Schule ohne Rassismus
Schüler der Sekundarschule wollen ein Zeichen setzen

Schöppingen -

Die Sekundarschüler gehen in die Offensive. „Wir wollen uns dafür einsetzen, etwas dagegen zu machen“, sagt Schülersprecher Tobias Ernst. Gemeint sind rassistische Äußerungen und fremdenfeindliche Aggressionen. Die Schüler wollen, dass die Sekundarschule Horstmar-Schöppingen eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wird, mit dazugehörigem Siegel.

Donnerstag, 02.03.2017, 06:03 Uhr

Gegen Rassismus wollen sich Sekundarschüler einsetzen.
Gegen Rassismus wollen sich Sekundarschüler einsetzen. Foto: Peter Steffen/dpa

In diesen Tagen verschicken die Zehntklässler E-Mails an Vereine, Firmen, Institutionen und Einzelpersonen. Darin werden die Adressaten gebeten, ein Statement gegen Rassismus abzugeben. Ziel ist es, möglichst viele Botschaften zu sammeln. „Wir hoffen auf viele Antworten“, so der Schülersprecher. Die sollen später in einer Präsentation genutzt werden, um auf das Thema in der Schule aufmerksam zu machen. Denn um „ Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage “ werden zu können, müssen mindestens 70 Prozent aller an der Schule Beteiligten eine entsprechende Erklärung unterschreiben – egal ob Fünftklässler, Schulleiter oder Sekretärin.

„Jeder muss deutlich machen: Das will ich nicht, das ist falsch“, sagt Tobias Ernst . Dabei lautet das Motto eher „wehret den Anfängen“ als auf bestehende Begebenheiten zu reagieren. Der 16-jährige Albaner Jajo erzählt von seinen Erfahrungen. „Die meisten sind normal und freundlich zu mir“, sagt der Laerer. Auch in der Fußball-Mannschaft des TuS Laer sei er gut aufgenommen worden. Einige seiner besten Freunde spielen in der Mannschaft.

Paten mit ins Boot holen

Angestoßen haben das Thema Zehntklässler, „perspektivisch sollen die 9er-Klassen das weiterführen“, sagt Schulsozialarbeiter Rainer Röttger. In den regulären Projektwochen sollen sich ab dem nächsten Schuljahr alle Schüler, von der Klasse 5 bis 10, in unterschiedlichen Schwerpunkten mit dem Thema beschäftigen. Am Ende der Projektwoche sollen dann die Ergebnisse der einzelnen Gruppen präsentiert werden. In diesem Jahr beschäftigen sich bereits die Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 während der Projektwoche vom 6. bis 10. März mit dem Thema.

„Das Siegel ist aber abgetrennt von der Projektwoche zu sehen“, erklärt Lehrer Andreas Heilborn. Denn für das Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist eine nachhaltige Arbeit erforderlich.

Zudem muss die Sekundarschule einen Paten mit ins Boot holen. Doch jetzt wollen die Schüler zunächst den ersten Schritt machen und möglichst viele Botschaften für ihre Präsentation sammeln.

Drei Fragen an: Tobias Ernst

Hast du persönlich in der Schule auch schon Erfahrungen mit Fremdenfeindlichkeit gemacht?

Tobias Ernst: Auf dem Schulhof ist es ruhig. Ab und zu fallen kleinere Sachen auf.

An der Schule sind auch einige Flüchtlingskinder. Wie ist der Umgang mit ihnen?

Tobias Ernst: Wir haben in unserer Klasse einige Flüchtlinge. Soweit ich das mitkriege, werden die gut aufgenommen. Jeder nimmt den anderen als Menschen wahr, nicht als jemanden einer anderen Kultur. Der gehört jetzt zu uns.

Ihr schreibt jetzt Personen und Gruppen an. Was glaubst du, wie die Resonanz sein wird?

Tobias Ernst: Sicherlich wird nicht jeder antworten. Dennoch hoffen wir auf viele Antworten.

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