Wählergemeinschaft möchte Diskussion über Trägerschaft
UWG will zweite Jugendheim-Stelle

Schöppingen -

Die UWG will eine zweite hauptamtliche Stelle im Jugendheim Haltestelle schaffen. Und sie will die Offene Jugendarbeit auf breitere Füße stellen.

Freitag, 21.12.2018, 19:00 Uhr
Für das Jugendheim Haltestelle wünscht sich die Wählergemeinschaft eine zweite hauptamtliche Stelle. Außerdem möchte die UWG über eine mögliche veränderte Trägerschaft diskutieren.
Für das Jugendheim Haltestelle wünscht sich die Wählergemeinschaft eine zweite hauptamtliche Stelle. Außerdem möchte die UWG über eine mögliche veränderte Trägerschaft diskutieren. Foto: Anne Spill

Die Wählergemeinschaft hat dazu beantragt, im Haushalt 100 000 Euro für den Posten „Offene Jugendarbeit Haltestelle, Juveva und Johanneskirche“ einzustellen. Momentan sind im Haushaltsentwurf für das Jugendheim 40 000 Euro vorgesehen. Das sind 10 000 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Das Jugendheim der Johanneskirche soll 1200 Euro und die Pfarrjugend Eggerode (Juveva) 1200 Euro erhalten. Zudem sollen 3000 Euro in Projekte der Jugendarbeit fließen.

„Wir wollen eine zweite Stelle einrichten“, sagt der UWG-Fraktionsvorsitzender Horst Emmrich . Derzeit arbeitet mit dem Leiter Rainer Scharmann nur eine hauptamtliche Kraft im Jugendheim an der Bergstraße.

Dabei müsse es sich um eine Fachkraft handeln, betont Horst Emmrich. Die Ehrenamtlichen zeigten zwar unheimlich viel Einsatz, aber eine ausgebildete Fachkraft könne die Kinder und Jugendlichen noch anders ansprechen. Außerdem sei so auch eine Urlaubsvertretung gewährleistet und die Öffnungszeiten könnten ausgeweitet werden, „was ja gewollt ist“, so Emmrich mit Blick auf eine von der CDU wiederholt vorgetragene Forderung.

Emmrich favorisiert „eine weibliche Kraft, die neue Schwerpunkte setzen kann“. Nach dem Ausscheiden Ende August von Verena Top, die als studentische Fachkraft im Rahmen ihres Sozialarbeitsstudiums im Jugendheim arbeitete, mussten drei Gruppen gestrichen werden. So betreute Verena Top eine Mädchen-, eine Theater- und eine Musical-AG.

Mit Rainer Scharmanns Arbeit zeigt sich Horst Emmrich zufrieden, jedoch werde mehr Personal benötigt, um eine breitere Unterstützung zu erreichen.

Die 100 000 Euro möchte die Wählergemeinschaft als Platzhalter wissen „für eine noch anstehende Entscheidung, wie mit dem Thema Jugendarbeit weiter verfahren werden soll“.

Die UWG möchte auch eine Grundsatzdiskussion über die Struktur der Offenen Jugendarbeit führen. Aus Emmrichs Sicht soll in den politischen Gremien besprochen werden, ob eine andere Konstruktion der Trägerschaft sinnvoll wäre. Dazu soll das Kreisjugendamt mit einbezogen werden, um Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

„Wir wünschen uns mehr Mitverantwortung und Mitsprache“, so Horst Emmrich. Deshalb kann sich die UWG vorstellen, dass die Gemeinde zusammen mit anderen – unter anderem der Kirchengemeinde St. Brictius – die Trägerschaft übernimmt. In den meisten Kommunen des Kreises Borken wird die Offene Jugendarbeit bereits von eingetragenen Vereinen organisiert. Dort schließen sich vielfach Kommunen, Kirchengemeinden oder auch Wohlfahrtsverbände zusammen – und tragen dann auch gemeinsam die Kosten.

Momentan überweise die Gemeinde jedes Jahr Geld an die Kirchengemeinde, ohne „jedoch Einfluss auf die Inhalte der Arbeit zu haben“, so der UWG-Fraktionsvorsitzende. Das soll sich ändern.

Im Sommer hat es bereits eine interfraktionelle Runde mit der Kirchengemeinde St. Brictius gegeben. Ein weiteres Treffen (inklusive Kreisjugendamt) kam, so Emmrich, aus zeitlichen Gründen bisher nicht mehr zustande. Die UWG will das Thema aber nicht auf die lange Bank schieben.

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit ist eine Pflichtaufgabe der Jugendhilfe und gesetzlich verankert. Sie stellt einen unentbehrlichen Bestandteil von sozialer Infrastruktur dar und richtet sich grundsätzlich an alle Kinder und Jugendlichen von sechs bis 21 Jahren, in Ausnahmefällen bis 27 Jahren. Offene Kinder- und Jugendarbeit findet in der Regel im Jugendhaus statt. Das „Herzstück“ der Arbeit stellt der Offene Treff dar. Dieser ist die zentrale Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche und ist mit seinen verbindlichen Öffnungszeiten ein verlässliches, offenes Angebot.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6273559?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F156%2F
Jutta van Asselt ist im Theater zu Hause
Jutta van Asselt an einem ihrer Lieblingsplätze – dem Zuschauerraum des Schauspielhauses.
Nachrichten-Ticker