Shopware AG ist CO²-neutrales Unternehmen
Nachhaltiges Verhalten stärken

Schöppingen -

Eine Fotovoltaik-Anlage hat die Shopware AG auf ihrem Gebäude im Ebbinghoff. Doch das war dem IT-Unternehmen nicht genug. Jetzt ist die Shopware AG ganz offiziell ein CO-neutrales Unternehmen. Die Shopware AG erhielt ein entsprechendes Zertifikat von der Fokus Zukunft GmbH & Co. KG aus dem bayerischen Berg.

Freitag, 22.02.2019, 19:00 Uhr
Der nur in Australien vorkommende Koala ernährt sich fast ausschließlich von Blättern, Rinde und Früchten verschiedener Eukalyptus-Arten. Für die meisten anderen Tiere sind die Blätter giftig und nicht fressbar.
Der nur in Australien vorkommende Koala ernährt sich fast ausschließlich von Blättern, Rinde und Früchten verschiedener Eukalyptus-Arten. Für die meisten anderen Tiere sind die Blätter giftig und nicht fressbar. Foto: Herbert Spies/dpa

Die Schöppinger beteiligen sich an einem Aufforstungsprojekt von Eukalyptuswäldern in Uruguay. Dadurch wird der CO-Fußabdruck des Unternehmens, der jährlich rund 3000 Tonnen beträgt, vollständig ausgeglichen. „Wir fanden das Projekt am effektivsten, da das Holz auch noch von der heimischen Wirtschaft für Möbel genutzt wird“, so Wiljo Krechting, Pressesprecher der Shopware AG. Mehrere Projekte weltweit standen zur Auswahl.

Mithilfe von Fokus Zukunft, das Unternehmen und Privatpersonen zur Nachhaltigkeit berät, hat die Shopware AG ihre CO-Bilanz ausgeglichen. Während des wöchentlichen Mitarbeiter-Frühstücks stellte Gregory Endress von Fokus Zukunft das Projekt vor.

„Im Vergleich zu anderen Unternehmen haben wir glücklicherweise einen geringen ökologischen Fußabdruck. Diesen aber vollständig zu kompensieren, war lange ein Ziel von uns“, erklärte Wiljo Krechting. Viele Mitarbeiter sehen dies sogar als Ansporn, auch ihre private CO-Bilanz auszugleichen. Krechting: „Das freut uns unheimlich.“

Die Zahlen als Grundlage, um den Gesamtverbrauch an Kohlendioxid zu ermitteln, erhielten die Berater unter anderem durch einen Fragebogen, den die Shopware-Mitarbeiter ausfüllten. Abgefragt wurde unter anderem welchen Fahrzeugtyp die Mitarbeiter fahren und wie lang der Arbeitsweg ist. Weitere Emissionskategorien waren zum Beispiel Wärmeverbrauch, das Abfallaufkommen und der Stromverbrauch. Krechting: „Es wurden sogar die Kühlgase der Monitore mit eingerechnet.“

Jeder Shopware-Angestellte emittiert durchschnittlich allein während seiner Arbeitszeit inklusive Anfahrt etwa 2,3 Tonnen COjährlich. Jeder Bundesbürger verbrauche statistisch gesehen einen virtuellen Ausstoß von zehn Tonnen COpro Jahr, so Wiljo Krechting.

Generell, so der Pressesprecher, wolle Shopware möglichst geringe CO-Mengen in die Atmosphäre freisetzen. Das Unternehmen baut im Alltag bereits intensiv auf nachhaltiges Verhalten. So werden Wasserspender inklusiv Glasflaschen für die Mitarbeiter eingesetzt. Einige Firmenfahrzeuge sind E-Autos und auch die Holz-Hybrid-Bauweise der Gebäude gehört dazu. Hinzu kommen noch drei Elektro-Fahrräder, die die Mitarbeiter für Fahrten zum Beispiel ins Dorf unbürokratisch über eine Software an ihrem Computer buchen und nutzen können.

„Die Aufforstung der Eukalyptuswälder stellt eine weitere hervorragende Maßnahme dar, um den Ausstoß der heute unvermeidbaren Emissionen zu kompensieren“, sagt Wiljo Krechting. Eukalyptus eigne sich besonders, weil es schnell wachse und die großen Blätter wandelten doppelt so viel Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff um als durchschnittlich große Blätter.

Die Shopware AG zahlt für das Projekt jährlich einen vierstelligen Betrag. Krechting: „Der Preis richtet sich nach den Weltmarktpreisen für CO-Zertifikate.“

Kommentar: Viele Interessen

Die Shopware AG ist ein CO-neutrales Unternehmen. Es ist vorbildlich, dass die Verantwortlichen einen Beitrag leisten wollen, die Klimaverhältnisse zu verbessern. Sie sind sich bewusst, dass nur Reden nicht hilft, sondern jeder sich im Rahmen seiner Möglichkeiten einbringen muss. Das tut die Shopware AG.Ob jedoch das Aufforstungsprojekt in Uruguay das Richtige ist, darüber darf zumindest einmal nachgedacht werden.Für das Für und Wider gibt es zahlreiche Argumente. Shopware-Sprecher Wiljo Krechting sagt: „Wir müssen ein Stück weit Zukunft Fokus vertrauen, dass nicht Landwirtschaft zerstört wird.“ Das ist nachvollziehbar.Doch bei den vielen Zertifikaten (eine regelrechte Zertifikate-Schwemme) ist für mich die entscheidende Frage: Wie vertrauenswürdig sind Zertifikate eigentlich? Und daraus resultiert eine weitere Frage: Wer verdient daran?Shopware bezahlt eine Firma, um sich an einem guten Projekt beteiligen zu können. Das Projekt wird von einer Organisation kontrolliert, die mit 300 Mitarbeitern 15 600 Produkten ein Siegel vergibt – und die Auflagen dafür auch kontrollieren muss. Diese Organisation benötigt wieder Kontrollpartner in den Ländern. Und dann sind da auch noch die Firmen, die – wie in diesem Fall – den Eukalyptus-Wald bewirtschaften und daran verdienen. Da stoßen viele Interessen aufeinander. Und ein Zertifikat kann da (leider) schnell missbraucht werden.

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