Nur 76 Fünftklässler angemeldet
Schülerschwund am Arnoldinum

Steinfurt -

Die vorläufigen Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen in Steinfurt sind da. Und wie bereits im vergangenen Jahr muss eine der städtischen Bildungseinrichtungen einen starken Schülerschwund hinnehmen: Das Gymnasium Arnoldinum, bei dem bislang nur 76 Schüler, davon 42 für den Teilstandort Burgsteinfurt und 34 für den in Horstmar, angemeldet wurden.

Montag, 18.03.2019, 07:00 Uhr
Zurück gehen die Schülerzahlen überall – aber nirgendwo so stark wie am Arnoldinum.
Zurück gehen die Schülerzahlen überall – aber nirgendwo so stark wie am Arnoldinum. Foto: Jürgen Christ

Das laufende fünfte Schuljahr ist bereits um 25 Kinder kleiner als das davor, nach den Sommerferien werden es wohl noch einmal 15 weniger sein. Damit hat das Burgsteinfurter Gymnasium in nur zwei Schuljahren rund 40 Schüler verloren – fast zwei ganze Klassen.

Zum Vergleich: Im selben Zeitraum haben das Gymnasium Borghorst vier, die Realschule Burgsteinfurt einen und die Schule am Bagno gar keinen Schüler in den Eingangsklassen verloren, die der Realschule am Buchenberg wird im kommenden Schuljahr sogar um sieben Schüler größer sein.

Fragen wirft der Rückgang der neu angemeldeten Schüler am Arnoldinum besonders durch eine Prognose auf, die die Stadtverwaltung noch im vergangenen September in einer Beschlussvorlage für den Rat abgab: Während die Schätzungen für alle anderen Schultypen relativ genau sind, gehen Prognose und Realität beim Arnoldinum weit auseinander: 114 Schüler sollten es sein, die nach den Sommerferien von Grundschulen in die dortige Sekundarstufe 1 wechseln – inklusive des Teilstandorts Horstmar. Tatsächlich werden es den vorläufigen Anmeldezahlen nach aber nur 76 sein, mehr als eine ganze Klassenstärke weniger. Tatsächlich hat der Unterschied Auswirkung auf die Zügigkeit: Statt der angedachten vier Eingangsklassen wird es – falls es nicht noch nachträgliche Anmeldungen hagelt – nur drei geben, eine am Teilstandort Horstmar und zwei in Burgsteinfurt. Wobei sich da der Nachteil einer Schule mit zwei Teilstandorten zeigt: Während die beiden Klassen am Hauptstandort mit jeweils 21 Schülern sehr überschaubar sein werden, müssen sich in Horstmar 34 Kinder in einen Raum drängen.

Warum Wunsch und Wirklichkeit so weit auseinandergehen, weiß Bildungs-Fachdienstleiter Peter Borowiak nicht. „Es gibt bei der Auswahl der Schulen Bewegungen, die man nicht nachvollziehen kann.“ Derzeit scheinen die Gymnasien im Umland, etwa in Münster, Ochtrup oder Neuenkirchen, auf Schüler und Eltern reizvoller zu wirken.

„Wir befinden uns gerade in einer Talsohle, das ist tatsächlich eine Durststrecke“, sagt Schulleiter Jochen Hornemann über die Situation. Die für ihn allerdings nicht überraschend sei: Vor allem in Horstmar gebe es gerade geburtenschwache Jahrgänge, dazu würde es seitens der Grundschulen deutlich weniger Empfehlungen für die gymnasiale Oberstufe geben. Daneben sieht auch der Schulleiter die Konkurrenz durch andere Schulen. „Es gibt im Umland durchaus attraktive Alternativen.“ Für Laerer sei die Busverbindung zum Schillergymnasium in Münster etwa besser als die nach Burgsteinfurt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6478459?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F156%2F
Güterzug kollidiert mit Auto: Frau schwer verletzt
Bahnübergang Glücksburger Straße: Güterzug kollidiert mit Auto: Frau schwer verletzt
Nachrichten-Ticker