Musikerduo Sebastian Lambertz und Nenad Lečić spielt im Alten Rathaus
So klingt der Sommer

Schöppingen -

Wie klingt der Sommer? Von beschwingter Leichtigkeit bis zu tosendem Selbstbewusstsein reichte die musikalische Palette des „Summerwind“-Konzerts am Donnerstagabend. Klarinette und Klavier: Das Musikerduo Sebastian Lambertz und Nenad Lečić überzeugte mit einem facettenreichen Klangerlebnis. Der Freundeskreis Schöppinger Konzerte und die Volkshochschule hatten als Partner des Internationalen Holzbläser-Festivals in das Alte Rathaus eingeladen.

Samstag, 06.08.2016, 06:08 Uhr

Für ein facettenreiches Klangerlebnis sorgten Sebastian Lambertz mit der Klarinette und Nenad Lečić am Klavier.
Für ein facettenreiches Klangerlebnis sorgten Sebastian Lambertz mit der Klarinette und Nenad Lečić am Klavier. Foto: Sabine Sitte

Für manchen Gast an diesem Abend war ein solcher Konzertbesuch zwar Premiere – doch mögliche Berührungsängste vor klassischer Musik und großen Komponisten schwanden schnell: Fröhlich verspielt flatterten die ersten Klarinettentöne durch den Saal, sanft getragen vom leisen Spiel des Klaviers. Mit einer Sonate für beide Instrumente aus der Feder Aaron Coplands eröffneten Sebastian Lambertz ( Klarinette ) und Nenad Lečić (Klavier) das diesjährige Spiel mit dem „Sommerwind“.

Alle zwei Jahre lädt die Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit (GWK) zum europäischen Festival der Holzbläser ein. Ob Klassik, Crossover oder Weltmusik: Im Fokus steht immer auch das Spiel an ungewöhnlichen Orten in vielfältigen Ensemblebesetzungen. „So lassen sich viele neue Klänge entdecken“, sagte Susanne Schulte. Die Intendantin der GWK schwärmte: „Vielleicht schwingt bei dem einen oder anderen Musikstück heute Abend auch ein wenig die Geschichte Ihres wunderbaren historischen Rathauses mit.“

Der Amerikaner Copland war an dem Abend der jüngste der vier Komponisten. „Mit unserem Repertoire möchten wir einen weiten Bogen über die musikalische Literatur und Stilistik für das Duo Klarinette und Klavier schlagen“, erklärte Sebastian Lambertz dem Publikum. Auf dem Programm standen auch Stücke von Carl Maria von Weber, Paul Hindemith und Max Reger. Regers Musik, „voll gepackt mit komplexer Harmonik“, so Lambertz, brauste mit gewaltigen Klängen empor, verlor sich für Momente in tänzelndem Drei-Viertel-Takt eines Pianofortes und fand schließlich zu kräftigen Tönen zurück.

Ganz anders Paul Hindemiths Musik: Der Künstler selbst habe sie als „used music“ – Gebrauchsmusik – bezeichnet, sagte Lambertz. „Hindemith hat versucht, seine Kompositionen auch Laienmusikern zum Nachspiel zugänglich zu machen.“

Mit einem musikalischen Ausflug in die romantische Epoche der Musikgeschichte entführte Carl Maria von Webers „Grand Duo concertant“. Der Komponist, bekannt durch Werke wie „Der Freischütz“ und „Aufforderung zum Tanz“, hat laut Lambertz „als Erster den Dialog zwischen Klarinette und Klavier als gleichberechtigt anerkannt“. Webers Musik verzauberte mit einem temporeichen Wechsel zwischen lockendem Übermut und sanfter Sinnlichkeit zu einem harmonischen Gleichklang und furiosen Schlussakkord.

Die Zuhörer waren sich einig: Mehr davon! Mit drei jazzigen Zugaben bedankten sich die Künstler Lambertz und Lečić bei ihrem Publikum.

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