Konzert im Alten Rathaus
Quantar-Ensemble um Omer Avital: Spannend, pulsierend, intensiv

schöppingen -

Wie man mit Jetleg in den Knochen dermaßen fit sein kann! Erst am Dienstagmorgen waren Omer Avital und seine Mitmusiker aus New York in Deutschland angekommen; am Abend standen sie im Alten Rathaus – und ließen beim Auftakt ihrer Europa-Tournee die Funken nur so fliegen.

Mittwoch, 14.11.2018, 17:50 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 14.11.2018, 17:46 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 14.11.2018, 17:50 Uhr
Bandleader Omer Avital am Kontrabass trat mit den Saxofonisten Asaf Yuria und Alexander Levin, Pianist Eden Ladin und Schlagzeuger Ofri Nehemya im Alten Rathaus auf.
Bandleader Omer Avital am Kontrabass trat mit den Saxofonisten Asaf Yuria und Alexander Levin, Pianist Eden Ladin und Schlagzeuger Ofri Nehemya im Alten Rathaus auf. Foto: Martin Borck

Wie man mit Jetleg in den Knochen dermaßen fit sein kann! Erst am Dienstagmorgen waren Omer Avital und seine Mitmusiker aus New York in Deutschland angekommen; am Abend standen sie im Alten Rathaus – und ließen beim Auftakt ihrer Europa-Tournee die Funken nur so fliegen. Mit Jazz, wie er heutzutage sein soll: überraschend, energiereich, interaktiv und Grenzen auslotend.

Bandleader Omer Avital am Kontrabass ist der kompositorische Kopf des Quantar-Ensembles. Ein Mann, der seine musikalischen Ideen seinen Mitstreitern anvertraut, auf dass sie sie weiterentwickeln. Eine Aufgabe, der sich die Saxofonisten Asaf Yuria und Alexander Levin, Pianist Eden Ladin und Schlagzeuger Ofri Nehemya mit Verve und Ideenreichtum annahmen.

Eine pulsierende Welt tat sich da auf, in der alle Musiker viel Raum zur Improvisation bekamen. Starke Bebop-Qualitäten brachen sich immer wieder Bahn, die Besucher fühlten sich atmosphärisch in einen New Yorker Jazzkeller versetzt. Doch zu sicher durften die Zuhörer sich in diesem Genre nicht zu kommod einrichten: Überraschende Stilbrüche – wie kurze, klassisch swingende Passagen oder scharfe Klangeruptionen der Saxofonisten – bauten Spannung auf. Nicht nur offensichtlich, sondern auch subtil: durch sich über Minuten hinziehende, unendlich scheinende Crescendi. Von einer lyrischen Melodie des Sopran-Saxofons zu einem facettenreichen, formidablen Musikgewebe.

Die Interaktion zwischen den Musikern war geprägt von kreativer Intensität. Wie Asaf Yuria und Ofri Nehemya in einer Duophase einander die Bälle zuspielten, war sagenhaft. Der wendige Schlagzeuger erspielte sich die Rolle des Publikumslieblings in einem hochklassigen Ensemble.

Die Soli beinhalteten eine kleine Rhapsodie von Edin Ladin, die in eine ausführliche Ballade mit einem treibenden Finale mündete. Das Quintett spielte seinen Set in einem Stück – gut so: Eine Pause hätte den Spannungsbogen unnötigerweise zerschnitten.

Nach 100 Minuten hinterließ Quantar ein nun seinerseits energiegeladenes Publikum. Es gab stehende Ovationen. Martin Borck

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