Wald- und Wiesenkonzert
Geräusche ergänzen charmant die Musik

Schöppingen -

Ein bisschen Sternenstaub unterm Lindenbaum: Mit sphärischen Klängen, eindringlichem Blues und experimentellem Jazz hat am Freitagabend ein Wald- und Wiesenkonzert am Künstlerdorf neugierige Besucher und zufällige Spaziergänger für einen langen Moment in eine faszinierende Welt gebeamt.

Montag, 13.08.2018, 16:09 Uhr

Eine kleine Bühne reicht den Sustania-Mitgliedern (v.l.) Kym Hatton, Hans Wanning, Sebastian Netta und Kurt Holzkaemper.
Eine kleine Bühne reicht den Sustania-Mitgliedern (v.l.) Kym Hatton, Hans Wanning, Sebastian Netta und Kurt Holzkaemper. Foto: Sabine Sitte

Hinter jeder verrückten Idee steht einer, der daran glaubt. Sebastian Netta hatte vor drei Jahren ein neues Konzept für kleine Musikerauftritte im Kopf. Er sagt: „Die Konzertkultur hat sich gewandelt. Es ist schwierig geworden, Leute in Konzerte zu bekommen.“ Sein Plan: stattdessen mit der Musik zu den Menschen zu reisen. „In der Provinz sind die Leute auch eher bereit, sich auf etwas Neues einzulassen.“

Seit diesem Jahr tourt der Vollblutmusiker nun mit seiner Bonsai-Bühne durch die Lande und nennt das Konzept Wald- und Wiesenkonzert, gefördert von der Kulturregion Münsterland.

Nettas Konzept ist gleichwohl nachhaltig und ökologisch. Die kleine Bühne misst nur eine Anhängerlänge und birgt auf engstem Raum dennoch Schlagzeug, Keyboard und Platz für vier Musiker. Angesteckt vom funktionalen Wohnkonzept der sogenannten Mini-Häuser ist die Bonsai-Bühne nicht nur aus unbehandeltem Akazienholz gefertigt und ein Beitrag zum Umweltschutz, sondern auch ohne Strom funktional.

Ihr Standort bei Konzerten: in freier Natur, gern vor ungewöhnlicher Kulisse. Nun also auch Schöppingen. Der gebürtige Osterwicker Sebastian Netta hat zur Premierentour befreundete Musiker aus ganz Deutschland zusammengebracht: Kurt Holzkaemper aus Stuttgart am Bass, Hans Wanning aus Bochum (Keyboard) und den gebürtigen Australier Kym Hatton aus Hannover (Gitarre).

Das Freitags-Quartett nennt sich Sustania, ein Kunstwort aus „Sustain“ (Nachhall) und „Utopia“, und der Name ist Programm. Mit Musik von Pink Floyd, spannenden Adaptionen einer klassischen Komposition Robert Schumanns, bekannter Kinderlieder in experimentellem Jazz bis hin zur Wandlung von Blasmusiksequenzen in feinsten Blues verzaubert das Ensemble das Publikum, das auf Decken, Sitzsäcken und herbei getragenen Stühlen auf der Wiese am Künstlerdorf Platz genommen hat.

Manche Zuhörer schlendern zufällig vorbei, halten inne und verweilen, lauschen für einen kurzen oder langen Moment. Andere sitzen mit geschlossenen Augen und verzückten Lächeln und lassen sich tragen durch die unendliche Weite der Galaxie.

Denn die Musiker haben auch sphärische Klänge mitgebracht. Zum vertonten tiefen Brummen des elektromagnetischen Feldes der Erde ein Gedicht: „. . . Wir sind Sternenstaub und universal“ und eine neue akustische Perspektive auf unseren Planeten.

Es sind die Geräusche aus dem Umfeld, die die musikalischen Interpretationen charmant ergänzen: der knatternde Motor eines vorbeifahrenden Autos, eine Fahrradklingel, das Rauschen der Blätter, das Gebell eines Hundes. Für eine Stunde tauchen Musiker und Publikum ein in ein wunderbar entspannendes Konzept der Fantasie und Emotionen im Einklang mit der Natur.

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