Schließung der ZUE
Auswirkungen sind noch unklar

Schöppingen -

Das Datum steht fest. Die Auswirkungen sind aber noch unklar. Die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) schließt am 30. Juni 2019. Das hat auch Folgen für die Gemeinde, die Unternehmen und Bürger.

Donnerstag, 13.12.2018, 18:00 Uhr
Die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) wird am 30. Juni 2019 geschlossen. Welche Auswirkungen das auf die Gemeinde haben wird, steht noch nicht fest.
Die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) wird am 30. Juni 2019 geschlossen. Welche Auswirkungen das auf die Gemeinde haben wird, steht noch nicht fest. Foto: Rupert Joemann

Der Gemeinderat hat am Montag die Abwassergebühr von 2,21 auf 2,34 Euro je Kubikmeter Schmutzwasser erhöht. Der Hauptgrund: Die ZUE hatte in 2017 viel weniger Schmutzwasser verursacht als ein Jahr zuvor. Das lag vor allem daran, dass die Unterkunft nach einem Heizungsausfall ab Februar 2017 für mehrere Monate geräumt werden musste. Die 142 Bewohner wurden nach Münster verlegt. Da die Kosten für das Abwasserwerk konstant blieben, aber die Einnahmen wegbrachen, stieg der Preis.

Schließt die ZUE Mitte nächsten Jahres ganz, werden auch die derzeit 250 Bewohner verteilt. Der Wasserverbrauch sinkt auf null. Das könnte sich auf die Abwassergebühr auswirken.

Auch die Einwohnerzahl geht dann zunächst einmal auf einen Schlag deutlich zurück. Laut der Landesstatistiker von IT NRW ist Schöppingen mit 6831 (Stand 30. Juni) momentan die bevölkerungskleinste Kommune im Kreis Borken. Davor liegt Legden mit 7322 Einwohnern.

Bürgermeister Franz-Josef Franzbach geht davon aus, dass „kurz und mittelfristig Asylflüchtlinge dazukommen“ und somit die Zahl nicht so dramatisch ausfallen wird.

Momentan ist die Gemeinde verpflichtet, rund 150 Flüchtlinge mit einer Wohnsitzauflage aufzunehmen. Davon leben bereits 61 in Schöppingen. Die weiteren werden schrittweise von der Bezirksregierung Arnsberg zugewiesen.

Nach dem Ende der ZUE muss die Vechtegemeinde aber auch Asylflüchtlinge ohne Aufenthaltsstatus aufnehmen. Bisher werden die ZUE-Bewohner der Kommune angerechnet.

„Wir können noch nicht genau sagen, welche Auswirkungen die Schließung hat“, sagt Franz-Josef Franzbach. Die Verwaltung nimmt sich derzeit die Auswirkungen unter die Lupe. Eins ist klar: „Verschiedene Ertrags- und Aufwandsbereiche sind davon betroffen“, sagt Bürgermeister Franzbach.

2019 ist das sechste Jahr in Folge, in dem die Gemeinde aufgrund der guten Steuerlage (Berechnungsgrundlage des Landes) keine Schlüsselzuweisungen mehr erhält. Sollte das einmal anders sein, wäre für die Höhe der Zuweisungen die Einwohnerzahl ein Berechnungskriterium. Weniger Einwohner heißt weniger Geld.

Doch auch die lokale Wirtschaft dürfte die Schließung zu spüren bekommen. „Die Bewohner kaufen viel in Schöppingen“, weiß ZUE-Leiter Ingo Ochtrup. Die Flüchtlinge erhalten Taschengeld, das sie selbst ausgeben können.

Dazu kommen noch Aufträge, die sowohl die ZUE als auch die Bezirksregierung Münster an Firmen vergibt. Davon haben in der Vergangenheit auch Schöppinger Unternehmen profitiert.

Wegfallen werden zudem die Arbeitsplätze in der ZUE. Rund 40 bis 45 Mitarbeiter sind beim Betreiber European Homecare beschäftigt, eine ähnliche Zahl noch einmal beim Sicherheitsdienst. Auch hiervon sind Schöppinger betroffen.

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