Austritt aus der CDU
Ursula Uphoff legt ihr Ratsmandat nieder

Schöppingen -

Es ist der fünfte Wechsel im Schöppinger Gemeinderat in der laufenden Legislaturperiode. Ursula Uphoff (CDU) hat ihr Ratsmandat niedergelegt. Den Ausschlag hat ein Vorfall in der jüngsten Bauausschusssitzung gegeben.

Montag, 06.05.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 07.05.2019, 17:58 Uhr
Ursula Uphoff hat ihr Ratsmandat niedergelegt.
Ursula Uphoff hat ihr Ratsmandat niedergelegt. Foto: Matthias Höing

„Ich habe kein Problem damit, unpopuläre Entscheidungen zu treffen und dafür angegangen zu werden“, so Uphoff . Doch von eigenen Leuten in einer Sitzung so „deformiert zu werden“, gehe zu weit.

In der jüngsten Bauausschusssitzung hatte ihr Fraktionskollege Stefan Wüpping gefragt, ob die Sitzung eine Diskussion zwischen Uphoff alleine sowie Verwaltung und Stadtplaner sei. Damit kritisierte Wüpping öffentlich die Sitzungsführung der Bauausschussvorsitzenden.

Neben ihrem Verzicht auf das Ratsmandat will Uphoff auch aus der Partei austreten. „Ich fühle mich dort nicht mehr gut aufgehoben“, sagte Uphoff. Sie spreche „nicht mehr die gleiche Sprache wie die CDU “, so Ursula Uphoff.

Die Landschaftsarchitektin hatte sich vielfach für ökologische Themen eingesetzt, dafür aber (auch in ihrer Fraktion) keine Mehrheit gefunden. Uphoff findet, dass viele Entscheidungen zu sehr nur unter den finanziellen Auswirkungen betrachtet würden. Sie ärgert es, dass es als „Kavaliersdelikt gesehen wird, die Natur nicht zu schützen“.

So hatte Uphoff neben Manfred Runge (Grüne) als einzige dagegen gestimmt, im geplanten Baugebiet Ehemalige Kasernenanlage einen Teil des Waldes zugunsten von Wohnbebauung zu roden.

In der Vergangenheit musste sich Ursula Uphoff auch Anfeindungen aus Reihen der Bürgerinitiative gegen das Baugebiet Am Berg anhören.

Vor einigen Monaten hatte sie nach eigener Aussage mit Bürgermeister Franz-Josef Franzbach über ein mögliches parteiloses Ratsmandat gesprochen. Jetzt entschied sie sich für den Austritt.

„Das bedauere ich sehr“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Holger Benölken am Montag auf WN-Nachfrage. Ursula Uphoff sei vom Fach und hätte die Ausschusssitzungen gut geführt. Die Äußerungen Wüppings bezeichnete er als unglücklich.

Wer in den Gemeinderat nachrückt, steht noch nicht fest. Wie Benölken betonte, gebe es aber eine Kandidatin. Drei Kandidaten, die vor der möglichen Nachrückerin auf der Reserveliste stehen, haben dem Fraktionsvorsitzenden dagegen abgesagt.

Eine neue politische Aufgabe plane sie erstmal nicht, so Uphoff. Eher könne sie sich vorstellen, in einem Verband, wie zum Beispiel dem Naturschutzbund, mitzumachen. „Da habe ich das Gefühl, eher mit gleicher Sprache zu sprechen.“

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