Baugebiet Bonner Straße/Münsterstraße
Wohnungen und Gewerbe erlaubt

Schöppingen -

Das Baugebiet Bonner Straße/Münsterstraße wird ein Mischgebiet. Das hat der Bauausschuss am Montagabend entschieden. Im Mischgebiet gelten nicht so strenge Lärmgrenzwerte wie im Wohngebiet.

Mittwoch, 01.05.2019, 06:00 Uhr
Im vorderen Bereich des neuen Baugebiets Bonner Straße/Münsterstraße ist Wohnbebauung vorgesehen, die zweigeschossig sein darf.
Im vorderen Bereich des neuen Baugebiets Bonner Straße/Münsterstraße ist Wohnbebauung vorgesehen, die zweigeschossig sein darf. Foto: Rupert Joemann

Das Baugebiet Bonner Straße/Münsterstraße wird ein Mischgebiet. Das hat der Bauausschuss am Montagabend entschieden. Das etwa acht Grundstücke umfassende Gebiet, der bisherige Grünstreifen zwischen Neuem Friedhof und Münsterstraße, soll auf einigen Grundstücken Wohnbebauung (Anbindung zur Bonner Straße) und auf anderen nicht störendes Gewerbe (Anbindung zur Diepenheimstraße) erlauben.

Ein Mischgebiet sei die einzige Möglichkeit, ohne Lärmschutzwand zum Gewerbegebiet Nord (Diepenheimstraße) auszukommen. So Diplom-Ingenieur Martin Bauer vom Büro Planquadrat (Dortmund) auf die Frage der Ausschuss-Vorsitzenden Ursula Uphoff ( CDU ), warum ein Mischgebiet und kein reines Wohngebiet vorgesehen sei. Im Mischgebiet gelten nicht so strenge Lärmgrenzwerte wie im Wohngebiet.

Auf den Gewerbeflächen zum Norden hin seien eingeschossige Gebäude erlaubt, auf den Wohnbauflächen im Süden dagegen zweigeschossige Häuser. Rüdiger Kremser (SPD) lobte, dass im Ort eine Verdichtung stattfinden soll. Dagegen fragte Friedhelm Egbert (UWG), warum die Planungen erst jetzt erfolgten seien. „Die Gespräche hätten uns vieles ersparen können“, so Egbert. Er spielte dabei auf das Baugebiet Am Berg an. „Das ersetzt kein Baugebiet“, meinte hingegen Stefan Wüpping (CDU).

„Wir haben uns mit allen Eigentümern geeinigt“, sagte Bürgermeister Franz-Josef Franzbach. Er überplane keine Flächen gegen den Willen der Eigentümer. Franzbach betonte, dass die Grundstücke nicht der Gemeinde gehören. Das Mischgebiet sei eine Absprache mit den Eigentümern. Franzbach: „Noch eine Lärmschutzwand brauchen wir nicht.“

Rüdiger Kremser (SPD) fragte, ob die Eigentümer die Erschließungskosten tragen müssten, auch wenn sie noch gar nicht bauen wollten. Franzbach: „Die Erschließungskosten fallen erst an, wenn ein Bauantrag gestellt wird.“ Das gelte auch für die Planungskosten. „Die werden mit einem zeitlichen Versatz umgelegt“, sagte Franz-Josef Franzbach.

Die Planungen hatten zwei Grundstückseigentümer angestoßen, die sich Ende 2017 mit der Bitte an die Verwaltung gewandt hatten, zu prüfen, ob eine Bebauung möglich sei.  

Kommentar: Keine unpassenden Vergleiche

-Von Rupert Joemann- Wahrscheinlich zwei Mehrfamilienhäuser mit höchstens vier bis sechs Wohnungen, dazu vielleicht sechs Grundstücke mit nicht störendem Gewerbe. Das war‘s. Beim neuen Bau(misch)gebiet Bonner Straße/Münsterstraße handelt sich um eine Ortsverdichtung – nicht mehr.Darin die große Alternative zum Baugebiet Am Berg mit gut 30 Einfamilienhäusern zu sehen, ist – vorsichtig ausgedrückt – überaus gewagt. Das auch, weil der Gemeinde die Grundstücke noch nicht einmal gehören. Ob und wann die Eigentümer bauen, ist ihre Sache.Die Diskussion ums Baugebiet Am Berg ist bekanntermaßen emotional besetzt. Da wäre es gut, nicht durch unpassende Vergleiche unnötig Öl ins Feuer zu kippen.

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