Sozialpädagoge ist für das Beschwerde-Management in der ZUE verantwortlich
Markus Wachter löst Probleme

Schöppingen -

Manchmal sind es die winzigen, ganz banal anmutenden Dinge, die großen Frust verursachen. „Und da hilft mitunter die Lösung auf dem kleinen Dienstweg, dass sich Problemchen nicht zu Problemen entwickeln“, sagt Markus Wachter. Der Sozialpädagoge in Diensten des Caritasverbandes Ahaus/Vreden ist seit dem 1. April zuständig für das Beschwerde-Management in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE).

Samstag, 20.05.2017, 15:05 Uhr

Mit Aushängen weist der Sozialpädagoge Markus Wachter die Flüchtlinge auf seine Sprechstunden in der Zentralen Unterbringungseinrichtung hin.
Mit Aushängen weist der Sozialpädagoge Markus Wachter die Flüchtlinge auf seine Sprechstunden in der Zentralen Unterbringungseinrichtung hin. Foto: Susanne Menzel

Die Bezirksregierung Münster hatte die Stelle zusammen mit der Verfahrensberatung – angelegt auf zwei Jahre – neu ausgeschrieben. Die Caritas hatte als Bewerber den Zuschlag erhalten.

Der gebürtige Bayer Markus Wachter ist ein Mann mit gelassener, ruhiger Mentalität. Einer, der bemüht ist, jedem Anliegen, das an ihn herangetragen wird, ernst zu nehmen und möglichst schnell wieder eine für alle zufriedenstellende Situation herzustellen.

Ansprechpartner ist er dabei für die ZUE-Bewohner, nicht für die Schöppinger Bevölkerung: „Für die ist die Bezirksregierung die richtige Anlaufstelle.“

Eine Schwangere, die aufgrund ihres Zustands keine Soßen mehr verträgt und um eine Änderung des Mahlzeitangebots bittet, Menschen, die wegen ihrer Herkunft eher Reis statt Kartoffeln bevorzugen – oder aber die Zusammenlegung verschiedener Nationalitäten auf einem Zimmer, die nicht besonders gut harmoniert: „Das sind bislang die Anliegen, die an mich herangetragen wurden“, listet Markus Wachter auf.

Jeden Fall muss er schriftlich dokumentieren – auf Papier sowie EDV-gestützt. „Wenn sich durch Gespräche keine Lösung herbeiführen lässt, leite ich die Vorgänge an die Bezirksregierung weiter“, erläutert der 50-Jährige das gängige Prozedere. Etwa, wenn Menschenrechtsbeschwerden an ihn herangetragen werden und sich jemand aufgrund seiner ethnischen Zugehörigkeit verfolgt fühlt.

„Ziel dieser Einrichtung ist es schließlich, den Menschen, die hier vorübergehend leben, ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen“, betont Markus Wachter: „Gleichzeitig ist der Bezirksregierung auch daran gelegen, Dinge, die vielleicht nicht so gut funktionieren, rechtzeitig zu erfahren und abstellen zu können. Nur so ist es möglich, auch eventuelle strukturelle Defizite aufzuarbeiten und zu verändern.“

Dreimal in der Woche bietet Markus Wachter in seinem Büro Sprechstunden an. Montags und dienstags ist seine Tür von 10 bis 12.30 Uhr, mittwochs von 12.30 bis 13.30 Uhr geöffnet. Sprachschwierigkeiten, so lächelt der Mann mit der Schirmmütze, gebe es keine: „Ich verstehe Deutsch und Englisch, mitunter geht’s auch mit Händen und Füßen. Oder die Menschen, die zu mir wollen, bringen eine Begleitung mit, die Englisch spricht und versteht. Das lief bisher immer recht unkompliziert ab.“

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