Schöppinger Grillmeisterschaft
Der richtigen Temperatur lauschen

Schöppingen -

Die Waschmaschinen-Trommel dreht sich zwar nicht mehr, aber nutzlos ist sie nicht – im Gegenteil. Im selbst nachgebauten Vertical-Smoker, einem ehemaligen 200-Liter-Ölfass, lagert in der Trommel die brennende Kohle. Familie Heinker bildet mit drei Freunden das Team Schöppinger Mountain Griller. Beim Apfelfest am Sonntag (18. September) will der amtierende Schöppinger Grillmeister seinen Titel verteidigen.

Freitag, 16.09.2016, 06:09 Uhr

Die Titelverteidigung kann beginnen. Saskia Heinker und ihre Mutter Elisabeth haben schon die Fahne herausgeholt.
Die Titelverteidigung kann beginnen. Saskia Heinker und ihre Mutter Elisabeth haben schon die Fahne herausgeholt. Foto: Rupert Joemann

Was sie auf den Grill legen, das verraten die Heinkers nicht. Im vergangenen Jahr gewannen sie mit flambierten Bananen mit Mandelkrokant sowie Kirsch-Tramezzini als Dessert (Toastbrot mit einer Quark-Kirsch-Creme). Auch vor Eis auf dem Rost machen sich die Heinkers nicht Bange.

„Unser Plan steht“, sagt der 29-jährige Marcel Heinker. Sein Tonfall verkündet Optimismus. Vier Gerichte zaubern die Teilnehmer in den Kategorien Variation vom Lachs mit Beilage, Flanksteaks mit Beilage, Schweinefilet mit Beilage und Dessert Freestyle, wobei ein Bestandteil vom Grill kommen muss, auf die Teller. Das Fleisch und den Fisch stellt die Veranstaltergemeinschaft aus Gemeinde, Initiative und Kulturring. Probieren dürfen nicht nur die drei Juroren, sondern auch die Besucher. „Die Jury bekommt aber die besten Stücke“, sagt Marcel Heinker schmunzelnd.

„Das Grillen ist das Hobby der Familie“, sagt Vater Bernhard Heinker. Ihn selbst hat die Leidenschaft 2007 gepackt. Mit seiner Frau Elisabeth besuchte der 56-Jährige als Zuschauer die Grillmeisterschaft in Gronau . Das war der Anfang. Mittlerweile sind die Schöppinger echte Experten.

Sogar ein Funkthermometer verwenden sie. Ein echtes Pulled Pork (Schweinenacken) kann schon mal 18 bis 24 Stunden auf dem Grill leicht vor sich hin brutzeln. Marcel Heinker erinnert sich noch an sein erstes Pulled Pork: „Da musste ich nachts alle zwei Stunden raus.“ Ähnlich wie beim Babyfon klingelt das Funkthermometer, wenn die Temperatur nicht mehr die eingestellte Höhe hat. Heute legt der 29-Jährige den Kohlering so perfekt, dass er wie ein Baby durchschlafen kann. „Der Kohlering funktioniert wie ein Domino“, sagt Mutter Elisabeth (57). Ein Stück zündet das nächste an.

„Das Pulled Pork gehört zu den heiligen Drei beim Barbecue“, erklärt Marcel Heinker. Die anderen beiden sind Spare Ribs und Beef Brisket (Rinderbrust), die ziehen etwa sechs beziehungsweise zehn bis 15 Stunden.

Doch bei Heinkers geht es auf dem Grill nicht immer kompliziert zu. Sie lieben auch das Flachgrillen. „Das ist nicht abfällig gemeint, sondern so heißen die flachen Stücke“, sagt Marcel Heinker. Also Nackensteaks, Würstchen und Co.

Neue Ideen holt sich die Familie aus Kochbüchern, bei Veranstaltungen oder im Internet. So tauscht sich Marcel Heinker mit Gleichgesinnten im Forum Barbecue-Piraten aus, seine Mutter stöbert dagegen bei der Grillguerilla.

„Wir stehen einfach gerne am Grill“, sagt Mutter Elisabeth. Im Garten haben sie dazu ausreichend Gelegenheit. Gleich drei Grills, zwei Kugelgrills und eine Lokomotive, stehen vor dem Zelt. Dazu kommt noch der Vertical-Smoker.

Im Zelt hängt an der Wand eine Teamfahne. Die Vorlage hat Tochter Saskia gezeichnet. Auf dem Tisch steht der Siegerpokal des vergangenen Jahres. Und der soll in diesem Jahr wieder auf den Schöppinger Berg – auch ohne den Einsatz einer Waschmaschinen-Trommel.

Auf fünf Seiten sind die Regeln für die Grillmeisterschaft aufgelistet. Dabei sind auch die Uhrzeiten für die Wertungen festgelegt. Die Gerichte dürfen maximal drei Minuten früher oder später serviert werden, ansonsten gibt es Punktabzüge.

► Die Wertungen sind um 12.30 Uhr (Variation vom Lachs), 13.30 Uhr (Flanksteaks), 14.30 Uhr (Schweinefilet) und 15.30 Uhr (Dessert).

► Die drei Juroren bewerten in den Kategorien Aussehen des Gesamtgerichts, optische Garstufe des Hauptbestandteils, Biss des Hauptbestandteils, Geschmack des Hauptbestandteils, Geschmack der Beilagen. Für jedes Kriterium können die Juroren maximal zehn Punkte vergeben. So ergibt sich pro Gang eine Höchstpunktzahl von 150. Das macht bei vier Gerichten zusammen 600 Punkte.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4306051?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F156%2F4848853%2F4848857%2F
Nachrichten-Ticker