Ein Glücksfall für zwei Seiten
Helga Venker verlässt nach 24 Jahren den St.-Nikolaus-Kindergarten

Schöppingen -

Ihre Anstellung im St.-Nikolaus-Kindergarten hat Helga Venker damals, im August 1995, wie einen Sechser im Lotto empfunden. Und auch für die Kindertageseinrichtung erwies sich die Ahauserin als Glücksfall.

Montag, 25.03.2019, 06:00 Uhr
Stets hilfreich zur Seite gestanden hat Helga Venker den Kindern im St.-Nikolaus-Kindergarten.
Stets hilfreich zur Seite gestanden hat Helga Venker den Kindern im St.-Nikolaus-Kindergarten. Foto: Rupert Joemann

Ihre Anstellung im St.-Nikolaus-Kindergarten hat Helga Venker damals, im August 1995, wie einen Sechser im Lotto empfunden. Nach fast 24 Jahren können auch die Kinder, Eltern und Verantwortlichen sagen, dass es umgekehrt genauso war. Die Ahauserin erwies sich als Glücksfall für die Kindertageseinrichtung. Jetzt tritt die 62-Jährige am Donnerstag (28. März) die passive Phase der Altersteilzeit an.

Helga Venker hat eher über Umwegen den Weg in den St.-Nikolaus-Kindergarten gefunden. Eigentlich hatte sie Friseurin gelernt. Eigentlich. Nach einer Berufspause, bedingt durch die Geburt und Betreuung ihrer beiden Kinder, wollte sich die Ahauserin neu orientieren. Sie nahm an einem Kurs für Frauen zum Wiedereinstieg ins Berufsleben teil. Dabei absolvierte sie neben einem Praktikum als Mediengestalterin auch Praktika in Kindertageseinrichtungen. Schnell war Helga Venker klar: Sie wollte mit Kindern arbeiten.

So sattelte sie noch mit 37 Jahren beruflich um. Venker absolvierte in Bocholt eine einjährige Ausbildung zur Kinderpflegerin. „Da musste ich mir noch kurzfristig ein Auto anschaffen“, erinnert sich die 62-Jährige.

Einen Praktikumsplatz erhielt sie im St.-Nikolaus-Kindergarten auch eher zufällig. Ihre Schwester lebte in Schöppingen und deren beiden Kinder gingen in den St.-Nikolaus-Kindergarten. Die Schwester fragte im Kindergarten nach. So war der Kontakt hergestellt. Nach ihrer Ausbildung wurde zufällig zeitlich passend eine Stelle frei. Helga Venker blieb. In all den Jahren ist es für sie nie in Frage gekommen, den Kindergarten zu wechseln. Zu gut hat es ihr in Schöppingen gefallen.

„Damals konnte man sich die Erzieherinnen noch aussuchen“, schildert Helga Venker einen Unterschied zu heute. Derzeit ist es so, dass Erzieherinnen und Erzieher händeringend gesucht werden. „Das liegt auch daran, dass sich der Betreuungsschlüssel von Erziehern zu Kindern verändert hat“, sagt Anja Lübke, Leiterin des St.-Nikolaus-Kindergartens.

Verändert hat sich in dem Vierteljahrhundert auch das Alter, mit dem die Mädchen und Jungen in den Kindergarten kommen. Venker: „Als ich angefangen habe, hatten wir nur Vier- bis Sechsjährige. Die blieben zwei Jahre.“ Heute nimmt der St.-Nikolaus auch zwölf Kinder zwischen einem und drei Jahren auf. Andere Kitas betreuen sogar unter Einjährige.

Nicht verändert hat sich im Laufe der Zeit für Helga Venker dagegen die Teambesetzung. Von Anfang an betreut sie zusammen mit Dorothee Ewigmann eine Gruppe von über Dreijährigen. „Helga hat sich immer für die Kinder eingesetzt. Sie war mit Herzblut dabei und hat die Kinder stets ernst genommen“, hebt Dorothee Ewigmann hervor.

Um Kinder möchte sich die künftige Ruheständlerin auch weiterhin kümmern – und zwar um ihre beiden Enkelkinder. Ihr Mann geht im Mai in den Ruhestand. „Wir haben uns schon E-Bikes gekauft“, sagt sie.

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