Paramentengruppe besteht seit 1985
Neue Fahne für Beerdigungen

Schöppingen -

Eine alte Tradition kann in Gemen fortgesetzt werden. „Die Fahne wird immer auf Beerdigungen mitgenommen“, sagt Irmgard Frenkert. Die alte Fahne war jedoch so beschädigt, dass die Paramentengruppe der Pfarrei St. Brictius nun eine neue angefertigt hat.

Donnerstag, 02.08.2018, 06:00 Uhr

Die Mitglieder der Paramentengruppe präsentieren die neue Fahne für Gemen: (v.l.) Irmgard Frenkert, Rita Herdering, Guste Rehring, Elisabeth Kruthoff und Martha Segbers. Auf dem Bild fehlt Uschi Venker.
Die Mitglieder der Paramentengruppe präsentieren die neue Fahne für Gemen: (v.l.) Irmgard Frenkert, Rita Herdering, Guste Rehring, Elisabeth Kruthoff und Martha Segbers. Auf dem Bild fehlt Uschi Venker. Foto: Rupert Joemann

Matthias Höing schoss ein Foto des alten Motivs und Mario Hnida druckte dieses auf einen ganz dünnen Stoff, sodass das Motiv von beiden Seiten zu sehen ist. Im Mittelpunkt steht der Heilige Antonius, der Namenspatron der Gemener Kirche. Die Zahl 1636 weist auf das Gelübde der Bauern hin. Nach einer Pestepidemie schworen die Gemener, jährlich am 17. Januar, dem Namenstag des Heiligen Antonius, ein Fest wie Ostern zu feiern und eine Pestkapelle zu errichten. Die Gemener hielten Wort.

„Die alte Fahne war ganz dünn. Die mag man nicht einmal anfassen“, sagt Irmgard Frenkert . Zudem ist die Fahne an vielen Stellen eingerissen. Die alte Fahne soll aber nicht verschwinden, sondern in Gemen einen Ehrenplatz erhalten. Das habe Pfarrer Thomas Diedershagen gesagt, so die Frauen der Paramentengruppe.

Die Gemenerin Doris Limberg hatte die Frauen gefragt, ob sie das alte Stück reparieren könnten. Doch das ergab aus Sicht der Paramentengruppe keinen Sinn mehr. Deshalb entschlossen sich die sechs Frauen, eine neue Fahne herzustellen.

Die rot bedruckte Fahne fassten sie mit einem roten Saum ein und brachten die Schlaufen für die Fahnenstange an.

Bereits seit 1985 kümmert sich die Gruppe um die Paramente in Schöppingen. Seit der Fusion 2013 mit den ehemals eigenständigen Gemeinden St. Mariä Geburt Eggerode und St. Antonius Gemen auch um deren Paramente.

„Es hat mit dem Hungertuch für St. Brictius angefangen. Daraus ist 1985 die Gruppe entstanden“, erzählt Irmgard Frenkert. Sie gehört – wie Guste Rehring und Martha Segbers – der Paramentengruppe seit Beginn an. Elisabeth Kruthoff engagiert sich ebenfalls schon seit 22 Jahren ehrenamtlich in der Gruppe. Mit Rita Herdering und Uschi Venker gehören auch zwei jüngere Frauen seit einiger Zeit dazu.

Die Frauen ergänzen sich. „Sie haben Kniffe drauf“, freut sich Irmgard Frenkert über das mit eingebrachte Fachwissen der Schneider-Meisterin Rita Herdering und der Schneiderin Uschi Venker. Das Lob gibt die 46-jährige Herdering zurück: „Ihr habt so viel Wissen. Ihr habt das schon oft gemacht.“

Rita Herdering fühlt sich bestens aufgenommen in der Riege. „Wir sind eine schöne Gruppe“, sagt Elisabeth Kruthoff. Die Frauen legen wert darauf, den besten Weg für jede Aufgabe zu suchen. Wie bei den angenähten Stoffteilen (Passen) am Gewand (Rochett). Früher wurden sie mit Ecken genäht. Hegering: „Das ist der Knackpunkt, dass sie schneller kaputtgehen.“ Rita Hegering schlug runde Passen vor, die anderen stimmten zu. Das spart Arbeit.

Gegen weniger Arbeit hätten sie nichts einzuwenden. „Durch die Fusion sind wir gut beschäftigt“, sagt Irmgard Frenkert. Die Maschinen stehen im Dachstübchen der Alten Küsterei. Jeden Mittwoch treffen sich die Frauen von 9 bis 11 Uhr. Wenn nötig, werden Sonderschichten eingelegt.

Fertiggenäht hat die Gruppe zuletzt 50 Fähnchen für Eggerode. Als nächstes wird der Schöppinger Baldachin repariert. Als die Frauen Diedershagen fragen, ob der Baldachin eher fester oder lockerer gespannt sein soll, lässt der Pastor ihnen freien Lauf. „Das müssen Sie wissen. Sie machen das schon.“ Schließlich weiß er, dass sich die Kirchengemeinde seit 33 Jahren auf die Paramentengruppe verlassen kann.

Paramente sind im christlichen Gottesdienst und im Kirchenraum verwendete textile Gegenstände, die zu den liturgischen Gewändern und Insignien sowie zur Ausstattung des gottesdienstlichen Raumes gehören.

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