Umweltausschuss informiert sich
Gemeinde Schöppingen renaturiert Vorfluter

Schöppingen -

Das Plätschern des Wassers ist weithin hörbar. Es bahnt sich seinen Weg wirbelnd am Totholz vorbei. Kein Vergleich zum geräuschlosen Dahinfließen in begradigten Vorflutern. Die Mitglieder des Umweltausschusses schauten sich am Mittwochabend den auf rund 900 Meter Länge renaturierten Vorfluter in Heven, das Gewässer 1700, an.

Freitag, 05.04.2019, 07:00 Uhr
Einen neuen Lauf hat der Vorfluter auf der Feuchtwiese an der Straße nach Osterwick erhalten. Totholz sorgt unter anderem dafür, dass es zu Verwirbelungen des Wassers kommt.
Einen neuen Lauf hat der Vorfluter auf der Feuchtwiese an der Straße nach Osterwick erhalten. Totholz sorgt unter anderem dafür, dass es zu Verwirbelungen des Wassers kommt. Foto: Rupert Joemann

Der neugestaltete Vorfluter erweckt eher den Eindruck eines romantischen Baulaufs als eines schnöden Wasserablaufs. Einzig die Drainagerohre, durch die das überschüssige Wasser von den landwirtschaftlich genutzten Feldern in den Vorfluter fließen, deuten auf seine hauptsächliche Bedeutung hin.

Aus dem schmalen Rinnsal hat die Gemeinde zusammen mit dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband und der ausführende Baufirma ein kleines Biotop geschaffen, das sich in den nächsten Jahren noch weiterentwickeln wird. Die Böschung einer Seite des Vorfluters wurde kräftig abgeflacht und mit einem fünf Meter breiten Uferstreifen versehen.

Noch sieht der abgeflachte Uferstreifen kahl aus. Die angepflanzten Bäume brauchen noch einige Jahre, bis sie Schatten spenden. Doch Marco Pfeil vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband ist optimistisch, dass zumindest kleinere Pflanzen bald schon aus der Erde sprießen. Dadurch wird der Uferstreifen stärker befestigt, sodass das Wasser nicht so leicht zu Erosionen und Abbrüchen führt.

Einige Stellen hat der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftverband bereits mit Hölzern verstärkt. „Eine gewisse Eigendynamik ist natürlich erwünscht“, erläutert Marco Pfeil während der Führung. Doch zu stark soll sich der Vorfluter auch nicht zur Seite ausbreiten. Zumindest auf dem Großteil der Strecke nicht.

Das sieht auf der Feuchtwiese direkt an der Straße nach Osterwick anders aus. „Hier haben wir den Altverlauf verfüllt“, erklärt Marco Pfeil. Die Fachleute haben dem Vorfluter einen neuen Lauf gegeben, sodass sich „das Wasser schadlos in die Fläche ausbreiten kann“.

Die Arbeiter fanden Reste alter Backstein-Bauwerke. Durch diese Stauelemente wurde früher die Wiese unter Wasser gesetzt. Dort haben die Experten auch eine Steilwand geformt, in der unter anderem der Eisvogel brüten könnte.

Am Ufer sind, je nach Entfernung vom Wasser, Erlen und Weiden sowie Eichen und Buchen gepflanzt worden. Abseits des Vorfluters wird sogar eine kleine Fläche aufgeforstet.

„Eine Beschattung ist wichtig für unsere Gewässer, weil viele Lebewesen an kaltes Wasser gewöhnt sind“, erklärt Marco Pfeil. Seine Hoffnung: Im renaturierten Vorfluter könnten sich mit der Zeit auch Stichling, Bachforelle, Gründling oder Bachschmerle ansiedeln.

Die Gesamtkosten hat die Gemeinde mit 303 000 Euro veranschlagt. Für das Projekt erhält die Kommune 147 000 Ökopunkte, die sie zum Ausgleich anderer Baumaßnahmen verwenden kann.

Renaturierter Vorfluter in Schöppingen

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  • Das Gewässer 1700, ein Vorfluter in Schöppingen-Heven, ist von der Gemeinde renaturiert worden – mit einem beeindruckenden Ergebnis. Foto: Rupert Joemann
  • Das Gewässer 1700, ein Vorfluter in Schöppingen-Heven, ist von der Gemeinde renaturiert worden – mit einem beeindruckenden Ergebnis. Foto: Rupert Joemann
  • Das Gewässer 1700, ein Vorfluter in Schöppingen-Heven, ist von der Gemeinde renaturiert worden – mit einem beeindruckenden Ergebnis. Foto: Rupert Joemann
  • Das Gewässer 1700, ein Vorfluter in Schöppingen-Heven, ist von der Gemeinde renaturiert worden – mit einem beeindruckenden Ergebnis. Foto: Rupert Joemann
  • Das Gewässer 1700, ein Vorfluter in Schöppingen-Heven, ist von der Gemeinde renaturiert worden – mit einem beeindruckenden Ergebnis. Foto: Rupert Joemann
  • Das Gewässer 1700, ein Vorfluter in Schöppingen-Heven, ist von der Gemeinde renaturiert worden – mit einem beeindruckenden Ergebnis. Foto: Rupert Joemann
  • Das Gewässer 1700, ein Vorfluter in Schöppingen-Heven, ist von der Gemeinde renaturiert worden – mit einem beeindruckenden Ergebnis. Foto: Rupert Joemann
  • Das Gewässer 1700, ein Vorfluter in Schöppingen-Heven, ist von der Gemeinde renaturiert worden – mit einem beeindruckenden Ergebnis. Foto: Rupert Joemann
  • Das Gewässer 1700, ein Vorfluter in Schöppingen-Heven, ist von der Gemeinde renaturiert worden – mit einem beeindruckenden Ergebnis. Foto: Rupert Joemann
  • Das Gewässer 1700, ein Vorfluter in Schöppingen-Heven, ist von der Gemeinde renaturiert worden – mit einem beeindruckenden Ergebnis. Foto: Rupert Joemann
  • Das Gewässer 1700, ein Vorfluter in Schöppingen-Heven, ist von der Gemeinde renaturiert worden – mit einem beeindruckenden Ergebnis. Foto: Rupert Joemann
  • Das Gewässer 1700, ein Vorfluter in Schöppingen-Heven, ist von der Gemeinde renaturiert worden – mit einem beeindruckenden Ergebnis. Foto: Rupert Joemann
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