnungsvoll am Glücksrad.

Die Männer umrunden die Schlepper-Parade der „Wilden Kolben“ und die Frauen stöbern im „Frauentreff“ und am Büchermarkt nach Schnäppchen und Lesefutter. Wer Freude an Dekoration und schönen Dingen hat, findet in der Ausstellung des Heimatvereins zahlreiche Anregungen: „Der gedeckte Tisch“ in der Alten Küsterei verlockt zum Verweilen und Nachahmen.

Zum stündlichen Tauzieh-Duell der Vereine finden alle wieder zusammen. Eine Münze fliegt hoch in die Luft und „Kopf oder Zahl“ entscheiden über die Seitenwahl. Die Männer spucken noch einmal in die Hände und umfassen das dicke Tau. „Los geht’s“ ruft Schiedsrichter Rolf Dirksen , und zu viel Jubel und Geschrei kämpfen die Mannschaften in jeweils drei Runden um den Sieg.

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