3,5 Hektar große Ausgleichsfläche
Sieben Windräder auf einen Streich

Schöppingen -

Die schweren Eisenteile sind grün lackiert. Symbolisch passt die Farbe. Denn vor Kurzem hat der Kreis Borken grünes Licht für die sieben Windkraftanlagen in den Bürgerwindparks Schöppingen-Ramsberg und Schöppingen-Strönfeld gegeben. Die Arbeiten schreiten nun voran.

Samstag, 11.08.2018, 06:00 Uhr
Die Hauptarbeiten für die Anlagen der beiden Bürgerwindparks haben begonnen. Mitte nächsten Jahres sollen die sieben Windräder ans Stromnetz gehen.
Die Hauptarbeiten für die Anlagen der beiden Bürgerwindparks haben begonnen. Mitte nächsten Jahres sollen die sieben Windräder ans Stromnetz gehen. Foto: Rupert Joemann

Bereits am 14. März hatten vorbereitende Maßnahmen mit Zustimmung des Kreises begonnen. Zunächst wurden die Wege und die Kranflächen abgezogen und geschottert, wie Josef Berghaus erklärt. Gemeinsam mit Leo Rehring und Hubert Lefert ist Berghaus Geschäftsführer der Windparks.

An der L 570 nach Ahaus wurde eine geschotterte Logistikfläche angelegt. So kann (bald) das benötigte Material besser gelagert werden. Die Schwerlasttransporter werden nachts die großen Teile liefern, um den Straßenverkehr möglichst wenig zu behindern.

30 Monate haben die Verantwortlichen nach dem Erteilen der Baugenehmigung Zeit, die Windräder fertigzustellen. „Ansonsten müssten wir eine Strafe an die Bundesnetzagentur zahlen“, sagt Berghaus. So will die Politik verhindern, dass Investoren sich Einspeisevergütungen sichern und anschließend den Bau von Windrädern hinauszögern.

Doch so weit wird es nicht kommen. Die drei Geschäftsführer gehen davon aus, dass die Windräder bereits Mitte nächsten Jahres Ökostrom erzeugen.

Voraussichtlich im Februar oder März sollen die Bürger in einer Versammlung über die Beteiligungsmöglichkeiten informiert werden. Vorher, so Berghaus, müsse noch der gesetzlich vorgeschriebene Prospekt für Investoren erstellt werden. Die Schöppinger erhalten die Möglichkeit, zwischen 2500 und 50 000 Euro zu investieren. Details dazu werden auf der Infoveranstaltung vorgestellt. „Wir haben nach wie vor viele Anfragen“, freut sich Berghaus auf das Interesse aus der Bürgerschaft.

Nicht nur die ersten vorbereitenden Arbeiten an den Standorten der Windräder haben schon begonnen. Auch die Arbeiten an der Ausgleichsfläche wurden bereits teilweise erledigt.

3,5 Hektar stehen dafür auf dem Ramsberg an der Grenze zu Gemen zur Verfügung. Auf der ehemals landwirtschaftlich genutzten Fläche sind auf circa einem halben Hektar Wasserflächen (Blenken) vorgesehen. „Die Blenken sind von einem Unternehmer mithilfe von GPS-Daten erstellt worden“, sagt Josef Berghaus. So sind zum Beispiel die Tiefen und das Ufergefälle genau vorgeschrieben.

Derzeit sind die Blenken aufgrund der Hitzewelle ausgetrocknet. Doch vorher brüteten dort zahlreiche Kiebitz-Paare. Der Große Brachvogel nutzte die Fläche vor allem als Futterstelle. Der Kreis Borken sei überrascht gewesen, wie sehr die Fläche von den Vögeln schon angenommen worden sei, so Berghaus.

Dabei wurde die restliche, etwa drei Hektar große Fläche noch gar nicht behandelt. Sie wird zu einer extensiven Weidefläche mit speziellem Saatgut aufgewertet. „Im Frühjahr war es zu nass, jetzt ist es zu trocken“, begründet Josef Berghaus, warum das Saatgut noch nicht aufgebracht worden ist. Das soll aber noch in diesem Jahr geschehen. Die Weide darf anschließend nicht gedüngt werden und wird von Rindern kurzgehalten.

Neben der Ausgleichsfläche mussten die Betreiber noch Geld als Ausgleich an den Kreis Borken zahlen. Der Kreis investiert das Geld in Umweltprojekte.

Zahlen

Das Fundament jeder Windenergieanlage hat einen Außendurchmesser von 25 Meter und ist 3,70 Meter hoch. Das Volumen des verbauten Betons beträgt etwa 1100 Kubikmeter je Anlage. In jedem Fundament sind circa 300 Tonnen Betonstahl verarbeitet. Der Erdaushub für jede Baugrube hat ein Volumen von ungefähr 3010 Kubikmeter. Die Fläche des Gesamtfundaments beträgt je Anlage 423 Quadratmeter und je Fundamentkopfs 129 Quadratmeter. Jede Windkraftanlage des Typs Enercon E-141 EP4 hat eine Nabenhöhe von 159 Meter und einen Rotordurchmesser von 141 Meter. Die Gesamthöhe beträgt 229 Meter. Die Nennleistung liegt bei 4,2 Megawatt.Nach Angaben der Projektberatungsgesellschaft erzeugt jedes Windrad voraussichtlich etwa 11,2 Millionen Kilowattstunden Ökostrom.

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