Pastor Böckers nahm eine Stunde lang Gratulationen zum runden Geburtstag entgegen
Glückwünsche und Ständchen

Schöppingen -

Kirchenmusikerin Christa Teltenkötter hebt dirigierend die Hände und sorgt so für die Einsätze der Gäste beim dreistimmigen Kanon. Der sangesbegeisterte Pastor Wolfgang Böcker möchte am liebsten mit einsteigen, doch er muss sich zurückhalten: Schließlich singen ihm die Gäste ein Ständchen anlässlich seines 80. Geburtstags.

Montag, 15.08.2016, 08:08 Uhr

Viele Schöppinger gratulierten Pastor Wolfgang Böcker zum 80. Geburtstag.
Viele Schöppinger gratulierten Pastor Wolfgang Böcker zum 80. Geburtstag. Foto: Rupert Joemann

Bevor es soweit war, nahm Böcker am Freitagabend rund eine Stunde lang die Glückwünsche in der Alten Küsterei entgegen. „Ursprünglich hatte ich vor, nichts zu machen“, sagte der Jubilar. Doch das ging (natürlich) nicht. Da hätten sich die Gratulanten wohl an seiner Wohnung die Klinke in die Hand gegeben.

Wie zum Beispiel Michael Kortüm . Er gratulierte gleich für zwei Vereine: Den Schalke Fanclub Blau-Weiße Vechte und die Schützenbruderschaft St. Peter und St. Paul. Kortüm erzählte eine Anekdote, die so typisch für Böcker ist: Bei einem Dankeschön-Abend für die Pfarrfest-Helfer kam man über Fußball ins Plaudern. Die Schalker Fans boten dem Pastor an, mit ins Stadion zu fahren. „Er hat sich eine Vertretung für die Abendmesse gesucht und ist mitgefahren“, sagte Kortüm. Es war das Derby gegen Dortmund. „Wie das Spiel ausgegangen ist, sage ich lieber nicht“, so Kortüm schmunzelnd.

Wolfgang Böcker ist gerne unter Menschen, mittendrin im Ort. „Er hat einen herrlichen Humor“, sagte Doris Limberg, die zusammen mit Hildegard Kolodzie, Margret Kockmann und Helga Wolbeck für das Gemener Küsterteam gratulierte. Das bestätigten auch die Mitglieder des Prinzenrats. Wolfgang Böcker hätte immer tolle Reden gehalten, so die Karnevalisten.

Aber auch die junge Generation gratulierte dem Pastor. So wie die Messdiener. „Er ist immer für uns da“, sagte Dominik Gausling von der Leiterrunde. Und damit meinte Gausling nicht nur die traditionelle Einladung zum Essen, für diejenigen, die zehn Jahre Messdiener sind. „Wir wollen Präsenz zeigen“, so Anne Große Leusbrock von der KLJB Gemen. Das mache Pastor Böcker auch immer.

Da pflichtete ihr Eva Speckmann von der Gemener Theatergruppe bei. Selbst zur Generalprobe sei er gekommen. Und als der Gemener Kirchenchor einen Ausflug an die Nordsee unternahm, stimmte Wolfgang Böcker nach dem Morgengebet im Bus prompt ein Seemannslied an.

Dass Wolfgang Böcker sich noch lange ins Schöppinger Leben einbringen möchte, zeigte der Pastor mit einem Gedicht von Wilhelm Busch, das er den Gästen vortrug: Mit 70 aber hofft man still: „Ich schaff‘ die 80, so Gott will. Wer dann die 80 biblisch überlebt, zielsicher auf die 90 strebt. Dort angelangt, sucht er geschwind, nach Freunden, die noch älter sind. Doch hat die Mitte 90 man erreicht – die Jahre, wo einen nichts mehr wundert -, denkt man mitunter: ,Na – vielleicht schaffst du mit Gottes Hilfe auch die 100!‘“

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