Edeka Steiner nimmt an der Frischtheke Behälter entgegen und bietet wiederverwertbare Netze
Kunden können Plastik einsparen

Schöppingen -

Den Mehraufwand nimmt Martin Steiner gerne in kauf. „Das Müllsparen ist eine gute Sache“, findet der Inhaber des Schöppinger Edeka-Geschäfts. Er selbst versucht mit zwei Neuerungen, einen Beitrag dazu zu leisten.

Montag, 29.04.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 30.04.2019, 18:44 Uhr
Kundin Carola Niestegge macht es vor. Sie nimmt eine Schale von Verkäuferin Amalia Grabo entgegen.
Kundin Carola Niestegge macht es vor. Sie nimmt eine Schale von Verkäuferin Amalia Grabo entgegen. Foto: Rupert Joemann

An der Frischtheke können die Kunden ihre eigenen Behälter befüllen lassen. Zudem bietet Steiner für den Obst- und Gemüsebereich fünf wiederverwertbare Netze für 3,99 Euro an. „Die Netze kann man problemlos zu Hause in der Waschmaschine waschen“, sagt Steiner. Demnächst will er die Plastiktüten an der Kasse abschaffen.

Die Verkäuferinnen an der Frischtheke stellen den Kunden ein Tablett hin, auf das die Kunden ihren mitgebrachten Behälter stellen können. Nachdem die Verkäuferinnen die Waren in den Behälter gelegt und ausgewogen haben, wird dem Kunden das Tablett wieder zurückgereicht, damit er seinen Behälter herunternehmen kann. So kommt der Thekenbereich nicht mit den mitgebrachten Behältern in Kontakt.

„Man weiß nicht immer, wo die Behälter herkommen“, spielt Steiner auf mögliche Verunreinigungen an. Mit der gewählten Methode wird gewährleistet, dass die vom Veterinäramt des Kreises Borken vorgegebenen Regeln eingehalten werden. Für Martin Steiner steht die Hygiene an oberster Stelle.

In nächster Zeit sollen die Mitarbeiterinnen die Kundschaft über die neue plastiksparende Methode informieren. Hingewiesen werden die Kunden dann auch darauf, dass zum Beispiel gewürztes Grillfleisch Verfärbungen an den Behältern hinterlassen kann. „Für so etwas können wir keine Haftung übernehmen“, sagt Steiner.

Besonders in den Mehrwegflaschen sieht Martin Steiner eine weitere Möglichkeit, viel Plastik einzusparen. „Plastikflaschen sind das Meiste, was anfällt.“ Plastikflaschen gebe es besonders im niedrigen Preissegment, so der Schöppinger. Das Problem, dsas die Produktions- und Rücklaufkosten der Mehrwegflaschen zu hoch seien. Der Kunde greife dann lieber zu billigeren Produkten.

Wofür Martin Steiner durchaus Verständnis hat: „Die Leute müssen mit ihrem Geld auskommen.“ Gerade Familien aus normalverdienenden Haushalten müssten rechnen. „Man darf nicht immer darüber schimpfen.“

Er ist überzeugt, dass sich das System ändern müsse, damit umweltbewusst produzierte Lebensmittel günstiger werden und die Verbraucher sich diese auch leisten können. Bioprodukte müssten normal sein, meint Martin Steiner. Bei einigen Lebensmitteln sieht er kaum noch große Preisunterschiede. Steiner glaubt, dass bei steigender Nachfrage die Preise fallen werden.

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