Unterkunft in Gastfamilie
Julia Schmitz geht für ein Jahr als Au-Pair nach Irland

Schöppingen -

Julia Schmitz hält es mit den Höhnern. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragt die Kölner Band in ihrem gleichnamigen Song. Das fragte sich auch die 19-Jährige. „Ich habe schon als 14-Jährige gesagt, dass ich mal eine Zeit lang ins Ausland möchte.“ Am Donnerstag ist es so weit: Die Schöppingerin fliegt für ein Jahr als Au-Pair nach Irland.

Dienstag, 14.08.2018, 06:00 Uhr

In einem Reiseführer hat sich Julia Schmitz grundlegende Informationen über Irland angelesen. Den Rest lässt die 19-jährige Schöppingerin auf sich zukommen.
In einem Reiseführer hat sich Julia Schmitz grundlegende Informationen über Irland angelesen. Den Rest lässt die 19-jährige Schöppingerin auf sich zukommen. Foto: Rupert Joemann

Nachdem Julia Schmitz 2017 ihr Abitur am Gymnasium Arnoldinum abgelegt hatte, absolvierte sie an der Alexander-Hegius-Grundschule Heek einen einjährigen Bundesfreiwilligendienst (Bufdi). „Ich war mir nicht sicher, ob Lehramt das Richtige für mich ist“, begründet sie ihre Entscheidung fürs Bufdi-Jahr. Jetzt ist sich Julia Schmitz sicher. „Ich will auf jeden Fall Lehramt für die Grundschule studieren“, betont sie. Die Arbeit mit kleinen Kindern macht ihr viel Spaß.

Doch zunächst geht die Schöppingerin für ein Jahr ins Ausland. Dort kann sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen erfüllt sie sich ihren Traum vom Auslandsaufenthalt, zum anderen kann sie ihr „Selbstbewusstsein im Umgang mit Kindern stärken“. Außerdem möchte sie sich als Persönlichkeit weiterentwickeln. „Ich bin zwar schon offen. Aber dort kenne ich niemanden und muss noch offener sein.“

Für Irland hat sich Julia Schmitz ganz bewusst entschieden. „Ich wollte in ein englisch-sprachiges Land, weil mir die Sprache an der Schule am meisten Spaß gemacht hat“ und weil die Weltsprache Englisch einem später am meisten bringe.

In die USA, das Wunschziel vieler Au-Pair-Mädchen, wollte sie aber auf keinen Fall. Die USA sind ihr einfach zu groß. „Für einen zwei-, dreiwöchigen Urlaub ja, aber nicht für ein Jahr“, sagt Julia Schmitz. Da gefällt ihr Irland viel besser. „Das ist kleiner, familiärer.“

Ihre Gastgeber wohnen 20 Kilometer der Hauptstadt Dublin entfernt. „Dort muss man kein Auto haben. Es ist alles zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus erreichbar“, freut die 19-Jährige sich, dem Linksverkehr mit dem Auto entgehen zu können.

Julia Schmitz wird einen fünfjährigen Jungen und ein siebenjähriges Mädchen betreuen. Genau das richtige Kindesalter, um sich auf ihren späteren Wunschberuf vorzubereiten. So wird sie viele Erfahrungen sammeln können.

Auch die Wahl ihrer Gastfamilie hat sie sorgfältig geplant. Eine Organisation stellte Julia Schmitz‘ Daten in ein Internetportal. Kurz darauf meldete sich die Familie. Zunächst per E-Mail, zwei Tage später gab es den ersten Kontakt über einen Internet-Telefonanbieter. „Die Familie war sofort so herzlich und lieb“, erinnert sich die 19-Jährige an das erste Gespräch. Das empfand offenbar auch die irische Familie.

Aber auch der Lebenslauf von Julia Schmitz dürfte die Iren überzeugt haben. Neben dem schulischen Abschluss steht dort – trotz der erst 19 Jahre – ein vielfältiges Engagement, gerade mit Kindern. Schmitz trainierte die U 9-Fußballerinnen des ASC Schöppingen, gab Nachhilfe und half als Babysitterin aus.

Während ihre Eltern sie immer unterstützt haben, dürfte besonders das ASC-Frauenteam traurig sein. Denn mit Julia Schmitz steht den Fußballerinnen in dieser Saison eine ihrer Top-Torjägerinnen nicht mehr zur Verfügung.

Nach ihrer Rückkehr im nächsten Jahr will die Schöppingerin noch mit einem Interrail-Ticket mehrere Wochen per Eisenbahn kreuz und quer durch Europa reisen. „Wenn nicht jetzt, wann dann“, sagt die 19-Jährige schmunzelnd.

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