Susanne Hiller und Karin Potthoff bieten Tieren Unterschlupf
Igelstation hilft beim Überwintern

Schöppingen -

Sie sind klein, putzig – und vor allem sehr stachelig: Die Igelkinder, die gerade auf noch sehr wackeligen Beinen die Welt erkunden. Ob sie alle in den nächsten Wochen genügend an Gewicht zulegen, um den Winter – schlafend – zu überstehen, ist die große Frage. Aber zumindest steht dem tierischen Nachwuchs in Schöppingen jetzt menschliche Hilfe zur Seite, die sie dabei unterstützen will. Susanne Hiller und Karin Potthoff – beides Mitglieder des Vereins Tiere in Not Schöppingen – eröffnen in diesen Tagen eine Igelstation.

Montag, 02.10.2017, 06:10 Uhr

Nicht alle Igel sind im Herbst so munter wie dieses Tier. Um kranken und schwachen Igeln über den Winter zu helfen, eröffnen Susanne Hiller und Karin Potthoff eine Igelstation.
Nicht alle Igel sind im Herbst so munter wie dieses Tier. Um kranken und schwachen Igeln über den Winter zu helfen, eröffnen Susanne Hiller und Karin Potthoff eine Igelstation. Foto: dpa

Die ersten Vorarbeiten sind bereits geschafft. So hat Martin Potthoff auf Bitten seiner Schwiegertochter bereits sechs massive Holzkisten angefertigt, in denen die kleinen Gesellen nicht nur Speis und Trank, sondern auch einen Schlafplatz angeboten bekommen.

„Bislang war die nächste Igelstation bei Renate Waltermann in Borghorst angesiedelt“, sagt Susanne Hiller . „Aber auch gerade hier, bei uns im ländlichen Raum, kommt es immer wieder vor, dass verletzte oder kranke Tiere aufgefunden werden. Da fehlte dann eine ortsnahe Anlaufstelle“, ergänzt Karin Potthoff . Die beiden Frauen taten sich deshalb zusammen – und wollen die Station nun auch gemeinsam betreuen.

„Dabei freuen wir uns, dass auch Renate Waltermann uns ihre Unterstützung zugesichert hat“, sagt Susanne Hiller: „Gleiches gilt für die Kleintierpraxis Lindhaus. Wir sind ja noch Laien und machen uns jetzt gerade erst auf den Weg.“

Viele Informationen haben sie dazu in den vergangenen Wochen bereits gesammelt. Wie etwa jene, „dass nicht jeder kleine Igel derzeit schon menschliche Hilfe benötigt. Mitunter werden die Tiere noch von der Mutter versorgt. Also nicht jeden Igel sofort anfassen, hochnehmen und einsammeln“, warnt Karin Potthoff vor Überbesorgtheit.

„Nur wenn die Tiere apathisch wirken und kaum mehr fähig sind, sich selbst fortzubewegen, ist ein Eingreifen erforderlich“, betont die 41-Jährige. Dann könnte es nämlich sein, dass der kleine Säuger krank ist.

„Wer den Tieren momentan helfen will, kann vor allem abends etwas feuchtes Katzen- oder Hundefutter hinstellen“, lauten die Tipps der Frauen. „Aber bitte auf gar keinen Fall mit Milch füttern. Das erzeugt Durchfall.“ Auch einige unaufgeräumte Stellen im Garten, Laubhügel oder Holzstapel, bieten den stacheligen Artgenossen sicheren Unterschlupf.

Tiere, die zu den beiden Schöppingerinnen gebracht werden, sollen zunächst gewogen sowie auf Parasiten und Krankheiten untersucht werden. „Das werden wir in Zusammenarbeit mit der Tierarztpraxis vornehmen“, sagt Hiller. Die Igel werden dann in einer Kiste untergebracht und eine gewisse Zeit gefüttert, bis sie in den Winterschlaf fallen. „Wenn die Igel unterkühlt sind, werden sie zunächst ein wenig mit Wärme aufgepäppelt und dann langsam an die Außentemperatur gewöhnt“, schildert Karin Potthoff. Auf keinen Fall, so ihr Hinweis, sollte man Igel im Keller überwintern. „Der ist meistens viel zu warm. Die Tiere fallen dann nur in einen Dämmerschlaf, den der Körper aber nicht verarbeiten kann. Und sie sterben letztlich trotz dieser vermeintlich gut gemeinten Hilfe.“

Die Igelstation hat eigens einen geschützten Außenplatz zum Überwintern geschaffen. Jedes Tier wird auch bei der Aufnahme mit seinen Daten erfasst: Gewicht, Größe – und vor allem der Fundort. „Igel sind standorttreu“, so die Frauen.

Noch allerdings bietet der Herbst genug warme Tage, dass die kleinen Tiere selbst überleben können. „Ab Mitte Oktober sollte man allerdings die Augen aufhalten und sich gerne bei uns melden“, bitten die Tierschützerinnen.

Wer sich bei der Igelstation mit einbringen möchte, kann sich an Karin Potthoff, ✆ 02555 929058, oder Susanne Hiller, ✆ 0177 6857833, wenden. Unter beiden Nummern ist auch die Igelstation zu erreichen. Wer noch Obstkisten hat, für die er keine Verwendung mehr findet: Die Station nimmt sie gerne an. Die Kisten dienen ab dem Frühjahr als Außen-Unterschlupf bei der wieder Auswilderung.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5193763?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F156%2F
Ein Zoo-Künstler unter Geiern
Prof. Ulrich Martini unter Geiern: Mit den lebensgroßen Nachbildungen der Aasfresser hat der frühere Fachhochschul-Dozent den Eingangsbereich zum Geier-Restaurant an der Großvogelvoliere des Allwetterzoos originell gestaltet.
Nachrichten-Ticker