Blues Festival – der Sonntag
Zwischen Psychedelic und Rock

Schöppingen -

Gute Stimmung am Sonntag im Vechtebad. Schon die erste Band des Tages erwies sich als wahrer Knaller: The Grand East. Osten? Vom Münsterland her gesehen kommen die fünf Jungs aus dem Westen. Aus dem niederländischen Goor und Umgebung.

Dienstag, 06.06.2017, 06:06 Uhr

Gute Stimmung herrschte auf und vor der Bühne am Vechtebad. Zumal auch das Wetter mitspielte. Nur ein kurzer Schauer störte am Sonntag das musikalische Großereignis.
Gute Stimmung herrschte auf und vor der Bühne am Vechtebad. Zumal auch das Wetter mitspielte. Nur ein kurzer Schauer störte am Sonntag das musikalische Großereignis. Foto: Martin Borck

Das Quintett The Grand East ist erneut ein Beweis dafür, dass die Niederlande einen guten Nährboden für Bluesbands darstellen. Musikalisch beamten sie die Zuhörer zurück in die 60er-/70er-Jahre. Die Stimmung oszillierte zwischen psychedelisch und rockig. Zeitweise schien Ray Manzarek von den Doors höchstselbst hinter der Orgel zu sitzen. Sänger Arthur Akkermans gab krächzend die Rampensau. Aber sowas von! Die fünf Jungs gingen in ihrer Musik auf, die zwar abwechslungsreich ist, aber doch immer eine typische Handschrift trägt. Fünfviertel-Takt? Warum nicht, wenn alles andere in ihrer Musik den Blues und Bluesrock atmet, vielmehr dampft. Auch körperlich gaben die Musiker alles. Ein wahrer Spaß, diese Band zu erleben.

Louis Delgrès war der Name eines Freiheitskämpfers. Nach ihm hat sich das Trio mit Musikern aus Frankreich und Guadeloupe benannt. Gitarre, Schlagzeug und Sousaphon ist die nicht alltägliche Besetzung. Das dicke Horn übernahm die Basstöne und erweitert das Klangspektrum eines „normalen“ Bluestrios (Aber was ist schon normal?), indem es Geräusche erzeugt, die an ein Didgeridoo erinnern. Die Gitarre von Pascal Danae vermittelt karibische Leichtigkeit, die an die heutige Musik Westafrikas erinnert. Call-and-Response-Passagen mit dem Publikum wirkten bei Delgrès authentisch.

Etwas zu glatt geriet der Auftritt der AJ Ghent Band. Ja: Es gab funkige Passagen; doch der Eindruck wurde durch Phasen getrübt, die schon sehr gefällig waren. Wo war da die Tiefe? Wo die Ecken und Kanten? Wo der Blues? Er lag unter einer dicken Schicht Glitter verborgen. Da half auch nicht die Version von „Purple Rain“. Sie hatte zwar ihren Reiz, doch die Souveränität und Intensität eines Prince ging der Band doch ab. Interessant die Art und Weise, wie AJ Ghent seine achtsaitige Slidegitarre spielt: Er greift von oben. Sehr unorthodox, aber der Sound stimmte.

Bluesfestival – der Sonntag

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  • Sechs Bands standen auch am Sonntag auf der Bühne am Vechtebad. Foto: Martin Borck
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Hat der Blues Wurzeln auch in der irischen Folkmusik? Beim Auftritt von Ruthie Fosters Trio konnte man das fast glauben: Drummerin Samantha Banks nutzte nämlich in einem Stück tatsächlich Löffel als Perkussionsinstrumente – im Irish Folk typisch, im Blues dagegen selten. Ruthie selbst zeigte als Singer-Songwriterin ihre Qualitäten. Ihre warme Stimme voller Soul, ihr Gitarrenspiel unspektakulär, aber einnehmend. Im Verlauf des Auftritts groovte die Musik immer stärker. Diesen Puls griff das Publikum auf.

Gitarrist Erich Gales stand noch unter dem Eindruck der Terroranschläge in England. Er hatte ein Konzert in London gegeben, als dort der Transporter in die Menschen raste. „Und in Manchester wurden junge Menschen Opfer. Menschen, die – wie ihr heute Abend – einfach Musik hören wollten. Lasst uns ein Zeichen gegen den Hass setzen. Nur Liebe kann der Weg sein“, bat er um einen kurzen Moment des Gedenkens an die Opfer. Danach ging die Post ab: Sein Gitarrenspiel ist virtuos, doch gibt Gales auch seinen Mitspielern auf der Bühne viel Raum, ihre Fertigkeiten zu demonstrieren. Bassist Cody Wright – er erinnerte ein wenig an den genialen Jaco Pastorius – verblüffte durch sein so leicht wirkendes Spiel, Nicholas Hayes an den Drums gab den pickelharten Rhythmus vor. Erics Frau LaDanna Gales zauberte ein grandioses Solo auf ihrer Rahmentrommel.

Wesentlich introvertierter war Doyle Bramhall II. Wie einer, der nichts mehr beweisen muss, stand er auf der Bühne. Er und seine Band brachten durch Sampler und orientalisch anmutende Einflüsse eine spirituelle Note ins Festival. Auch wenn der Gitarrist und Sänger zeitweise etwa abgehoben wirkte: Seine Musik hatte einen eigenen Groove, führte in eine andere musikalische Dimension. Ein seltsam faszinierender Abschluss des Festivals.

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