Früher/Heute-Werkstatt des Jugendheims Haltestelle
Kinder erhalten Einblick in altes Handwerk

Schöppingen -

Der Heimatvereins-Vorsitzende Wilhelm Münch staunt. In der Museumsscheune sitzt der elfjährige Jan Schulte-Althoff auf einem alten Lanz Bulldog und glänzt mit Fachwissen über alte Trecker. Jan Schulte-Althoff ist einer von rund 20 Teilnehmern an der Früher/Heute-Werkstatt des Jugendheims Haltestelle.

Samstag, 03.06.2017, 10:06 Uhr

Mit der Filmkamera festgehalten wurde auch das Gespräch zwischen Wilhelm Münch und dem elfjährigen Jan Schulte-Althoff.
Mit der Filmkamera festgehalten wurde auch das Gespräch zwischen Wilhelm Münch und dem elfjährigen Jan Schulte-Althoff. Foto: Rupert Joemann

Am Mittwoch waren die Teilnehmer einer Einladung des Heimatvereins Schöppingen gefolgt, um sich das alte Schmiedehandwerk und das Anfertigen von Holzschuhen anzuschauen. Dabei ist auch der münsterische Filmemacher Julian Isfort, der zusammen mit den Kindern einen Film über die Früher/Heute-Werkstatt dreht.

„Ich wollte wissen, wie es früher war, ob sich viel geändert hat“, sagt Jan Schulte-Althoff . In der Schule habe er schon erfahren, dass viele Tiere verschwunden seien, so der Elfjährige.

„Ich bin überrascht, wie viele Gegenstände die Kinder noch kennen“, sagt Wilhelm Münch . Alte Spinnräder, Aufschnittmaschinen, Wäschetrommel oder landwirtschaftliche Gerätschaften. Und natürlich diverses Zaumzeug für Tiere. „Die Mädchen, die voltigieren, wussten, dass einige davon nicht mehr erlaubt sind“, erzählt Wilhelm Münch schmunzelnd.

In der hinteren rechten Ecke der Museumsscheune zieht ein Junge an einem riesigen Blasebalg. Die Luft, beziehungsweise der Sauerstoff, heizt das Feuer unter der Fettkohle an. „Die Fettkohle wird nicht wie Grillkohle weiß und fällt auch nicht auseinander. Sie hält länger“, erklärt Reinhold Spicker. Der Schmied beaufsichtigt die Jungen, die selber das Eisen und den Hammer in die Hand nehmen dürfen.

Julius Böhle gefällt diese Station am besten: „Das ist kreativ. Man kann so viele unterschiedliche Sachen machen“, sagt er. Während Julius Böhle das Eisen hält, bearbeitet ein anderer Junge mit kräftigen Schlägen das Eisen. Reinhold Spicker unterbricht die beiden: „Du musst es auch einmal umdrehen, damit es gleichmäßig geformt wird“, erklärt der Fachmann.

In der anderen Ecke steht Wilhelm Kappelhoff. Er hat sich extra einen alten blau-weißen Arbeitskittel angezogen und einen Strohhut aufgesetzt. Mit einem alten Meißel und einem mindestens so alten Holzhammer schlägt er Späne aus einem Holzstück. Was es werden soll, ist schon zu erkennen: ein traditioneller Holzklotschen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4898459?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F156%2F
Kein Mitleid mit der Reihe eins
Kurt Krömer gießt Wasser ins Glas. Aber dabei bleibt es an diesem Abend nicht . . .
Nachrichten-Ticker