Maler Mensing feiert 100-jähriges Bestehen
Der päpstliche Malermeister

Schöppingen -

Selbst für Papst Johannes Paul II. hat der Malerbetrieb Mensing während seiner nunmehr 100-jährigen Geschichte schon gearbeitet. Später übernahm Ralf Mensing das Geschäft mit dem Tag der Meisterprüfung am 20. Juni 1989.

Mittwoch, 10.04.2019, 06:00 Uhr
Dokumente aus vergangener und heutiger Zeit präsentieren Ralf und Beate Mensing. Im Hintergrund hängen die zahlreichen Meisterbriefe der Familie.
Dokumente aus vergangener und heutiger Zeit präsentieren Ralf und Beate Mensing. Im Hintergrund hängen die zahlreichen Meisterbriefe der Familie. Foto: Rupert Joemann

Selbst für Papst Johannes Paul II. hat der Malerbetrieb Mensing während seiner nunmehr 100-jährigen Geschichte schon gearbeitet.

Am 1. Mai 1987 besuchte das Oberhaupt der katholischen Kirche Münster. Kurz vorher hatte Bernhard Mensing die Kavaliershäuschen vor dem Schloss von innen renoviert. „Eines der Häuschen diente dem Papst dazu, sich frisch zu machen“, erzählt der heutige Geschäftsinhaber Ralf Mensing . Die Arbeiten brachten seinem Vater Bernhard den Titel „päpstlicher Malermeister auf Zeit“ ein.

Das genaue Gründungsdatum ist nicht bekannt. Gründer Johann Volpers hat in seinem Lebenslauf März 1919 als Datum angegeben, bei der Handwerkskammer ist der April hinterlegt.

Johann Volpers hatte drei Kinder, einen Sohn und zwei Töchter. Sohn Hans sollte eigentlich den Betrieb übernehmen. Jedoch entschied der sich, trotz Malermeister-Titel, für die Arbeit als Berufsschullehrer. So führte Tochter Agnes das Unternehmen weiter. 1959 suchte Agnes Volpers per Inserat einen Malermeister, um die Firma fortführen zu können. Es meldete sich Bernhard Mensing, der zuvor in Metelen einen eigenen Betrieb gegründet hatte.

„Er ist dann ganz geblieben“, witzelt Ralf Mensing. Agnes und Bernhard heirateten. Während der Maler bei den Kunden arbeitete, baute Agnes Mensing den Einzelhandel auf.

Ihre Kinder Elisabeth (Floristin), Martina (Goldschmiedin) und Ralf (Maler- und Lackierer) arbeiten ebenfalls als Handwerker. Ihre Meisterbriefe hängen im Haus an der Hauptstraße 48 neben denen von Opa Johann und Vater Bernhard.

Ralf Mensing übernahm das Geschäft mit dem Tag der Meisterprüfung am 20. Juni 1989. „Eigentlich wollte ich das zu dem Zeitpunkt noch gar nicht. Ich wollte noch den Glasermeister machen und in anderen Betrieben sowie der Industrie arbeiten“, erzählt der 52-Jährige. Doch es kam anders.

Direkt nach der bestandenen Meisterprüfung besuchte er seinen Vater in Münster im Krankenhaus. Bernhard Mensing sagte nur: „Fahr’ nach Hause und zieh dir den weißen Kittel an.“ Ralf Mensing fuhr nach Hause und zog sich nachmittags den weißen Kittel über.

1995 heiratete er Beate Alfert. Kennengelernt haben sich die beiden in der Feuerwehrkapelle. Sie spielte Querflöte, er Flügelhorn. Die beiden saßen sich im Halbkreis des Orchesters gegenüber. „Da blieb genug Zeit für ein Augenzwinkern“, sagt Beate Mensing lächelnd.

Nach der Hochzeit stieg die gelernte Krankenschwester ins Familienunternehmen ein. Sie absolvierte noch die Ausbildung zur Betriebswirtin des Handwerks. Die heute 49-Jährige gehörte 1998 zu den Gründerinnen der Unternehmerfrauen im Handwerk.

In den vergangenen 100 Jahren hat sich im Malerhandwerk viel getan. Bis 1972 haben die Lehrlinge noch im Hause Mensing gewohnt. „Wenn unsere Eltern zum Schützenfest wollten, mussten die Lehrlinge auf die Kinder aufpassen“, erinnert sich Ralf Mensing.

Früher war es auch üblich, dass die Maler, wenn sie bei den Bauern arbeiteten, mit am Mittagstisch saßen. „Die Landwirte sind immer sonntags nach dem Hochamt gekommen und haben bestellt oder bezahlt“, erzählt Ralf Mensing.

Geändert hat sich vor allem auch die Kommunikationsgeschwindigkeit. „Früher hat ein Brief drei Tage gedauert“, sagt Ralf Mensing. Der Chef war um 7.30 Uhr, mittags und abends erreichbar. Das war’s. „Heute sind wir jederzeit für die Kunden erreichbar – per Handy, E-Mail oder Fax.“

Ralf Mensing, der seit 1994 dem Meister-Prüfungsausschuss angehört, legte die Prüfung zum Sachverständigen bei der Handwerkskammer ab. Zudem verfügt er über eine entsprechende Zusatzqualifikation für Schimmelpilz-Befall. Nun erstellt der 52-Jährige Gutachten für Gerichte, Versicherungen und Privatpersonen. Neben den üblichen Malertätigkeiten bietet er aber auch technische Gebäudetrocknung und kreative Techniken an.

Nach der Geburt der drei Töchter Johanna (21), Marie (19) und Sophie (15) gab Ralf Mensing das Flügelhorn-Spielen auf, sodass einer von beiden sich immer um die Kinder kümmern konnte.

Während Beate Mensing weiter in der Feuerwehrkapelle spielt, hat Ralf Mensing das First-Responder-Team mit aufgebaut und führt heute als Gemeindebrandinspekteur die Freiwillige Feuerwehr.

Tag der offenen Tür

Das Unternehmen feiert am Freitag (12. April) mit geladenen Gästen sein Jubiläum. Am Sonntag (14. April) veranstaltet Maler Mensing während des Frühlingsfests einen Tag der offenen Tür. Zudem steht vor dem Haus an der Hauptstraße 48 ein Brillux-Showtruck. Dort können sich die Besucher über die gesamte Bandbreite des Maler- und Lackierer-Handwerks informieren. Mit einer Virtual-Reality-Brille können die Gäste auch sehen, wie Räume nach einer Renovierung aussehen.

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