Ausrüstung für Nikolaus und seine Helfer
Christa und Hermann Löhring sind die fleißigen Helfer des Nikolauses

Schöppingen -

Gäbe es Christa und Hermann Löhring nicht, gäbe es in Schöppingen wohl auch nicht so adrett gekleidete Nikoläuse, Knecht Ruprechts und Hans Muffs, die um die Häuser ziehen. Das Ehepaar hält nicht nur die Gewänder, Umhänge und Handschuhe sauber. Es legt für den Einsatztag auch die volle Montur bereit und verstaut später wieder alles bei sich oben auf dem Dachboden.

Samstag, 01.12.2018, 06:00 Uhr
All das lagert bei Christa und Hermann Löhring auf dem Dachboden, wenn der Nikolaus mal nicht in Einsatz ist: der Stab und der rote Umhang, die Mitra sowie der braune Umhang (in der Hand von (r.) Obernikolaus Friedhelm Egbert) für Hans Muff und Knecht Ruprecht.
All das lagert bei Christa und Hermann Löhring auf dem Dachboden, wenn der Nikolaus mal nicht in Einsatz ist: der Stab und der rote Umhang, die Mitra sowie der braune Umhang (in der Hand von (r.) Obernikolaus Friedhelm Egbert) für Hans Muff und Knecht Ruprecht. Foto: Mareike Meiring

Die Handschuhe machen die meiste Arbeit. Die packt Christa Löhring erst einmal in die Badewanne, weicht sie zwei Runden in Lauge ein und bearbeitet sie dann mit einem Stampfer. „Sonst bekomme ich die gar nicht sauber“, erzählt die 67-Jährige. Denn je mehr Lebkuchen der Nikolaus mit seinen Helfern verteilt, desto dunkler werden die eigentlich weißen Exemplare. Raus aus der Badewanne, gehen sie noch bei 60 Grad in die Waschmaschine – und dann sind die Handschuhe im strahlenden Weiß wieder einsatzbereit fürs nächste Jahr.

Gäbe es Christa und Hermann Löhring nicht, gäbe es in Schöppingen wohl auch nicht so adrett gekleidete Nikoläuse, Knecht Ruprechts und Hans Muffs , die um die Häuser ziehen. Das Ehepaar hält nicht nur die Gewänder, Umhänge und Handschuhe sauber. Es legt für den Einsatztag auch die volle Montur bereit und verstaut später wieder alles bei sich oben auf dem Dachboden – mitsamt der Körbe, Stäbe und Mitras, die beinahe den kompletten Boden der Löhrings füllen. „Wir sind gesegnet, dass wir die zwei haben“, sagt Obernikolaus Friedhelm Egbert . Und dann schiebt er noch lachend hinterher: „Da hat der Heilige Nikolaus bei der Suche wirklich gute Arbeit gemacht.“

Schon seit 15 Jahren sind Christa und Hermann Löhring für die Nikolausgesellschaft im Einsatz. „Mit ganz viel Akribie und Sorgfalt“, betont Friedhelm Egbert gleich mehrfach. Mit einem Anhänger holt die Nikolausgesellschaft wenige Tage vor dem Einsatz am 5. Dezember die volle Montur bei dem Ehepaar zu Hause ab. Für jede der 20 Gruppen gibt es die gleiche Ausrüstung: weiße Handschuhe, drei weiße Gewänder, zwei braune und einen roten Umhang, den Stab, die Mitra, eine Laterne und das kleine Glöckchen – alles wird von den Löhrings zurechtgelegt, sortiert nach Größe, für jedes Gruppenmitglied genau angepasst. Dann wird alles bei den Friseuren zwischengelagert, wo sich die Nikoläuse, Knecht Ruprechts und Hand Muffs später auch umziehen und schminken lassen.

Drehen sie ihre Runden durchs Dorf, können Christa und Hermann Löhring kurz durchatmen – und sich selbst auf den Besuch des Heiligen Manns bei sich zu Hause freuen. Denn auch dort kommt er jedes Jahr mit seinen Gehilfen hin, um in strahlende Kinderaugen zu gucken und fleißig Süßigkeitenteller zu füllen.

Doch wenn die Kinder schon am Naschen sind, müssen die Löhrings zu später Stunde noch einmal ran. Im Feuerwehrgerätehaus nehmen sie alles wieder in Empfang: die Handschuhe, die vom Lebkuchen fast schwarz geworden sind; die Hemden, auf denen sich an den Rändern dunkle Schminke abzeichnet; die Umhänge, an denen ab und an Schnee und Dreck am Saum hängen bleibt.

Vier Stück der weißen Gewänder passen später bei Christa Löhring in die Waschmaschine, da dauert es ein paar Tage, bis alle wieder in ihrer üblichen Farbe strahlen. „Ich habe einen großen Waschkeller, da kann ich 20 Hemden auf einmal aufhängen.“ Sind alle trocken, fängt die 67-Jährige an zu mangeln. Ihr Mann verstaut derweil nach und nach wieder alles auf dem Dachboden. Jeden Weidenkorb schaut er einzeln durch, damit auch ja keine Plätzchen oder Nüsse in dem Geflecht hängen bleiben – „sonst kommen sofort Mäuse und knabbern“, mussten die Löhrings vor einigen Jahren feststellen. Ein Jahr später geht das ganze Spiel dann von vorne los.

2020 wird das letzte Jahr sein, in dem die Löhrings für einen saubereren und bestens ausgestatteten Nikolaus sorgen werden. „Dann gehen wir in Rente“, sagen die 67-Jährige und der 72-Jährige und lachen. Aber noch sind sie mit vollem Einsatz dabei, wenn es darum geht, „den Geist des Nikolauses weiterzugeben.“

Nikolausgesellschaft auf Spenden angewiesen

Seit 91 Jahren gibt es die Nikolausgesellschaft in Schöppingen. Sie organisiert jedes Jahr den Umzug und die Hausbesuche. „Damit das läuft, gibt es ganz viele Rädchen, die ineinandergreifen“, sagt Obernikolaus Friedhelm Egbert. Dazu gehört das Ehepaar Löhring ebenso wie die Feuerwehr, der Bauhof der Gemeinde, jene, die die Begleitfahrzeuge stellen und fahren, die Friseure, die Mitglieder – und am Ende auch alle anderen Schöppinger. Denn finanziert wird die Ausrüstung und der Einsatz vollständig durch Spenden. Knecht Ruprecht und Hans Muff haben dafür stets eine Dose dabei, in der jeder werfen kann, was er möchte.In Schöppingen wird der Nikolaus am Mittwoch (5. Dezember) mit seinen Helfern empfangen. Um 15 Uhr ist die Begrüßung am Alten Rathaus, danach bricht er auf zu den Hausbesuchen. Am Donnerstag (6. Dezember) besucht er dann die Kindergärten, die Grundschule sowie die ZUE. „Die strahlenden Kinderaugen sind der beste Lohn für die Arbeit“, sagt Obernikolaus Friedhelm Egbert.

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