Bundesverdienstkreuz für Alfons Körbel
Auf vielen Ebenen viel bewegt

Schöppingen -

Diese Auszeichnung hat Alfons Körbel verdient. Der Eggeroder erhielt am Mittwoch das Bundesverdienstkreuz (Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland) für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Wirken, vor allem im kulturellen Bereich.

Mittwoch, 05.04.2017, 17:04 Uhr

Eine besondere Würdigung: Aus den Händen von Landrat Dr. Kai Zwicker (l.) erhielt Alfons Körbel die Urkunde, seine Ehefrau Ingrid bekam einen Blumenstrauß. Mit beiden freuten sich Bürgermeister Franz-Josef Franzbach (r.) und Gäste..
Eine besondere Würdigung: Aus den Händen von Landrat Dr. Kai Zwicker (l.) erhielt Alfons Körbel die Urkunde, seine Ehefrau Ingrid bekam einen Blumenstrauß. Mit beiden freuten sich Bürgermeister Franz-Josef Franzbach (r.) und Gäste.. Foto: Rupert Joemann

Diese Auszeichnung hat Alfons Körbel verdient. Der Eggeroder erhielt am Mittwoch das Bundesverdienstkreuz (Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ) für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Wirken, vor allem im kulturellen Bereich. Landrat Kai Zwicker überreichte Körbel Urkunde und Medaille in einer Feierstunde im Alten Rathaus.

„Wir haben an vielen Projekten zusammen gearbeitet. Eins haben wir nicht umgesetzt gekriegt“, sagte der Eggeroder Pastor Stephan Wolf: den Kauf eines alten Pfarrhauses auf Mallorca. Das, so Körbels und Wolfs Idee, sollte vor etlichen Jahren zu einer Freizeit- und Urlaubseinrichtung werden. „Das lag aber nicht an uns, sondern am fehlenden Geld“, schob Wolf schmunzelnd nach.

Ansonsten ist Alfons Körbel jemand, der auf vielen Ebenen viel bewegt hat. Sein ehrenamtliches Engagement begann bei Westfalia Osterwick. Den Klub führte Körbel zehn Jahre lang als Vorsitzender. Das herausragende Projekt damals war der Neubau eines Sportheims. „Alfons Körbel hat es initiiert und mit realisiert“, sagte Landrat Kai Zwicker.

Der Umzug nach Eggerode erwies sich für den Wallfahrtsort als Glücksfall. Alfons Körbel hat es nie nur bei Reden belassen, sondern stets tatkräftig mit angepackt. Und eckte dabei, besonders wenn es um Kunst ging, auch schon mal an. „Ich habe einige Klatschen bekommen. Einige moderne Kunstaktionen waren provokant“, sagte Pastor Wolf, der sich stets hinter den Künstler Alfons Körbel stellte.

Alfons Körbel studierte von 1968 bis 1972 an der Kunstakademie Düsseldorf und war Schüler von Joseph Beuys. Das Logo, das seit 2001 für den Wallfahrtsort Eggerode steht, stammt von Körbel. „Mit ganz besonderer Hingabe widmen Sie sich der Kunst. So gehören Sie seit 1989 dem Welbergener Kreis an und waren von 1994 bis 2012 dessen stellvertretender Vorsitzender“, sagte Zwicker. Der Welbergener Kreis ist eine Künstlervereinigung, die regionale Ausstellungen organisiert. Körbel entwickelte Modelle für Eggerode, in denen kirchliches Leben und lebendige Gegenwartskunst zusammenfanden.

Seit 1990 gehört Alfons Körbel dem Pfarrgemeinderat an, zunächst in Eggerode, seit 2013 in der fusionierten Kirchengemeinde. Dass er außerdem noch als Lektor, Kollektant und Kommunionhelfer tätig ist, unterstreicht seine Nähe zur Basis.

Für viele Eggeroder ist Alfons Körbel erster Ansprechpartner. Er kennt sich in dem Dorf aus und weiß seine Kontakte zugunsten der Gemeinschaft zu nutzen. „Es ist nicht selbstverständlich, dass sich Menschen so einsetzen. Sie sind ein Vorbild für andere Menschen“, lobte Pfarrer Thomas Diedershagen Körbels Engagement.

Wie sehr Alfons Körbel die Entwicklung des Wallfahrtsorts mitgeprägt hat, zeigt sich schon daran, dass er Mitgründer des Heimatvereins (2001) und der Kreative Pro Eggerode (2006) ist. Alfons Körbel organisiert die jährliche Marienfestwoche und entwirft (natürlich) auch deren Plakate. Er lässt es sich aber auch nicht nehmen, selbst als Moritatensänger aufzutreten. In der Karnevalszeit steigt Körbel auch gerne in die Eggeroder Bütt. Der Kontakt zu den Menschen liegt ihm besonders am Herzen.

Doch das wäre alles nicht möglich, wenn Ehefrau Ingrid ihm nicht „immer den Rücken freihält“, so Bürgermeister Franz-Josef Franzbach. Sie hätte viele Stunden auf ihren Mann verzichten müssen. Sichtlich gerührt erinnerte Alfons Körbel an seine Kindheit. Der Vater sei seit Ostern 1943 im Zweiten Weltkrieg vermisst worden. „Die Rumpffamilie hat mich sehr geprägt“, sagte der Bundesverdienstkreuz-Träger. Viele Dinge hätten dazu beigetragen, „dass ich so geworden bin, wie ich bin“.

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