Erika und Dieter van der Velde feiern Goldhochzeit
Ein kurzes Ja und dann musste der Bräutigam weg

Schöppingen -

Die Hochzeitsfeier dauert keine zwei Stunden. Die Ehe dafür jetzt schon genau 50 Jahre. Am heutigen Donnerstag feiern Erika und Dieter van der Velde ihre Goldhochzeit.

Donnerstag, 14.02.2019, 06:00 Uhr
Seit fünf Jahrzehnten sind Erika und Dieter van der Velde verheiratet. Der Fußball brachte das Paar 1974 nach Schöppingen.
Seit fünf Jahrzehnten sind Erika und Dieter van der Velde verheiratet. Der Fußball brachte das Paar 1974 nach Schöppingen. Foto: Rupert Joemann

14. Februar 1969. Es wird eine der wohl kürzesten Hochzeitsfeiern der Region. Der Grund: Der frisch gebackene Ehemann muss schnell weg. „Die standesamtliche Hochzeit in Altenberge war um 9 Uhr und ich musste um 11 Uhr im Bus sitzen“, erzählt Dieter van der Velde schmunzelnd.

Der damals 20-Jährige spielte bei Preußen Münster in der zweithöchsten deutschen Fußballliga. Für die Preußen stand einen Tag danach das Achtelfinale im DFB-Pokal bei Alemannia Aachen an. Preußen-Trainer Richard Schneider untersagte es van der Velde, später zur Mannschaft zu stoßen. So musste er um 11 Uhr im Bus sitzen. 50 000 Besucher sahen einen 2:0-Erfolg der Gastgeber und das Pokal-Aus der Preußen.

Dass ihr Dieter pünktlich zur Abfahrt musste, nahm ihm Erika van der Velde nicht krumm. „Ich war eigentlich immer bei den Spielen dabei“, sagt die heute 70-Jährige. Sie teilt seine Leidenschaft für den Fußball.

Und Dieter van der Velde gab ihr das zurück. Bevor das Paar verheiratet

war, unterschrieb er einen Profivertrag beim Bundesligisten MSV Duisburg. Doch als Erika erkrankte, bat Dieter van der Velde die Duisburger, den Vertrag zu zerreißen. Der mittlerweile 70-Jährige blieb in Münster.

Die beiden Speditionskaufleute lernten sich mit 17 Jahren bei der Arbeit kennen. Für die Hochzeit benötigten die Brautleute noch eine Bescheinigung, dass sie „ehewürdig“ waren. Schließlich waren beide keine 21 Jahre alt und somit nicht volljährig. Dieter van der Velde muss schmunzeln: „Zu dem Zeitpunkt habe ich aber schon die Spedition meines Vaters geführt.“

Nach Schöppingen kamen sie eher zufällig. „Das kannte ich überhaupt nicht“, gibt Erika van der Velde, die gebürtig aus dem Kreis Eckernförde stammt, freimütig zu. Ernst Sasse und Clemens Knierbein wollten sich einen bestimmten Spieler für den ASC Schöppingen anschauen. Zufällig sahen sie ein Spiel, in dem Mittelfeldmann van der Velde, der nach seiner Preußen-Zeit beim TuS Ahlen spielte und mit dem münsterischen Club Teutonia Vennheide die Verbandsliga-Meisterschaft gewonnen hatte, drei Tore schoss.

Sasse und Knierbein luden die beiden 1974 nach Schöppingen ein. „Für ein Jahr komme ich“, sagte der gebürtige Münsteraner Dieter van der Velde. Und blieb mit seiner Frau und den drei Kindern für immer. Heute freut sich das Paar, dass ihre Kinder und die sechs Enkel alle in Schöppingen wohnen.

In den 70er-Jahren trainierte Dieter van der Velde, der in der Jugendnationalmannschaft und der Westdeutschen Jugendauswahl spielte, den ASC Schöppingen und den SV Wilmsberg. Immer legte er wert darauf, die Jugend zu fördern. Im ASC baute er zudem die weibliche Jugend und das Damenteam wieder mit auf.

1988 machten sich die beiden mit einer eigenen Spedition selbstständig. Wobei Dieter van der Velde seit 1971 auch beim Finanzamt arbeitete. 1991 wagten die beiden früh den Schritt über die erst kurz vorher geöffnete Grenze nach Polen und gründeten dort eine Spedition.

Übrigens: Bei der kurzen Hochzeitsfeier blieb es nicht. Am 7. Juni 1969 feierten sie ihre kirchliche Trauung in Münster. Und da blieb Dieter van der Velde länger.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6389024?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F156%2F
Ist in Münster Platz für Lastenräder?
Pro & Contra: Ist in Münster Platz für Lastenräder?
Nachrichten-Ticker