Zahl der Hartz-IV-Empfänger ging 2018 weiter zurück
Niedrigste Hilfequote im Kreis

Schöppingen -

Beim Blick in die Arbeitslosenstatistik kann die Gemeinde Schöppingen regelmäßig aufatmen: Erst Ende März belegte die Vechtegemeinde erneut den Platz mit den wenigsten Arbeitslosen im Kreis Borken – gemeinsam mit Heek. Und auch bezogen auf die Hartz-IV-Empfänger (Bezieher von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II) steht die Gemeinde kreisweit bestens dar: Hier hatte sie im vergangenen Jahr die niedrigste Hilfequote, wie Fachbereichsleiter Franz-Josef Gausling in der jüngsten Ratssitzung mitteilte.

Freitag, 12.04.2019, 19:35 Uhr aktualisiert: 12.04.2019, 19:40 Uhr
Eine Lupe muss man zwar nicht nutzen, um die niedrige Zahl der Hartz-IV-Empfänger erkennen zu können. Jedoch weist die Gemeinde Schöppingen die niedrigste Hilfequote im Kreis Borken.
Eine Lupe muss man zwar nicht nutzen, um die niedrige Zahl der Hartz-IV-Empfänger erkennen zu können. Jedoch weist die Gemeinde Schöppingen die niedrigste Hilfequote im Kreis Borken. Foto: Jens Büttner/dpa

Hintergrund seiner Mitteilung war der kürzlich erschienene Jahresabschlussbericht 2018 für das Jobcenter Schöppingen. „Das Jobcenter betreut im Durchschnitt monatlich 42 Bedarfsgemeinschaften mit 55 erwerbsfähigen Leistungs­berechtigten. Das ist abermals ein Rückgang um 4,6 Prozent nach einem Rückgang im letzten Jahr von 4,1 Prozent“, sagte Gausling. Absolut bedeute dieser Rückgang eine jeweilige Veränderung um zwei Bedarfsgemeinschaften.

Allerdings sei die Zahl der Bedarfsgemeinschaften zum Jahresende ab Oktober gestiegen. Das hänge mit der Zuweisung von Flüchtlingen im vergangenen Jahr zusammen. Nichtsdestotrotz: „Das Ziel für 2018, eine Erhöhung des Bestandes zu vermeiden, wird zum jetzigen Zeitpunkt deutlich übertroffen“, bilanzierte Gausling.

Fünf Flüchtlinge pro Woche

Nach wie vor steigt die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge nach Schöppingen. Laut der aktuellen Verteilerstatistik der Bezirksregierung Arnsberg muss die Gemeinde 164 anerkannte Flüchtlinge im Zuge der Wohnsitzauflage aufnehmen, bislang leben jedoch erst rund die Hälfte in der Gemeinde. Bis Ende April werden nach Angaben von Fachbereichsleiter Franz-Josef Gausling der Gemeinde noch etwa fünf Personen pro Woche zugewiesen; das sind von Anfang März bis Ende April insgesamt rund 40 Personen. Danach muss laut Gausling eine weitere Zielvereinbarung zwischen der Bezirksregierung Arnsberg und der Gemeinde über Anzahl und Ablauf weiterer Zuweisungen erfolgen. Vorübergehend wurden alle Personen in sogenannten „Obdachlosenunterkünften“ der Gemeinde Schöppingen untergebracht, die Flüchtlinge haben jedoch die Pflicht, sich intensiv um eine eigene Wohnung zu kümmern. Hierbei fündig zu werden, ist für sie jedoch ein Problem, wie Franz-Josef Gausling sagt: „Sie stehen in Konkurrenz zum normalen Wohnungsmarkt.“ Daher ist die Gemeinde Schöppingen an Wohnungsangeboten für alle Flüchtlinge mit einem Bleiberecht von drei Jahren interessiert. Anbieter für eine Mietwohnung können sich an Heinz Wellen vom Jobcenter wenden, 02555 8836.

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Gestiegen sind allerdings die Aufwendungen für diese Arbeitssuchenden: bei den Kosten für die Unterkunft um 10,1 Prozent, bei den laufenden Leistungen zum Lebensunterhalt um 21,5 Prozent. Auch in diesem Zusammenhang wies Gausling auf die Flüchtlingszuweisungen hin. 36 Personen kamen dadurch von Oktober bis Dezember in die Vechtegemeinde. Diese 36 anerkannten Flüchtlinge seien alle dem Rechtskreis der Hartz-IV-Empfänger zuzuordnen, „stehen aber dem Arbeitsmarkt wegen der Teilnahme an Sprach– und Integrationskursen derzeit noch nicht zur Verfügung“, teilte Gausling mit.

Schwieriger geworden ist im vergangenen Jahr allerdings die Integration von Hartz-IV-Empfängern in sozialversicherungspflichtige Jobs. Diese sogenannte Integrationsquote hat sich gegenüber 2017 von 41,1 auf 32,4 Prozent verringert. Dafür hatte Gausling aber eine Erklärung: Da es ohnehin schon wenige Bedarfsgemeinschaften in Schöppingen gebe, werde die Integration der verbliebenen folglich immer schwieriger. Erfreulich sei dagegen die Quote mit Blick auf Personen unter 25 Jahre. Diese stieg auf 46,1 Prozent.

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