Bressehühner sind Eier- und Fleischlieferanten
Ein mobiler Stall bei Bio-Bauer Hillmann

Schöppingen -

Eier von Hühnern in Freilandhaltung werden immer stärker nachgefragt. Entsprechend viele Tiere müssen somit draußen gehalten werden. Die Wiese direkt um den Stall haben die Hühner bei der Suche nach Futter wie Würmern, Käfern, Kräutern und Gräsern aber ziemlich schnell „abgegrast“. Und dann? Da Hühner nun mal gern in der Nähe ihres sicheren Stalls bleiben, gibt es seit einiger Zeit mobile Ställe.

Samstag, 04.11.2017, 10:11 Uhr

Die ersten Bressehühner und -hähne haben am Morgen bereits ihren mobilen Stall verlassen.
Die ersten Bressehühner und -hähne haben am Morgen bereits ihren mobilen Stall verlassen. Foto: Sigrid Winkler-Borck

Bio-Landwirt Johannes Hillmann in Schöppingen hat jetzt auch so ein Hühnermobil angeschafft. Eingerichtet mit Schlafstangen und Legenestern, automatischer Wasser- und Futterzufuhr und allem, was ein Huhn sonst noch braucht, ist so ein Mobil umzugstauglich. Ein Stall auf Rädern gewissermaßen, in den die Hühner von unten hinein- und heraushüpfen können. „So sind sie auch sicher vor Mäusen und Ratten, die solche Hüpfer nicht schaffen“, erklärt Hillmann die durchdachte Konstruktion des Gefährts.

Gibt der um das Hühnermobil eingezäunte Bereich für die Legehennen und ihre Hähne nichts mehr an selbst zu suchendem Futter her, wird das ganze Mobil an den Trecker gehängt und ein Stück weiter gefahren.

Hillmann hat besondere Hühner – reinrassige Bressehühner. Sie haben ein schneeweißes Gefieder, einen leuchtend roten Kamm und – als außergewöhnliches Merkmal: blaue Beine und Füße. Diese gut 150 Jahre alte Rasse stammt aus Frankreich aus der Gegend um Lyon. Mit ihrem Blau, Weiß, Rot trägt sie die Farben der französischen Nationalflagge gleich am Körper. Mittlerweile gibt es in Deutschland ebenfalls einen Zuchtring für diese seltene Rasse.

„Bressehühner sind eine Zweinutzungsrasse“, erklärt Hillmann, „sie sind sowohl Eier- als auch Fleischlieferanten.“ Die konventionellen Hybridhühner werden entweder auf schnelle Mast oder hohe Legeleistung gezüchtet. Geht es um die Zucht entsprechender Legehennen werden die männlichen Küken kurz nach dem Schlüpfen getötet, weil sie keine Eier legen und nicht unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gemästet werden können. Die männlichen Küken der Bresse Gauloise, wie die Rasse auch genannt wird, wachsen bei Hillmann jedoch zum Masthähnchen heran. „Das dauert allerdings länger als bei Hähnchen aus Hybridzucht“, sagt er.

Seine Freilandhühner hält Johannes Hillmann nach Biorichtlinien. Daher „wohnen“ nur 230 Legehennen in seinem Mobil. Bei Freilandhaltung ohne Biosiegel dürfen 345 in einem Hühnermobil, wie der Schöppinger es hat, untergebracht werden.

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