Antoniustag wird gefeiert
Gemener lösen ihr Gelübde ein

Schöppingen -

Schwienetüns – zum Gedenken des Heiligen Antonius – wird in vielen katholischen Gemeinden gefeiert. Der Schutzpatron wird am 17. Januar damit geehrt. In Gemen gibt es an dem Tag einige Besonderheiten.

Mittwoch, 17.01.2018, 06:01 Uhr

Festlich geschmückt ist der Altar mit dem Heiligen Antonius. Die Blumendekoration hat Christel Feldkamp übernommen. Für die Monstranz (Bildmitte) übernehmen ab 14 Uhr die Messdiener die Ehrenwache.
Festlich geschmückt ist der Altar mit dem Heiligen Antonius. Die Blumendekoration hat Christel Feldkamp übernommen. Für die Monstranz (Bildmitte) übernehmen ab 14 Uhr die Messdiener die Ehrenwache. Foto: Susanne Menzel

In manchen Fällen mit einem geselligen, feucht-fröhlichen Beisammensein, in Gemen vor allem mit Betstunden, an denen sich Jung und Alt, Männer, Frauen und Kinder, gleichermaßen beteiligen. „Das liegt daran, dass wir ein ganz besonderes Gelübde abgelegt haben“, erklärt Küsterin Doris Limberg.

Als nämlich während des Dreißigjährigen Krieges die Pest auch in Gemen wütete und dort so viele Opfer forderte, dass auf manchen Höfen kein Bewohner mehr zu finden war, haben die wenigen Überlebenden zum Heiligen Antonius gebetet und versprochen, ihm besonders zu dienen und als Vorbereitung auf diesen Antoniustag zudem zu fasten.

Ein Gelübde, das die Gemener bis heute anwenden. Nicht nur, dass sie 1636 aus Dankbarkeit, dass dann doch noch einige wenige Bewohner verschont wurden, die Pestkapelle errichteten und diese nach dem Abbruch 1966 auf den alten Grundmauern neu aufbauten. Auch die Pflege dieser Gedenkstätte sowie die Andachten am 17. Januar gehören dazu.

„Die Pestkapelle wird seit ihrer Wiedereröffnung im Juli 1967 von der Nachbarschaft im wöchentlichen Wechsel in Schuss gehalten“, erzählt Bernhard Janning vom Kirchenvorstand. Zwölf Familien beteiligen sich aktuell daran. Nachdem viele Jahre „Oma“ Janning die Schlüsselgewalt über die Kapelle hatte und diese später an Hedwig Haverkotte übergab, ist inzwischen Hildegard Haverkotte verantwortlich.

Am Schmücken des Segensaltares wie auch an der Ausgestaltung des Antoniustages beteiligen sich fast alle Gemener. Frauen, Männer und Kinder gestalten in Gruppen jeweils die eucharistische Anbetung. Die Monstranz aus dem 16. Jahrhundert wird dafür hinter verschlossenen Türen hervorgeholt und speziell bewacht. Diesen Dienst übernehmen traditionell die Messdiener. Bis vor zwei Jahren war es ab mittags der Nachwuchs, der diese Aufgabe schulterte. Nachdem sich die Schulzeiten in den Nachmittag verlagert haben, sind nun zuerst die Erwachsenen Messdiener im Einsatz. „Das ist eine Art Ehrenwache, die hier ausgeübt wird“, freut sich Küsterin Doris Limberg über das Engagement in der Antonius-Gemeinde.

„Die Gemener haben durch ihr Gelübde einen Feiertag im Jahr mehr als Schöppingen und seine übrigen Bauerschaften“, verweist Doris Limberg auf noch eine Ausnahme. Und die letzte Besonderheit: „Wir wünschen einander am 17. Januar Frohe Ostern.“

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