Leiterin des Ostergarten-Cafés
Margreth Schulze Wasserkönig bedient in ihrem Urlaub die Gäste

Schöppingen -

Margreth Schulze Wasserkönig freut sich auf Sonntagabend. Dann öffnet der Ostergarten zum letzten Mal – und damit auch das Café im Feuerwehrgerätehaus. Für ihre Mithilfe dort hat sich die Schöppingerin extra Urlaub genommen.

Samstag, 27.04.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 28.04.2019, 18:50 Uhr
Reichlich Kaffee zubereitet und serviert haben Margreth Schulze Wasserkönig und die ehrenamtlichen Helferinnen im Ostergarten-Café in den vergangenen drei Wochen.
Reichlich Kaffee zubereitet und serviert haben Margreth Schulze Wasserkönig und die ehrenamtlichen Helferinnen im Ostergarten-Café in den vergangenen drei Wochen. Foto: Rupert Joemann

Margreth Schulze Wasserkönig freut sich auf Sonntagabend. Dann öffnet der Ostergarten nach drei Wochen zum letzten Mal in diesem Jahr – und damit auch das Café im Feuerwehrgerätehaus. „Es geht schon an die Substanz“, gesteht sie. Schulze Wasserkönig hat nicht nur das Café organisiert, sondern bediente auch täglich dort die Gäste.

Dafür hat sich Margreth Schulze Wasserkönig extra zehn Tage Urlaub im St.-Antonius-Haus genommen. Vor drei Jahren bei der Ostergarten-Premiere hatte sie schon die Aufgabe übernommen. Damals nahm die hauswirtschaftliche Fachkraft ein paar Tage Urlaub, den Rest erledigte sie vor und nach der Arbeit. Doch auf dem Hof der Familie wartet ebenfalls jede Menge Arbeit. Auch während der Ostergarten-Zeit melkte sie morgens die Kühe und erledigte die Hausarbeit. Abends sprangen beim Melken zwei Söhne ein, die gerade Semesterferien haben.

„Mir macht das einfach Spaß“, sagt Margreth Schulze Wasserkönig, warum sie sich in diesem Umfang einbringt. Im Café-Team ist sie natürlich nicht allein. Jeden Tag haben zwei weitere Frauen bei der Bewirtung geholfen. Insgesamt unterstützten sie 35 Frauen. Zudem hat ihr Helga Wolbeck beim Aufbauen geholfen und wird am Montag beim Abbauen wieder mit anpacken.

Schulze Wasserkönig freut sich, dass sie sich auf die Frauen verlassen konnte. Die zugesagten Termine, sowohl für die Bedienung als auch die Kuchenspenden, wurden eingehalten. Nur zwei Mal sagten Frauen kurzfristig ab.

Ausgerechnet als sie einmal nur mit einer Helferin im Café war, war der Andrang mit 120 Gästen besonders groß. Eine unangemeldete Gruppe brachte den Plan durcheinander. Margreth Schulze Wasserkönig fuhr schnell nach Hause und holte noch einen Kuchen, der eigentlich erst für den nächsten Tag vorgesehen war. „Wir haben alle satt gekriegt“, sagt sie schmunzelnd.

120 Kuchen haben Frauen aus allen drei Pfarrgemeindeteilen gespendet. „Gemen war dabei ganz stark vertreten.“ Bei den Jahreshauptversammlungen der Frauengemeinschaften zu Beginn des Jahres in Schöppingen, Eggerode und Gemen legte sie Listen aus. Dort konnten sich die Frauen eintragen, wenn sie im Café helfen oder einen Kuchen backen wollten. Später rief Schulze Wasserkönig zusammen mit Anita Meickmann mehr als 100 Frauen noch einmal an, um Details zu klären. Manchmal mussten die beiden drei-, viermal anrufen, bis sie die Gesprächspartnerin erreichten.

Der Aufwand hat sich gelohnt und war auch notwendig. „Beim letzten Mal war das noch nicht so viel wie jetzt“, sagt Schulze Wasserkönig. Die Frauen bewirteten deutlich mehr Gäste als vor drei Jahren. Im Schnitt kamen täglich 70 bis 80 Personen. In der Spitze waren es sogar 130. Ausgegangen war sie von 60 bis 70 Gästen. So reichten die Kuchenspenden nicht. Deshalb orderte sie kurzerhand 50 Kuchen auf dem kurzen Dienstweg im St.-Antonius-Haus.

Den Zulauf bewältigten die ehrenamtlichen Helferinnen auch deshalb so gut, weil das Café dieses mal im gut ausgestatteten Feuerwehrgerätehaus untergebracht war. Dem Team standen nicht nur die leistungsstarken Kaffeemaschinen zur Verfügung, sondern die Wege waren auch kurz.

Das sah vor drei Jahren ganz anders aus. In der Fotoscheune des Künstlerdorfs mussten sie behelfsmäßig das Wasser in Einmachtöpfen aufwärmen und sich vorher das Wasser aus der Kulturhalle herholen. „Zum Arbeiten ist es bei der Feuerwehr besser, wir kriegen aber nicht viel vom Ostergarten mit. Wir sind ein bisschen abgeschnitten, damals waren wir mitten im Geschehen“, beschreibt Schulze Wasserkönig die Situation.

Von den Gästen habe es nur positive Rückmeldungen gegeben, auch wegen der netten Atmosphäre im Schulungsraum und der Sanitäranlagen. Floristin Elisabeth Mensing hatte den Blumenschmuck für die Tischdeko gespendet.

Margreth Schulze Wasserkönig dankt der Feuerwehr, dass sie die Räumlichkeiten bereit gestellt hat. „Wir sind hier sehr, sehr glücklich.“ Nur an einem Tag hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Am Ostersonntag rief Wehrleiter Ralf Mensing morgens um 8.15 Uhr bei Schulze Wasskönig an. Die Feuerwehrleute hatten nach einem nächtlichen Brandeinsatz im Schulungsraum alles an die Seite geräumt, um für die Versorgung der Kameraden Platz zu schaffen. Noch am gleichen Tag fuhr Margreth Schulze Wasserkönig zum Gerätehaus, um zu putzen und alles für den Montag vorzubereiten.

Für die Schöppingerin kein Problem. Nur eins das kann sie nicht mehr – Kuchen sehen.

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