NSKKV stürmt das Rathaus
Gemeinde verlässt Bundesrepublik

Schöppingen -

Die Gemeinde Schöppingen tritt aus der Bundesrepublik Deutschland aus. Das gab der neue Regierungssprecher Bernd Volmer am Montag bekannt.

Dienstag, 13.02.2018, 06:02 Uhr

Regierungssprecher Bernd Volmer (stehend) verkündete den Austritt Schöppingens aus der Bundesrepublik, sehr zur Freude von NSKKV-Präsident Heiner Pahsen (l.) und Prinz Thomas II. Saar.
Regierungssprecher Bernd Volmer (stehend) verkündete den Austritt Schöppingens aus der Bundesrepublik, sehr zur Freude von NSKKV-Präsident Heiner Pahsen (l.) und Prinz Thomas II. Saar. Foto: Rupert Joemann

Einziger Haken: Volmer ist nur Sprecher von Karnevalsprinz Thomas II. Saar. Und das auch gerade erst „seit zwei Minuten“, wie der Hevener freimütig im Ratssaal einräumte. Die Lacher hatte Volmer jedenfalls auf seiner Seite, nachdem es sich die NSKKV-Elfer- und Prinzenratsmitglieder am Ratstisch gemütlich gemacht hatten.

Prinzessin Sandra I. sorgte, wie sonst Bürgermeister Franz-Josef Franzbach, durch das Klopfen mit einem kleinen Hämmerchen gegen die Glocke für Ruhe.

Bernd Volmer ging zunächst auf die einzelnen Parteien ein. Deren Mitglieder bat er, sich mit einem lauten „Hier“ zu melden. Bei der AFD blieb es „Gott sei Dank“ still. Bei der CDU wurde es laut. Volmer hatte eine einfache Begründung. Die hätten vor lauter Angst vor den Ehefrauen am Sonntag gleich im Ratssaal übernachtet. Das Fehlen der Grünen sei klar, die würden sich wahrscheinlich gerade „im Stadtpark bei den Bäumen fürs Pinkeln entschuldigen“. Bei der SPD meldeten sich immerhin zwei. Volmer wunderte die geringe Zahl, angesichts der vielen roten Jacken. Und die UWG? Fehlanzeige. Für den neuen Regierungssprecher kein Wunder. „Das ist die einzige Partei, deren Wikipedia-Eintrag kürzer ist als der Name.“

Dann wurde es offiziell. Volmer verkündete, dass der Gemeinderat aufgelöst und die Wahlmonarchie in Schöppingen eingeführt werde. „Einmal im Jahr wird der Monarch vom NSKKV bestimmt.“ Auch das allgemeine Wahlrecht werde abgeschafft. Wählen dürften nur noch NSKKV-Mitglieder.

Volmer beruhigte gleich die Anwesenden. Zwar sei ein Unabhängigkeitskrieg unausweichlich, doch davor müsse sich niemand fürchten. Für die Marine der Bundeswehr sei die Vechte zu seicht. Die Windkraftanlagen schützten vor Flugzeugen. Und bei den Hubschraubern sei die Situation ausgeglichen. Beide Seiten hätten keine einsatzfähigen Helikopter, so Volmer.

Klare Vorteile sah er auf Schöppinger Seite beim Heer. Aufgrund der vielen Auslandseinsätze verfüge die Bundeswehr kaum über Soldaten, so Bernd Volmer. Schöppingen habe da mit den mitgliederstarken Schützenvereinen deutliche Vorteile.

Der alles entscheidende Vorteil bei der Unabhängigkeitserklärung ist aber: „Wir schreiben die gleiche Stelle in Münster an wie in den 80er-Jahren, als Schöppingen die Stadtrechte beantragt hat.“ Davon gebe es bis heute keine Reaktion. „Dann haben wir 30, 40 Jahre unsere Ruhe.“

Das Kabinett steht ebenfalls schon. Außenminister wird Matthias Frye. „Er vermittelt zwischen Schöppingen und Eggerode. Zwar völlig erfolglos, aber egal“, meinte Bernd Volmer. Innenminister wird der Heimatvereins-Vorsitzende Willy Münch. Der Shopware-Turm kriegt einen Keller und fertig ist der wiederbelebte Schöppinger Gefängnisturm. Mit Steffi Blettrup (Verteidigung) lässt der Männerclub sogar eine Frau mitmachen. Bildungsminister soll Uwe Isermann werden, „der kennt viele Schulen von innen“. Heinz Pahsen sei ideal für das Gesundheitsministerium, schließlich kenne er jedes Krankenhaus und jeden Physiotherapeuten. Das Verkehrsministerium teilen sich Udo Artmann (Zweirad) und Jürgen Holste (Vierrad).

Das Entwicklungsministerium soll mit einem Gemener besetzt werden. Volmer: „Wer in Gemen war, weiß wie dringend Entwicklungshilfe dort ist.“ Auch fürs Arbeitsministerium suche man noch einen Kandidaten. Beim NSKKV werde man wohl nicht fündig, so Volmer: „Die rennen immer vor der Arbeit weg.“ Landwirtschaftsminister wird Bernd Möllenkotte. Der kippt dann Gülle in die Gärten von Querulanten und dann ist Ruhe, so Volmer.

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