Keine Kontrolle übers Regenwasser
Am Berg strömen Wasser und Schlamm ungebremst die Straße hinunter

Schöppingen -

Die Botschaft war eindeutig: „Das Kanalnetz ist hydraulisch sehr gut ausgelegt.“ Das sagte Heinrich Gomer von der Flick Ingenieurgemeinschaft in der Sitzung des Betriebsausschusses. Ein 20-jähriger Regen hingegen könnte für Probleme sorgen.

Dienstag, 04.12.2018, 17:42 Uhr aktualisiert: 04.12.2018, 17:46 Uhr

Die Botschaft war eindeutig: „Das Kanalnetz ist hydraulisch sehr gut ausgelegt.“ Das sagte Heinrich Gomer von der Flick Ingenieurgemeinschaft (Ibbenbüren) in der Sitzung des Betriebsausschusses am Montagabend. Das Unternehmen hatte das Kanalnetz der Vechtegemeinde untersucht und stellte nun erste Ergebnisse vor.

Bei einem dreijährigen Regen (s. Infokasten) gebe es keinen Überstau. „Das Wasser wird schadlos in der Kanalisation abgeleitet“, sagte Diplom-Ingenieur Ingo Strothmann . Damit erfüllt Schöppingen die gesetzlichen Bestimmungen. Ein 20-jähriger Regen bereitet hingegen besonders an der Bergstraße und der Bergstiege sowie an der Mühlenstiege, Am Isinglau und Im Sall Probleme.

Vor allem die Hanglage am Berg ist für die Schwierigkeiten verantwortlich. „Auf dem Berg gibt es kein Grabensystem. Das Wasser fließt unkontrolliert in das Kanalnetz. Das ist unser großes Problem“, sagte Strothmann. Er zeigte auf einer Karte die durch die unterschiedlichen Höhen bedingten verschiedenen Fließrichtungen des Wassers entlang dem Berg.

Das Regenrückhaltebecken am geplanten Baugebiet Am Berg brächte eine wesentliche Verbesserung für den Bereich, so Heinrich Gomer. Dabei spiele die vergrößerte versiegelte Fläche keine Rolle. Die schweren Böden und die Versiegelung „sind von der Wassermenge her fast gleichzusetzen“, sagte Gomer. Das Regenrückhaltebecken, das für einen zehnjährigen Regen ausgelegt ist, würde den Wasserzufluss in die Kanalisation von 200 Litern auf nur noch zehn Liter pro Sekunde verringern. Bisher strömen Regenwasser und Schlamm ungebremst die Straße hinunter. Gomer: „Mit einem Regenrückhaltebecken hätten wir sehr viel erreicht.“

Wichtig sei, die Wassermengen vom Berg woanders hinzuleiten. „Wenn wir das Wasser und den Schlammeintrag vom Berg zurückhalten können, dann haben wir viel getan“, so Gomer. Überall größere Kanalrohre zu installieren, sahen die beiden Experten nicht als die Lösung an. „Sie müssen auch die Wirtschaftlichkeit betrachten“, sagte Gomer.

Im nächsten Schritt will das Ingenieursbüro einige in der Vergangenheit besonders arg gebeutelte Stellen in Schöppingen gesondert untersuchen und anschließend detailliert analysieren. Im Sommer sollen dann weitere Ergebnisse und mögliche Maßnahmen vorliegen. „Es gibt aber keine Patentlösung“, warnten die beiden Fachleute vor übertriebenen Erwartungen.

Das Anlegen von Vorflutern auf dem Berg sei aber sicherlich eine Möglichkeit. Dazu müssten die Verantwortlichen „in einen Dialog mit den Landwirten treten“. Das sei sicherlich ein langwieriger Prozess.

Wassermenge bei dreijährigem und 20-jährigem Regen

Als dreijähriger Regen wird ein Ereignis bezeichnet, dessen Wassermenge bei einem 45-minütigen Regen statistisch gesehen alle drei Jahre vorkommt. Das gleiche gilt für einen 20-jährigen Regen. Die Wassermengen werden bundesweit erhoben und für die Orte einzeln festgelegt. Die Werte für Schöppingen betragen nach Aussage von Diplom-Ingenieur Ingo Strothmann 21 Millimeter je Quadratmeter für einen dreijährigen Regen und 32,7 Millimeter je Quadratmeter für einen 20-jährigen Regen.Die Kanalisation muss einen dreijährigen Regen aufnehmen können. Ein 20-jähriger Regen darf nicht auf die Grundstücke der Bürger laufen. Die Kommunen müssen entsprechende Maßnahmen treffen (z. B. hohe Bordsteinkanten, Gräben).

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