Zeltlager der Pfadfinder Schöppingen
Auf die Menge kommt es an

Schöppingen -

Neun Kilo Kartoffeln, 120 Fischstäbchen, vier Kilo Spinat: Wenn bei den Schöppinger Pfadfindern eines ihrer Lieblingsgerichte auf dem Essensplan steht, hat Koch Bernd Oettigmann im Küchenzelt alle Hände voll zu tun. Schließlich soll jeder satt werden. Und je aufreibender die Aktivitäten, desto größer ist nicht nur der Hunger, sondern auch der nötige Einsatz an den Gaskochern.

Freitag, 19.08.2016, 06:08 Uhr

Alle Hände voll zu tun gibt es im Küchenzelt der Pfadfinder nicht nur für Koch Bernd Oettigmann (oberes Bild, r.) sondern auch für die vielen Teilnehmer. Bei der Zubereitung des „Erdhähnchens“, das später im Boden gegart wird, helfen die Kinder besonders gerne. Ein Klassiker ist auch das Popcorn, bei dem mit zwei alten Küchensieben die Körner über dem Feuer zum Platzen gebracht werden.
Alle Hände voll zu tun gibt es im Küchenzelt der Pfadfinder nicht nur für Koch Bernd Oettigmann (oberes Bild, r.) sondern auch für die vielen Teilnehmer. Bei der Zubereitung des „Erdhähnchens“, das später im Boden gegart wird, helfen die Kinder besonders gerne. Ein Klassiker ist auch das Popcorn, bei dem mit zwei alten Küchensieben die Körner über dem Feuer zum Platzen gebracht werden. Foto: Pfadfinder Schöppingen

Das erfordert die passende Ausrüstung für das knapp 24 Quadratmeter große Küchenzelt : Vier Gaskocher, einen 50-Liter-Topf, riesige Pfannen und mehrere 30- und 40-Liter-Gefäße stehen für den Koch der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg Schöppingen dort während des Zeltlagers bereit. Und genügend Hände gibt es meistens auch. „Ich hole mir immer ein paar Helfer, etwa zum Schälen, dazu. Wenn Kinder zum Beispiel Heimweh haben, ist das eine gelungene Abwechslung“, sagt der Schöppinger Bernd Oettigmann. 2010 stand Oettigmann das erste Mal für die Pfadfinder an den Gaskochern, seit 2013 ist er durchgehend als Koch mit dabei. „Es macht einfach riesigen Spaß. Man ist den ganzen Tag draußen und hat immer etwas zu tun.“ Zuvor fuhr Oettigmann schon viele Jahre als Teilnehmer sowie danach als Leiter mit ins Zeltlager.

Zwar kocht der 30-Jährige auch Zuhause gerne. Doch die Mengen, die während der Ferienfreizeit auf dem Einkaufszettel stehen, sind auch für ihn eine Herausforderung. Allerdings durchaus eine, die zu meistern ist, wie Oettigmann berichtet. „Man muss nur daran denken, mit allem früh genug anzufangen“, sagt er. Allein 300 Gramm Kartoffeln rechnet der Koch pro Person für ein Abendessen. „Bei Kartoffeln mache ich immer etwas mehr. Dann bleibt noch etwas über für Bratkartoffeln am nächsten Tag.“ Da gibt es dann „Schnibraka“ – Schnitzel mit Bratkartoffeln.

Das erfordert schon vor Lagerbeginn einiges an Planung. Konserven kaufen die Organisatoren im Vorfeld ein, Kartoffeln, Zwiebeln und Fleisch holen sie frisch vor Ort. Bei den Essensplänen orientieren sie sich an den Vorjahren. Als „solide Hausmannskost“ beschreibt Oettigmann die meisten Gerichte, die für das Abendessen zubereitet werden. Mittags gibt es meist Brot und die Reste vom Vortag.

Richtige Pannen gab es im Kochzelt der Pfadfinder bislang noch nicht. „Vor einigen Jahren haben wir uns mal in der Menge vertan. Da haben wir anstatt für 20 Leute für 60 gekocht“, erinnert sich Oettigmann. War es mal zu wenig, mussten nachträglich noch Brote geschmiert werden. Doch mit der Zeit entwickle man ein Gefühl für die Mengen.

Abends am Lagerfeuer wird dann auch mal experimentiert. Bei allen beliebt ist etwa „Erdhähnchen“, ein im Boden gegartes Hähnchen (siehe Kasten). Zum ersten Mal gab es in diesem Jahr auch Lagerfeuerpizza. „Wir haben die Pizza mit Gusspfannen auf einer Feuerschale gebacken“, erklärt Oettigmann. Mit zwei Küchensieben haben sie zudem eine „Popcornmaschine“ für das Lagerfeuer gebaut. So wird selbst der abendliche Snack noch frisch zubereitet.

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