Kirchengemeinde St. Brictius will sich stark zurückziehen / Jugendwerk geplant
Jugendarbeit auf neue Füße stellen

Schöppingen -

Die Offene Jugendarbeit im Jugendheim Haltestelle wird ab 2021 neu aufgestellt. Die Kirchengemeinde St. Brictius, bisher alleiniger Träger, wolle sich mittelfristig stark zurückziehen. Das erklärte Bürgermeister Franz-Josef Franzbach am Montag im Haupt- und Finanzausschuss. Er betonte aber auch, dass sich die Kirchengemeinde weiterhin einbringen möchte.

Dienstag, 12.02.2019, 19:38 Uhr aktualisiert: 12.02.2019, 20:01 Uhr
Die Kirchengemeinde St. Brictius will sich stark aus der Offenen Jugendarbeit zurückziehen. Bis jetzt ist sie alleinige Trägerin des Jugendheims Haltestelle.
Die Kirchengemeinde St. Brictius will sich stark aus der Offenen Jugendarbeit zurückziehen. Bis jetzt ist sie alleinige Trägerin des Jugendheims Haltestelle. Foto: Rupert Joemann

Die Ausschussmitglieder beschlossen, dass ab 2021 ein Jugendwerk die Offene Jugendarbeit in der Gemeinde organisieren soll. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte die UWG angeregt, die Trägerschaft für das Jugendheim auf mehrere Schultern zu verteilen.

Dem neuen Jugendwerk sollen verschiedene Institutionen angehören. Wie das Jugendwerk genau aufgestellt werden soll, wird in den kommenden Monaten erarbeitet. Die Gemeindeverwaltung wird sich beim Kreis informieren, welche Modelle es in anderen Kommunen gibt. „Man kann aber sicherlich nicht einfach in die Schublade greifen und ein Modell herausziehen. Wir brauchen etwas, was für Schöppingen passt“, sagte Franz-Josef Franzbach. Anschließend soll sich der zuständige Fachausschuss mit dem Thema beschäftigen.

Während sich alle Fraktionen darüber einig waren, ein Jugendwerk zu installieren, wurde vor allem über den Zeitpunkt kontrovers diskutiert. Franzbach warb, in Absprache mit Pfarrer Thomas Diedershagen, für den 1. Januar 2021. Dadurch bliebe genügend Zeit, um sich auf den Wechsel vorzubereiten, so der Verwaltungschef. Das sah auch Rainer Sobottka (SPD) so: „Wir sollten uns überlegen, wie wir das gestalten können. Das wird sicherlich nicht in einem Jahr geschehen.“

Die UWG favorisierte dagegen einen früheren Zeitpunkt. So plädierte ihr Fraktionsvorsitzender Horst Emmrich dafür, schon zeitnah eine weitere pädagogische Fachkraft für das Jugendheim einzustellen. Er favorisiere eine Frau, die die Mädchen im Jugendheim noch gezielter ansprechen könne, so Emmrich. Dafür sollten zusätzlich 50 000 Euro in den Haushalt 2019 eingestellt werden.

Franzbach wies darauf hin, dass die Gemeinde niemanden einstellen könne, da sie nicht Träger des Jugendheims sei. „Und ich halte es für abwägig, dass die Kirchengemeinde jetzt noch für 23 Monate jemanden einstellen wird, obwohl sie sich zurückziehen will“, sagte der Bürgermeister. So lehnte die Ausschussmehrheit die 50 000 Euro Erhöhung für zusätzliches Personal ab.

Demgegenüber beschlossen die Mitglieder aber fraktionsübergreifend den Ansatz für die Offene Jugend im Jugendheim von 40 000 auf 50 000 Euro sowohl für das laufende und das kommende Jahr zu erhöhen.

„Bei der Kirchengemeinde gibt es für 2018 eine Finanzierungslücke von 26 000 Euro für das Jugendheim“, hatte zuvor Bürgermeister Franzbach gesagt. Diese Lücke sei auch der Grund, warum die Kirchengemeinde sich stark zurückziehen wolle.

Der Ausschuss votierte auch für einen Zuschuss für die Projektarbeit in der Haltestelle von 3000 Euro. Die Grünen hatten mit 6000 Euro den weitestgehenden Antrag gestellt, konnten sich damit aber nicht durchsetzen.

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